Archive for the 'fahrpreise' Category

So teuer nun auch nicht

Thursday, November 23rd, 2006

Werbung für Sofortkredite schmücken die S-Bahnen in Köln
Werbung für Sofortkredite 'schmücken' die S-Bahnen in Köln

Lieber Herr Mehdorn,
Bahnfahren wird ja im nächsten Jahr teurer, aber doch hoffentlich nicht noch so teuer, dass jetzt schon jede S-Bahnfahrt nur noch durch einen Sofortkredit zu finanzieren ist.
Oder haben Sie uns Kunden noch was verschwiegen?

Stilvolles Verarmen mit der Bahn

Wednesday, November 8th, 2006

Da hat sich die Werbeagentur der Bahn vielleicht einen kleinen Scherz mit ihrem Auftraggeber erlaubt und hat im Vorfeld der Preiserhöhung eine Lektüreempfehlung in der Bahnwerbung platziert.

Werbung

Die Dame am Vierertisch liest das Buch: Die Kunst des stilvollen Verarmens. Wie man ohne Geld reich wird, von Alexander von Schönburg.

(Via: werbewunderland.de)

Sonderangebote statt preiswerter Fahrkarten II

Monday, October 30th, 2006

Ab 1. November bietet die Bahn ein neues Sonderangebot auf der Strecke Hamburg - Berlin an. Für Preise ab 29 Euro können Reisende von der Alster an die Spree reisen. Das Angebot gilt vom 4. November bis zum 31. März 2007, auch Fahrten von und nach Wittenberge und Ludwigslust sind möglich.

Die Fahrkarte kostet auf www.bahn.de und an den DB Automaten 29 Euro. Für 34 Euro kann das Angebot in den DB Reisezentren, den DB-Agenturen oder telefonisch über den DB Reiseservice gebucht werden. Die Fahrkarten gelten für die Hin- und Rückfahrt innerhalb eines Monats für eine Person. Sie sind an einen bestimmten IC oder EC gebunden und erhältlich, so lange der Vorrat reicht. Die Vorkaufsfrist beträgt drei Tage.
Weitere Ermäßigungen wie BahnCard-Rabatt oder kostenlose Kindermitnahme sind ausgeschlossen, ebenso wie Umtausch oder Erstattung.

Kunden ohne Internet werden benachteiligt

Auch bei diesem Angebot diskriminiert die Bahn ihre Schalterkunden, Aufpreise sind hier mittlerweile an der Tagesordnung. Im nächsten Jahr verteuert sich beispielsweise eine Reservierung beim Schalterkauf auf 3,50 Euro, während die Automaten- oder Internetbestellung weiterhin bei 1,50 Euro liegt.

Sonderangebote statt preiswerter Fahrkarten

Wednesday, October 25th, 2006

Die Deutsche Bahn bleibt ihrem Konzept treu - treue Kunden werden mit steigenden Preisen gequält, neue Kunden mit Schnäppchen in die Züge gelockt.

Vom 4. November bis zum 9. Dezember bietet die Bahn ein neues Schnäppchen. Das Herbst-Spezial-Ticket kostet für Bahnfahrten innerhalb Deutschlands ab 29 Euro, nach Österreich, Tschechien, Dänemark, Luxemburg, Belgien, in die Schweiz und die Niederlande ab 39 Euro.

Insgesamt rund eine Million Fahrten, also 25.000 pro Tag, stehen zur Verfügung. Verkauft wird solange der Vorrat reicht. Für schwach ausgelastete Züge werden mehr Tickets angeboten als zu den Hauptreisezeiten, wie etwa am Freitag oder Sonntag. Das Angebot ist im Internet auf www.bahn.de und an den DB Automaten erhältlich. In den DB Reisezentren, den DB-Agenturen oder telefonisch über den DB Reise Service 11861 *) gibt es das Angebot gegen einen Aufpreis von fünf Euro.

Die Fahrkarten gelten für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse, sind an einen bestimmten Zug gebunden und können bis drei Tage vor der Reise gebucht werden. Der Verkauf beginnt am 1. November. Wichtig für Freunde der Nachtzüge: Herbst-Spezial gilt mit einem Aufpreis auch für die Sitz-, Liege- oder Schlafwagen in den Zügen von DB Nachtzug und CityNightLine. Der Aufpreis für Ruhesessel im CityNightLine beträgt in Verbindung mit dem Herbst-Spezial vier Euro.

*) 3 ct. je Sek. – ab Weiterleitung zum DB Reise Service 39 ct. je angef. Min. (inkl. USt., aus dem Festnetz der Deutschen Telekom).
(Quelle: db.de)

So rechnet die Deutsche Bahn

Mal abgesehen von den üblichen Einschränkungen, wie Zugbindung und Kontingentierung, bleiben aber noch einige Fragen offen.

Die Bahn spricht von bis zu 1 Millionen Tickets, die sie an den 36 Tagen verkaufen möchten. Teilt man 1 Millionen durch 36 so erhält man nicht 25.000 Tickets pro Tag wie die Bahn, sondern 27.777,78. Aber wahrscheinlich rechnet die Bahn andersrum. Multipliziert man 25.000 Tickets mit den 36 Tagen, erhält man 900.000 Tickets. Was deutlich weniger sind, als die von der Bahn versprochenen 'rund eine Million Fahrten'. Weiterhin wird nicht klar, ob die 900.000 Tickets im Angebotszeitraum abgerufen werden können (unwahrscheinlich), oder ob an jedem Tag des Angebots maximal 25.000 Tickets zur Verfügung stehen (wahrscheinlich).

Teure Servicenummer

Eines sollte man aber auf gar keinen Fall tun, die Fahrkarten über die in der Pressemitteilung genannten Nummer bestellen. Bei Kosten von 3 Cent pro Sekunde für die DB Reise Service 11861 Nummer kommt man auf horrende 1,80 Euro mindestens 42 Cent pro Minute (bei Weiterleitung nach 1 Sekunde). Wer schon einmal mit der Bahn zu tun hatte kann sich vorstellen, dass eine Bestellung am Telefon nicht weniger als 3 bis 4 Minuten dauert. So kommt pro Bestellung ein schöner Betrag für die Bahn zustande. Die Kosten von 5,40 Euro bis 7,20 1,20 Euro bis 1,59 Euro trägt in jedem Fall der Kunde.

Na denn: gute Fahrt.

Bewusstsein

Wednesday, October 18th, 2006

Nach einer Umfrage des Magazins Stern glauben 79% der Befragten, dass die Fahrkartenpreise wegen des Börsengangs erhöht werden. Nur eine Minderheit von 11% folgt der Argumentation der Bahn, gestiegene Energiepreise seien Schuld an den Preissteigerungen. 10% der Befragten hatten keine Meinung.

Zitate des Tages

Monday, October 16th, 2006

"Ich bin fassungslos, die Kunden zahlen jedes Jahr höhere Preise, nur damit die Bahn-Chefs ein schönes Leben haben. Es hätte in den letzten Jahren gar keine Gehaltserhöhungen geben dürfen, denn die Leistung stimmt nicht."
Michael Gehrmann, Vorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland

"Wenn es super läuft, kann man die Bezüge der Spitzenmanager erhöhen - aber es läuft nicht super. Die Züge sind nicht pünktlich, und die Preispolitik ist nicht ambitioniert. Man erhöht einfach dauernd die Tarife."
Karl-Peter Naumann, Vorsitzender Pro Bahn

Beide kommentieren die, von der Bild-Zeitung gemeldete, angebliche 400-prozentige Erhöhung der Vorstandsbezüge bei der Deutschen Bahn.

Runter mit der Mehrwertsteuer

Thursday, October 12th, 2006

Die Kritik der Politik an den Fahrpreiserhöhungen der Bahn ist aus Kundensicht doppelzüngig. Seit Jahren fordern Fahrgastverbände und Verbraucherschützer den reduzierten Mehrwertsteuersatz für den Schienenfernverkehr. Immer wieder gab es Überlegungen und Beteuerungen aus der Politik dies zu tun:

Es ist z. B. ökologisch und marktwirtschaftlich widersinnig, dass der deutsche Schienenverkehr im Fernverkehr (ab 50 km) den vollen Mehrwertsteuersatz von 16 % zahlen muss. Im europäischen Ausland zahlen die Bahnen dagegen durchweg keinerlei Mehrwertsteuer oder einen reduzierten Satz.(Quelle: Rede des ehemaligen Bundesumweltministers Jürgen Trittin 2002)

Doch weder die alte Regierung noch die Große Koaliton hat sich bislang zu diesem Entschluss durchgerungen.

Diese neunprozentige Preissenkung würde nicht nur die Geldbeutel der Bahnkunden schonen (ohne die Ertragslage der Bahn zu schwächen), sondern zugleich die Stellung der Bahn als ökologisches Transportmittel gegenüber Auto und Flugzeug (Flugbenzin nicht besteuert) stärken.

Wut über Preiserhöhung wächst

Thursday, October 12th, 2006

Die Wut über die fast sechsprozentige Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn wächst. Nach den Verbraucher- und Fahrgastverbänden (Bahn macht sich fürden Börsengang hübsch) kritisieren jetzt auch Politiker die Bahn hart. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) sagte: "Wir können die Preiserhöhung nicht akzeptieren und werden alle Möglichkeiten nutzen, das zu verhindern."

Fördermittel nicht vollständig abgerufen

Hinzu kommen Vorwürfe, dass die Bahn Investionsmittel des Bundes nicht abgerufen habe. Von 776 Millionen Euro aus den Maut-Einnahmen habe die Bahn bislang nur etwa zehn Prozent abgerufen berichtete die Bild-Zeitung. Diesen Aussagen widersprach die Bahn:

Erfahrungsgemäß ruft die Bahn in der zweiten Hälfte des Jahres – insbesondere in den beiden letzten Monaten – überproportional viele Bundesmittel ab. Dies liegt daran, dass in diesen Monaten am meisten gebaut wird und die Firmen ihre Rechnungen oftmals erst sehr spät im Jahr einreichen. Daher seien Mutmaßungen zum jetzigen Zeitpunkt über den Abruf von Bundeshaushaltsmitteln abwegig. (Quelle: db.de)

Bahnfahren wird deutlich teurer

Tuesday, October 10th, 2006

Schlechte Nachrichten für alle Kunden der Deutschen Bahn. Zum Jahreswechsel erhöht der Konzern abermals die Preise für die Fahrkarten. Insgesamt sollen die Preise um 5,6 Prozent steigen, darin enthalten ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Ebenfalls teurer werden die Bahncard, hier soll die Mehrwertsteuererhöhung voll an die Kunden weitergegeben werden. Auch die Preise für die Platzreservierung steigen am Schalter auf 3,50 Euro, nur bei Onlinereservierung oder Fahrkartenkauf am Automaten bleiben sie unverändert bei 1,50 Euro. Ebenfalls teurer wird der Sprinterzuschlag, der von 15 auf 16 Euro für die 1, Klasse und von 10 auf 11 Euro in der 2. Klasse steigt. Bereits im Dezember 2005 hatte die Bahn die Preise erhöht.

Kein Börsengang wäre die beste Lösung

Friday, September 15th, 2006

Schaut man sich die Diskussion um den geplanten Börsengang der Bahn an, rechnet man alle öffentlichen Zuschüsse zusammen, blickt man auf die Investitionspolitik der Bahn ist für den Bahnkunden die Entscheidung klar: Die Bahn muss im Besitz der öffentlichen Hand bleiben.

Keines der verbliebenen beiden Modelle zum Börsengang berücksichtigt auch nur in Ansätzen angemessen die Interessen der Kunden. Eine börsennotierte Bahn würde sich schnell von vermeintlich unrentablen Strecken trennen, der Staat wäre weiterhin mit hohen Zuschüssen an den Investitionen des nun privaten Konzern beteiligt, hätte aber kaum noch Einfluss auf den Konzern.

Egal, ob mit Netz oder ohne Netz: steigende Preise und schlechterer Service wären die direkte Folge. Auch die Gewerkschaft irrt, wenn sie Seite an Seite mit dem "großen" Vorsitzenden Mehdorn um den kompletten Börsengang mit Netz kämpft. Spätestens mit Ablauf des Beschäftigungspaktes 2010 steht eine privatisierte Bahn vor einer großen Entlassungswelle.

Schon heute kommt es, trotz des noch möglichen staatlichen Einflusses, zu eklatanten Fehlentscheidungen der Bahn. Sie setzt einseitig auf den Ausbau des Fernverkehrs, dabei fahren über 90 Prozent der Kunden, Strecken von weniger als 50 Kilometer Länge. Großprojekte, über deren Notwendigkeit man gerne streiten kann, stehen im Vordergrund. Der Bahnverkehr in der Fläche wird weiter ausgedünnt, sinkende stattliche Zuschüsse für den Nahverkehr lassen weitere Preissteigerungen und eine Verschlechterung des Angebots befürchten. Aber auch im Fernverkehr kommt es abseits der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken zunehmend zu Verspätungen durch immer neue Baustellen und Langsamfahrstellen, die Pünktlichkeitsquote des Fernverkehrs ist 2006 wieder gesunken.

Was wäre die Alternative zu einer Privatisierung. Vielleicht ein Modell nach dem Vorbild der Schweizer Bahn, deren Bahnverkehr von Mehdorn herabwürdigend als "eine Art bessere S-Bahn" verunglimpft wurde, die es aber ohne Tarifdschungel, mit einem breiten, gut getakteten Angebot in der Fläche schafft, relativ gesehen fast doppelt soviel Personen auf die Schienen zu bringen, wie die Deutsche Bahn.

Was die Bahnkunden brauchen ist mehr Einflußmöglichkeit auf die Gestaltung der Bahnpolitik und dies wird nicht gegeben sein, wenn der Konzern erst einmal privatisiert ist. Bahnkunden brauchen eine Bürgerbahn und keine profitoriente, privatisierte Nobelbahn, die zu üppigen Preisen nur noch zwischen Großstädten angemessenen Service bietet. Mit dem Börsengang der Bahn bleiben weiterhin hohe staatliche Zuschüsse für den Unterhalt des Netzes verbunden, nur dass der Staat dann keinen Einfluss mehr auf die Verwendung der Gelder hat. So werden Verluste vergesellschaftet und Gewinne privatisiert.

Das Bündnis "Bahn für alle", das von Attac, dem BUND, den Naturfreunden und anderen Initiativen getragen wird, will den geplanten Börsengang verhindern:

Im Herbst 2006 wird der Bundestag über den sogenannten Börsengang der Deutschen Bahn entscheiden. Über 100 Milliarden Euro ist sie wert, für nicht einmal 15 Milliarden Euro soll sie an Großinvestoren verscherbelt werden. Und die erwarten eine saftige Rendite. Die Folgen sehen wir in England: zahllose Streckenstilllegungen, explodierende Preise, Massenentlassungen und Fahrplanchaos. "Fit für die Börse"!?

Mobilität ist ein Grundbedürfnis und darf nicht von Renditejägern ausgeschlachtet werden. Denn es geht auch anders: Die Schweiz bietet das beste Beispiel für eine gut funktionierende und bürgernahe Bahn in öffentlicher Hand.

Es ist noch nichts entschieden. Unterstützen Sie die Kampagne "Bahn für Alle": Informieren Sie sich unter "Worum geht es?", beteiligen Sie sich ganz einfach unter "Mitmachen!" - für eine Bahn, die "fit für die Menschen" ist! (Quelle: bahn-fuer-alle.de)

Schreiben Sie Ihren Abgeordneten eine E-Mail und klären Sie sie über Ihre Wünsche und Bedürfnisse auf, schreiben Sie ihnen, was Sie von einer Privatisierung halten. Noch ist ein wenig Zeit, Einfluss zu nehmen.


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany