Archive for the 'radio' Category

Radiotag zur Privatisierung

Friday, September 21st, 2007

Interessanter Bahntag beim Deutschlandfunk. Heute Morgen waren gleich mehrere Interviews zur Bahnprivatisierung zu hören. Unter anderem Verkehrsminister Tiefensee, der ohne rechte Argumente versuchte die Privatisierung als Verbesserung für Kunden, Mitarbeiter und fürs Klima darzustellen. Auch für den Steuerzahler sei es gut, so der Minister: "Wir müssen nicht alles zahlen, sondern wir holen Partner ins Boot, die uns helfen." Dass man den Helfern Investitionen des Staates in Höhe von knapp 90 Milliarden Euro vorher für einen kleinen Betrag schenkt, verschweigt der Minister geflissentlich, leider fasst der Interviewer auch nicht nach.

Interview Deutschlandfunk, Informationen am Morgen mit Verkehrminister Tiefensee

Danach war Otto Wiesheu dran, einst Verkehrs-Politiker jetzt in den Diensten des Bahn-Vorstands zuständig für die Betreuung der Politik (bitte nichts Böses dabei denken). Auch er wischt die Bedenken der Kritiker vom Tisch und darf unwidersprochen behaupten, dass die Finanzierung nur mit Hilfe der Investoren möglich sei. Was Wiesheu verschweigt, auch in Zukunft wird der Bund der Bahn jährlich allein 2,5 Milliarden Euro für den Unterhalt des Netzes überweisen. Hinzu kommt die Bestellung der Regionalverkehre durch die Länder, auch das Aufträge in Milliarden Höhe.

Bahn-Vorstand Wiesheu begrüßt Tiefensee-Gesetzentwurf

In den Informationen am Mittag zur Abwechslung ein Kritiker der Privatisierung, Karl-Peter Naumann, der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Neumann verweist auf die Widersprüche zwischen einer kapitalfinanzierten Bahn und den öffentlichen Interessen: "Privates Kapital wird immer dorthin gehen, wo man schnelle Renditen findet. Das ist normal, und das ist auch korrekt so. Deswegen ist es sicherlich sinnvoll, wenn privates Kapital in Schienenverkehrsunternehmen fließt. Aber Schieneninfrastruktur ist eben etwas, was unter ganz anderen Aspekten zu sehen ist. Dazu gehört eben auch eine Regionalentwicklung. Dazu gehört vorausschauende Industriepolitik zum Teil ohne unmittelbare Renditen oder auch so, dass Renditen aus ganz anderen Teilen des Netzes dann erwirtschaftet werden."

Karl-Peter Naumann, der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn

Programmtipp - Der absolute Bahnsinn

Wednesday, August 15th, 2007

Heute im Deutschlandfunk:

Sendung: Querköpfe
Sendezeit: 21:05:00

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Der absolute Bahnsinn

Aus dem traumatischen Leben eines plötzlich entgleisten Zugbegleiters

Von Simonetta Dibbern und Achim Hahn

Sie eilen der Zeit hinterher, schreien ins Handy, sitzen als Laptop-Genies im Speise- oder als penetrante Verspätungsnotierer im Großraumwagen. Da wird nicht allein die Fahrkartenkontrolle zum Spießrutenlauf. Ein Albtraum für jeden, der eigentlich Lokführer werden wollte und jetzt bei 250 Stundenkilometern durch die Waggons balanciert, den Zug begleitend als Prellbock für Nörgler, Raser und Besserwisser, verpflichtet zum ewig wissenden Lächeln. Und dann diese Kleinstkünstler und Kabarettisten, die boshaft jeden Fauxpas notieren, jedes versehentliche Stolpern, jeden unfreiwilligen Stop auf freier Strecke - und die trotzdem nie umsteigen würden aufs Auto oder den Billigflieger. Es macht einfach keinen Spaß mehr, Bahn zu fahren. Der absolute Bahnsinn! - Dies sind die Traumata eines plötzlich entgleisten Zugbegleiters, dargeboten als mitfühlendes Psychogramm einer dauerbenörgelten Institution deutscher Fortbewegung von Simonetta Dibbern und Achim Hahn. "Seht doch das Positive!", möchte man da auf jeden Fahrschein drucken: Die Bahn kommt! Doch, bestimmt!

Interviews zum Bahnstreik

Tuesday, August 7th, 2007

Heute ist Radiotag im Bahnblog:

Im Deutschlandfunk war heute Morgen der Personalvorstand der Deutschen Bahn AG, Margret Suckale zu hören. Sie wirft der Lokomotivführergewerkschaft GDL vor, die Belegschaft zu spalten. Einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal - wie von der GDL gefordert - werde es nicht geben. Mit Maximalforderungen mache man Verhandlungen unmöglich. Ein Ultimatum der GDL, bis zum Abend ein neues Angebot vorzulegen, werde die Bahn nicht erfüllen.

Die Datei kann auch als MP3 heruntergeladen werden:
ondemand-mp3.dradio.de

Im Partnerprogramm Deutschlandradio Kultur gab es den Verkehrsexperten der FDP und MdB Horst Friedrich zum selben Thema. Das ist der Mann, der die Streiks von Transnet als 'reines Theater' bezeichnet hat und schon Anfang Juli den weiteren Fortgang des Arbeitskampfs recht genau vorhergesagt hat.

Die Datei kann auch als MP3 heruntergeladen werden:
ondemand-mp3.dradio.de

Programmtipp - DLF: Die Bahn fährt an die Börse

Monday, September 18th, 2006

Der Deutschlandfunk berichtet am kommenden Sonntag über den geplanten Börsengang der Bahn:

Mit oder ohne Netz
Die Bahn fährt an die Börse
Deutschlandfunk: Hintergrund Wirtschaft - 24.9. - 18:40 Uhr

"Integriert" wäre es dem Bahnchef am liebsten: Hartmut Mehdorn möchte die Deutsche Bahn AG an die Börse bringen, nicht aber ohne das dazugehörige Schienennetz. Darum rankt sich der Streit. Macht die Bahn mit dem Netz das, was die Politik sich vorstellt? Bleibt die Versorgung ausreichend oder werden unprofitable Strecken stillgelegt?

In der Großen Koalition werden alle Modelle geprüft, vom getrennten Börsengang über das eindeutige integrative Modell bis hin zu einer Art Probezeit für die Bahn, die in diesem Fall zwar mit Netz an die Börse gehen dürfte, würde sie jedoch nicht im Sinne der Politik spuren, hätte der Bund eine Rückholoption für das Schienennetz.

Die Sendung kann als MP3 heruntergeladen werden.


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
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