Archive for the 'holocaust' Category

Zug der Erinnerung

Friday, February 15th, 2008

Auf dem Weg nach Hamburg am vergangenen Freitag habe ich den 'Zug der Erinnerung' in Osnabrück am Bahnsteig gesehen, leider war es zum Aussteigen schon zu spät, der IC rollte schon Richtung Norden. Damit das Anderen nicht passiert ein kurzer Terminüberblick über die weiteren Stationen:

  • Osnabrück
    7. bis 9. Februar im Hauptbahnhof
  • Dortmund
    10. Februar bis 13. Februar im Hauptbahnhof
  • Bochum
    14. Februar bis 16. Februar im Hauptbahnhof
  • Gelsenkirchen
    17. Februar bis 18. Februar im Hauptbahnhof
  • Duisburg
    19. Februar bis 21. Februar im Hauptbahnhof
  • Essen
    22. Februar bis 23. Februar im Hauptbahnhof
  • Hagen
    24. bis 25. Februar im Hauptbahnhof
  • Wuppertal
    26. Februar bis 28. Februar im Hauptbahnhof
  • Aachen
    2. März bis 4. März im Hauptbahnhof
  • Siegen
    5. März bis 6. März im Bahnhof
  • Wiehl
    Vom 7. März bis 8. März im Bahnhof
    Weitere Stationen in NRW folgen

Anschliessend Hamburg, Berlin (in Vorbereitung),
Anfahrt Dresden, Bautzen, Görlitz/Grenze Ende April.
Ankunft Gedenkstätte Auschwitz Anfang Mai 2008

Über die Iniative ist ja in der letzten Zeit viel geschrieben worden. Dabei hat besonders die Gebührenpolitik der Deutschen Bahn AG Kritik hervorgerufen. Der Zug der Erinnerung muss wie jeder Anbieter von Schienenreisen eine bestimmte Abgabe pro gefahrenem Kilometer an die Bahn überweisen. Rabatt gab es für die lobenswerte Aktion bislang nicht. Besonders erbost ist die Initiative über die Gebühren für die Bahnhofsaufenthalte.

Hohe Kosten für den Zug der Erinnerung

Auf ihrer Website veröffentlichte Zug der Erinnerung jetzt die Rechnungen der Bahn AG (PDF) veröffentlicht. Je nach Größe des Bahnhofs werden dem Verein bis zu 45 Euro pro Stunde Aufenthalt im Bahnhof berechnet.

Offener Brief an Tiefensee

Mittlerweile unterstützen zahlreiche Politiker, Gewerkschaftler und Bürger den Protest der Initiative. Auch das 'Bündnis Bahn für alle', das sich kritisch mit der Bahnprivatisierung beschäftigt, hat sich dem Protest angeschlossen. In dem offenen Brief an den Bundesverkehrsminister heisst es: "Tiefensee müsse als Vertreter des DB-Eigentümers den Konzernchef Hartmut Mehdorn zur Räson rufen".

Erinnerungskultur

Bereits in der Vergangenheit hatte sich die Bahn mit Thema Erinnerung schwer getan. So Bahnchef Mehdorn immer wieder betont, das die von ihm abgelehnte Ausstellung über die ermordeten Kinder nur Ausdruck einer 'shock and go' Erinnerungskultur sei, die nichts am Bahnhof verloren hätte. Damals lenkte er erst auf Intervention von Verkehrsminister Tiefensee ein.

Ausstellung zur Deportation jüdischer Kinder jetzt doch an Bahnhöfen

Tuesday, December 5th, 2006

Im Streit um eine Ausstellung über die Deportation jüdischer Kinder mit der Reichsbahn in NS-Vernichtungslager hat Bahnchef Mehdorn klein beigegeben. Die Schau werde sowohl in den Bahnhöfen als auch in deren unmittelbarer Nähe gezeigt, erklärten die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium. Ziel sei es, die Rolle der Reichsbahn im Holocaust aufzuzeigen. Die Ausstellung soll am 27. Januar 2008 in Berlin eröffnet werden.

Neben der bereits bestehenden Nürnberger Ausstellung der Bahn wolle man Beate Klarsfeld bitten, ihr Material zur Verfügung zu stellen.

Noch im Oktober sprach der Bahnchef in einem Welt-Interview von einer 'shock and go' Erinnerungskultur (Quelle: welt.de) und lehnte eine Ausstellung in Bahnhöfen vehement ab. Erst auf Druck des Verkehrsministeriums gab die Bahn ihren Widerstand auf.

Lesen Sie zu dem Thema auch ein Interview mit Beate Klarsfeld im Deutschlandfunk.

Skandal um Mehdorn und die 11.000 Kinder

Sunday, October 22nd, 2006

Ein lange schwelender Streit um eine Ausstellung zum Schicksal von 11.000 französischen Kindern, die mit der Deutschen Reichsbahn in den Tod geschickt wurden, ist eskaliert. Nach Angaben des Magazins Der Spiegel ist es wischen dem Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Hartmut Mehdorn zu einem persönlichen Eklat gekommen. Tiefensee verließ eine gemeinsame Besprechung, als sich Mehdorn trotz intensiven Drängens weigerte, die deutschen Bahnhöfe für eine Gedenkenausstellung für internationalen Opfer der NS-Deportationsverbrechen zu öffnen.

Die Ausstellung von der französischen Opferorganisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF/Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs) ist in den vergangenen Jahren in französischen Bahnhöfen gezeigt wurden. Bereits im Januar gab es zum Holocaustgedenktag in mehreren deutschen Städten Proteste gegen die Weigerung der DB AG die Ausstellung in den Bahnhöfen zu zeigen. Ursprünglich geplant war, die Ausstellung im Berliner Ministerium zu eröffnen und anschließend über eine begrenzte Zahl deutscher Bahnhöfe wandern zu lassen. Da Mehdorn seit Jahren kategorisch eine Erinnerung an die Beteiligung der Reichsbahn an der Deportation der Juden auf den Bahnhöfen der Deutschen Bahn verweigert, trat der Bahnchef in Offensive.

In einem Interview mit der Zeitung die Welt griff Mehdorn die Ausstellungsinitiatoren scharf und persönlich an:

Bei der Aufarbeitung der Vergangenheit sind wir sehr aktiv, dennoch gibt es eine Diskussion, weil Frau Klarsfeld mit dem Ziel, ihre Ausstellung auf unseren Bahnhöfen zu zeigen, bei uns angefragt hat. Wir haben ihr ein Angebot gemacht. Weil wir ein eigenes Konzept haben, sind wir offenbar dafür sofort von Frau Klarsfeld angegriffen worden. Mein Eindruck ist, dass es da weniger um eine Ausstellung über deportierte Kinder geht, sondern um den Versuch einer Skandalisierung, obwohl es nichts zu skandalisieren gibt. […] Unsere Bahnhöfe sind voll, da gibt es Drängeleien, und eine ernste Ausstellung passt da nicht hin. Die Leute steigen in Eile ein, aus, um und sehen so nebenbei diese Bilder - das wäre ein Konzept nach der Methode "Shock and go".

Dabei zeigt die Ausstellung ganz bewusst keine Tote oder schockierende Dartsellungen, sondern ausschließlich Privatfotos der Opfer (Beispiel auf hagalil.com), lachende Kindergesichter, fröhliche Jugendliche.

Mehdorn verweist zur Rechtfertigung seiner Postion auf die Initiativen der Deutschen Bahn. So habe die Bahn in den Zwangsarbeiterfonds eingezahlt und eine Denkmal in Berlin finaziert, das so genannte 'Gleis 17' im Bahnhof Grunewald, vom die Berliner Juden abtransportiert wurden. Auch werde im Nürnberger Bahn-Museum der Holocaust behandelt.

Um so skandalöser erscheint die sture Weigerung des Bahnchefs, die Ausstellung zum Schicksal von 11.000 französischen Kindern in den Bahnhöfen zuzeigen, aber vielleicht könnten sich Bahnkunden beim shoppen oder warten auf den nächsten verspäteten Zug gestört fühlen.

Umfangreiche Hintergründe zur Deportation der Kinder finden sich auf den Seiten german-foreign-policy.com. Eine Fotodokumentation zum Mahnmal Gleis-17 hat der Fotograf Thomas Eilenberg online gestellt, auch die Deutschen Bahn hat Informationen zum Denkmal verfügbar gemacht.

Technorati

Gedenken an Deportation gefordert

Tuesday, January 31st, 2006

Bis heute möchte die Deutsche Bahn AG nicht an die Beteiligung der Deutschen Reichsbahn an der Deportation der Juden in die Konzentrationslager erinnert werden. Anders in Frankreich wo eine Wanderausstellung in Bahnhöfen der 11.000 aus Frankreich verschleppten Kinder gedachte, hat die Erinnerung auf deutschen Bahnhöfen keinen Platz.

Demonstrationen in verschieden Städten, anlässlich des Holocaustgedenktages, gedachten am Wochenende der Beteiligung der Reichsbahn am Holocaust. Allein in Köln versammelten sich mehr als 200 Menschen in der Bahnhofshalle. Mit einer Skulptur aus grauen Koffern mit dem Titel “Warten auf den Zug” wurde auf das Schicksal der Deportierten aufmerksam gemacht. Überlebende, wie Tamar Dreifuss berichteten über ihre Deportation im Alter von fünf Jahren. Der von der Bahn herbeigerufene Bundesgrenzschutz und die Polizei griffen während der Veranstaltung nicht ein.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurde auf dem Bahnhofsvorplatz ein Denkmal des durch seine ‘Stolpersteine’ bekannten Künstlers Gunter Demnig errichtet. Bilder und weitere Berichte über die Demonstrationen finden sich hier: Hagalil-Online, Arbeiter Fotografie mit Bildern von der Demonstration in Köln, TAZ NRW, German-Foreign-Policy.com, Flyer der Gewerkschaft ver.di (PDF)


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