Regierung kneift vor Bahn
Saturday, November 18th, 2006
Gerne mal zu spät - dann aber nicht zahlen wollen
Die Bundesregierung hat ihren Entwurf für eine kundenfreundliche Entschädigungsregelung zurückgezogen. Dort waren wesentliche höhere Entschädigungen für Verspätungen der Bahn vorgesehen. Schon bei 30 Minuten Verspätungsollte es eine Bar-Erstattung von 30 Prozent des Fahrpreises, 60 Prozent bei 60 Minuten und 90 Prozent bei 90 Minuten Verspätung im gesamten Bahnverkehr geben. Eine solche Regelung hätte die Bahn nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters laus Gutachten jährlich über 270 Millionen Euro gekostet.
Nun möchte sich die Bundesregierung hinter der EU verstecken. Bundesjustitzministerin Zypries kündigte gestern in Berlin an, dass es keine nationale Regelung geben werde. "Wir sind der Auffassung, dass man die Verhandlungen auf europäischer Ebene abwarten sollte und die europäisch gefundene Regelung vernünftigerweise dann auf Deutschland übertragt", so die SPD-Politikerin.
Mal abwarten was dabei herauskommt und vor allem wann die EU eine entsprechende Regelung umsetzt. Dass sie vermutlich deutlich schlechter ausfallen wird befürchten nicht nur Verbraucherschützer.
Update
Die EU-Regelungen sehen 25% Entschädigung bei einer Verspätung von mehr als einer Stunde vor und 50 % bei Verspätungen ab 120 Minuten.
