Archive for December, 2007

Stillstand im neuen Jahr - bei der Bahn drohen ab 7. Januar unbefristete Streiks

Thursday, December 20th, 2007

Pünktlich zum Ferienende am 7. Januar hat die Lokführergewerkschaft GDL zu unbefristeten Streiks aufgerufen. Nach dem gestrigen Scheitern der Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn AG erklärte die GDL, dass sie ab Januar im Personen- und Güterverkehr streiken will. Ein Ende der Streiks werde es erst dann geben, wenn der Bahnvorstand ein "ein tragfähiges Angebot" vorlege. "Wir sind seit neuen Monaten noch kein Jota weiter gekommen," so GDL-Chef Manfred Schell. Eine schnelle Lösung sei nicht in Sicht. Einzig positives Signal für die Reisenden, die Weihnachtsfeiertage und Sylvester bleiben streikfrei.

Kein eigenständiger Tarifvertrag in Sicht

Streitpunkt ist immer noch der eigenständige Tarifvertrag, den die Lokführer als unabdingbare Voraussetzung einer jeden Einigung ansehen. Da sich Bahn von ihrer ursprünglichen Zusage wieder verabschiedet habe, hätten die Lokführer die Tarifverhandlungen am Mittwoch abgebrochen. Auch das Gehaltsangebot der Bahn, das zuletz bei rund sechs Prozent gelegen hat ging den Lokführern nicht weit genug. Die GDL fordert mindesten zweistellige Lohnerhöhungen.

Mehdorn gegen Berlin - Bahnchef setzt Land unter Druck

Friday, December 14th, 2007

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Streitobjekt Bahnzentrale am Potsdamer Platz, geht es nach Willen von Hartmut Mehdorn könnte sie bald nicht mehr in Berlin sein

Auf einer Veranstaltung der Berliner Industrie- und Handelskammer drohte Bahnchef Hartmut Mehdorn dem Land Berlin mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Presseberichten zu Folge schloss Mehdorn eine Schließung der Bahnzentrale am Potsdamer Platz nicht aus.

"(Der Senat) kämpft aktiv gegen die Bahn." Dabei würden "alle Mittel" eingesetzt, um das wichtige Projekt eines Börsengangs zu verhindern. Dies könne am Ende "dazu führen, dass auch die Bahn als letzter großer Arbeitgeber hier so nicht mehr existieren wird, wie er das heute tut." Die Zentrale in Berlin gebe es nur, wenn der Konzernverbund erhalten und nicht aufgeteilt werde. (Quelle: welt.de)

Kaffeefahrt für 29 Euro - Tchibo verkauft wieder Billigtickets

Wednesday, December 12th, 2007

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Das Tchibo-Ticket, für 29 Euro auf Kaffeefahrt (Foto: DB AG/Reiche)

Wie bereits im letzten Jahr verkauft der Kaffee-Röster auch dieses Jahr wieder 500.000 Billigtickets. Die im nur im Doppelpack zu 58 Euro erhältlichen Tickets berechtigen zu einer beliebig langen Bahnreise quer durch Deutschland. Benutzt werden dürfen dabei alle normalen Zugkategorien, wie IC, EC und ICE. Das Ticket ist außer Freitags an allen Tagen der Woche gültig. Einfach den Namen und das Datum eingetragen und schon kann es losgehen. Die Fahrkarten gelten nur vom 1.1. bis 31.3.2008. Kinder bzw. Enkelkinder bis einschließlich 17 Jahre reisen in Begleitung eines Eltern- oder Großelternteils kostenlos, wenn die Anzahl der Kinder auf der Fahrkarte eingetragen ist.

In Filialen und im Internet erhältlich

Die Tickets werden ab Freitag in den Filialen von Tchibo verkauft, alternativ können sie auch auf der Website tchibo.de erworben werden. Die Abgabe erfolgt solange der Vorrat reicht, spätestens am 20. Dezember ist aber Schluss. Pro Person werden maximal fünf Fahrscheinhefte (= zehn Fahrten) verkauft.

Bahncard-Inhaber müssen rechnen

Auch für Inhaber einer Bahncard kann sich das Tchibo-Angebot rechnen. So kostet eine Fahrt mit ICE von Frankfurt nach München in der 2. Klasse mit einer Bahncard 50 42,50 Euro, für kürzere Strecken lohnt es eher nicht, so kostet die Strecke von Hamburg nach Berlin im ICE 32,50 Euro und im IC 26 Euro.

Verschlechtertes Angebot

Gegenüber dem Tchibo-Ticket des vergangenen Jahrs hat sich das Angebot zudem etwas verschlechtert. Gab es beim letzten Mal noch ein Gutschein für Kaffee und andere Getränke, wird diesmal nur ein fünf Euro Rabatt auf den Kauf einer Bahncard gewährt. Auch fehlt die Option eines 1. Klasse Upgrades, das damals für 20 Euro angeboten wurde.

Neuer Fahrplan - teure Reise

Sunday, December 9th, 2007

Mit dem Fahrplanwechsel am heutigen Sonntag wird das Reisen mit der Deutschen Bahn bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr teurer. In der zweiten Klasse müssen Kunden im Nah- und Fernverkehr rund 2,9 Prozent mehr für die Fahrkarten zahlen. Hatte bei der ersten Preisrunde im Januar die gestiegene Mehrwertsteuer als Begründung herhalten müssen, führt die Bahn diesmal die gestiegenen Energie- und Personalkosten an.

Erste Klasse verteuert sich nochmals deutlich um 4,3 Prozent

Aber auch die Preise der 1. Klasse steigen deutlich. Der Faktor für die 1. Klasse erhöht sich nach Angaben der Bahn auf 1,6 erhöht. Bislang beträgt er 1,57. Da sich die 1. Klasse Preise auf die der 2. Klasse beziehen, steigen sie insgesamt um 4,3 Prozent.

Reservierungskosten steigen um 100 Prozent

Auch die Preise für Reservierungen steigen, in der zweiten Klasse um 33 Prozent auf zwei Euro, bei Buchung im Internet sowie an DB-Automaten. Vier Euro kostet eine Reservierung in der zweiten Klasse zukünftig am Schalter. In der 1. Klasse wird der Preis um 100 Prozent auf drei Euro im Internet und an DB-Automaten steigen, am Schalter werden zwei Euro mehr fällig, eine Reservierung kostet in der 1. Klasse hier ab Dezember fünf Euro.

Bahncardpreise steigen erneut

Ebenfalls teuer werden die Bahncards mit 50 Prozent Ermäßigung. Ihre Preise steigen um 3,8 Prozent. So kostet eine Bahncard 50% 2. Klasse ab sofort 220 Euro eine Bahncard 505 1. Klasse 440 Euro. Die Netzkarte (Mobility BahnCard 100) verteuern sich ebenfalls auf 3.500 Euro in der 2. und auf 5.900 Euro in der 1. Klasse. Die Preise für die Bahncard 25% stiegen auf 55 bzw. 110 Euro.

Umweltverbände kritisieren Fahrpreiserhöhung

"Es ist allzu verständlich, wenn sich die Bahnkunden über die Preispolitik der Bahn aufregen", erklärt dazu VCD-Bundesvorsitzender Michael Gehrmann. "Auf der einen Seite brüstet sich der Konzern mit immer neuen Rekordeinnahmen und hält stur an dem Ziel der Börsentauglichkeit fest - ungeachtet aller politischen Probleme damit. Auf der anderen Seite zieht die Bahn die Preisschraube immer weiter an. Die Kunden fühlen sich dadurch zurecht als Zahlmeister für ein zum Scheitern verurteiltes Projekt." (Quelle:vcd-blog.de)

Gemeine Diebe?

Wednesday, December 5th, 2007

Durchsage im IC nach Hamburg:

"Zur Zeit haben wir im Restaurant keine Sitze mehr, sobald wieder Sitze vorhanden sind werden wir sie informieren."

Hoffentlich wurden die Stuhl-Diebe erwischt …

Keine Streiks bis Januar - Bahn und Lokführer kommen sich näher

Tuesday, December 4th, 2007

Zwei Tage wurde intensiv verhandelt, heute stellten die Tarifparteien erste Ergebnisse vor. Mit einer gemeinsamen Presseerklärung verdeutlichten die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn AG ihre Annäherung. Die Lokführer sollen einen eigenen Tarifvertrag erhalten, der sich in das Tarifgefüge der Bahn einpassen soll, zudem soll es eine Abschlagzahlung in Höhe von 800 Euro für alle Lokführer geben. Für die Kunden heisst die frohe Botschaft zudem, keine Streiks bis Januar.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Deutsche Bahn AG beschließen die Schaffung eines eigenständigen Tarifvertrags für Lokomotivführer auf Basis des Moderationsergebnisses vom 27. August 2007.
Sie werden unverzüglich Tarifverhandlungen über Zeit und Geld beginnen und im Januar 2008 zum Abschluss bringen.
In den nächsten zehn Tagen wird über die Zuordnung der Tarifthemen zu Manteltarifbestimmungen (80-Prozent-Block) gesprochen. Auf dieser Grundlage wird die Überarbeitung dieser Regelungen erfolgen, die bis zum 15. Dezember 2008 abgeschlossen sein soll.
Darüber hinaus erfolgt nach Möglichkeit noch im Dezember 2007 eine Abschlagszahlung in Höhe von 800 Euro auf den ab 1. Juli dieses Jahres beginnenden, noch abzuschließenden Tarifvertrag. (Quelle: gdl.de, db.de)

Ob die GDL nun ihren so lange und hart geforderten 'eigenständigen' Tarifvertrag erkämpft hat bleibt unklar. Denn Basis der vorläufigen Einigung ist ein neues Tarifsystem bei der Bahn, dass bereits mit Vertretern der beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA ausgehandelt wurde. Danach soll es in Zukunft sechs eigene Tarifverträge für die einzelnen Tarifgruppen bei der Bahn geben. Eine davon wird die Lokführer umfassen, für die die GDL in Zukunft verhandeln darf. Erst bis Mitte Dezember soll festgelegt werden, wie sich diese Einzelverträge zu einem Gesamttartifvertrag der Bahn verhalten. Auch ist noch unklar, wie die genaue Kompetenzverteilung zwischen den einzelnen Bahngewerkschaften aussehen wird.


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
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