Nach dem mäßigen Erfolg des Streiks vom Freitag, wo Zugausfälle und Verspätungen fast ausschließlich durch den Ersatzfahrplan der Bahn verursacht wurden, ändert die Lokführergewerkschaft GDL ihre Strategie. Künftig soll ohne Vorankündigung gestreikt werden.
GDL fordert Bahn zu neuen Verhandlungen auf
Die GDL hat die Bahn erneut aufgefordert bis spätestens Dienstag, den 9. Oktober 13 Uhr ein erneutes Angebot abzugeben. Dabei soll über einen eigenständigen Tarifvertrag und über die geforderte Lohnerhöhung von 31 Prozent verhandelt werden. Die GDL machte am Montag nochmals deutlich, dass ihr der eigenständige Tarifvertrag wichtiger sei, als die Einkommensverbesserungen. Die Gewerkschaft sei prinzipiell bereit über die Höhe des Lohnzuwachses zu verhandeln, die 31 Prozent lediglich eine Einstiegsforderung.
Keine Streiks vor Mittwoch
Trotz des Ultimatums wollen die Lokführer nicht vor Mittwoch streiken. Ankündigungen im Voraus, wann und wo gestreikt werden wird, soll es zukünftig nicht mehr geben. Da es Bahn offensichtlich egal sei, ob gestreikt würde, müssten die "Daumenschrauben angezogen werden", so GDL-Sprecherin Gerda Seibert.
75 Prozent der Züge sollen fahren
Personalvorstand Suckale verwies im ZDF auf den "erfolgreichen" Notfallfahrplan von Freitag, die Bahn habe Ersatzfahrpläne, notfalls auch für jeden Tag. Man werde es schaffen, "dass 75 Prozent der Verkehre durchlaufen können", sagte sie im ZDF. Damit will die Bahn ihre Strategie sich im Falle eines GDL-Ausstands, sich selbst zu bestreiken offensichtlich weiter fortführen. Leiden dürften darunter vor allem die Kunden, denen es egal sein kann, ob die Gewerkschaft für einen Zugausfall verantwortlich ist, oder ob die Verspätung den Zugstreichungen der Bahn zu verdanken ist. Die Bahn versucht so aber offensichtlich die Öffentlichkeit gegen die streikenden Lokführer aufzubringen.
Ein weiteres Angebot an die GDL soll es nach Aussagen der Bahn nicht geben. Weitere Lohnerhöhungen seien nicht drin: "Wir können uns das schlicht nicht leisten", so Bahnchef Mehdorn in der ARD zu den Forderungen der GDL.
Streiks nur im Regionalverkehr
Nach den Einstweiligen Verfügungen der Bahn gegen die GDL darf auch weiterhin nur im Regionalverkehr gestreikt werden. Der Fern- und Güterverkehr ist für die Lokführer weiterhin Tabu.