Ab Montag drohen Streiks bei der Deutschen Bahn. Die Lokführergewerkschaft GDL hat erneut zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Grund dafür sind die immer noch nicht abgeschlossenen Tarifvertragsverhandlungen. Hier hakt es noch ganz gewaltig zwischen der Bahn und den Lokführern. Während in den Fragen von Gehalt und Arbeitszeit eine Übereinkunft getroffen werden konnte, dreht sich die aktuelle Auseinandersetzung um den Grundlagenvertrag. Mit diesem Vertrag will die Bahn das Verhältnis zwischen den drei Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL geregelt wissen.
Umstrittener Grundlagenvertrag
Umstritten ist vor allem der Zuständigkeitsbereich der GDL. Im aktuellen Entwurf der Bahn ist vorgesehen, dass die GDL keinerlei Tarifverträge mit der Bahntochter DB Zeitarbeit schließen darf. Selbst dann nicht, wenn dort alle Lokführer der Bahn beschäftigt wären. Die Gewerkschaft vermutet zu Recht, dass sich die Bahn für zukünftige Tarifauseinandersetzungen eine Hintertür offen halten will, um die ungeliebten Lokführer außen vor zu halten.
Anders als im letzten Jahr vereinbart, will die Bahn den Lokführertarifvertrag, über den Einigkeit besteht, erst nach einer Unterzeichnung des Grundlagenvertrags durch die GDL unterschreiben und in Kraft setzen.
Sollte die Bahn den Lokführervertrag nicht bis Sonntag 23:59 Uhr unterzeichnen kommt es zu erneuten Streiks bei der Bahn. Davon sind alle drei Sparten betroffen. Allein im Fernverkehr soll jeder zweite Zug ausfallen. Aber auch Fracht- und Nahverkehr werden bestreikt.
Transnet und GDBA kündigen Zusammenarbeit mit GDL
Die beiden andern Bahngewerkschaften Transnet und GDBA zeigen sich von den erneuten Streikdrohungen der GDL genervt. Sie kündigten die Zusammenarbeit auf und wollen zukünftig wieder eingenständig für die bei ihnen organisierten Lokführer verhandeln.