Archive for November, 2007

Regierung diskutiert neue Privatisierungsmodelle

Sunday, November 11th, 2007

Am Montag diskutiert der Koalitionsausschuss neue Vorschläge zur Bahnprivatisierung. Eine Entscheidung soll im Dezember fallen. Uberlegt wird die Umgestaltung des Bahnkonzerns zu einer Finanzholding, die organisatorisch in ein Infrastruktur-Unternehmen mit Gleisnetz, Bahnhöfen und Servicebereich und ein Transport-Unternehmen mit der Logistiksparte aufgeteilt werden soll.Das Transport-Unternehmen könnte danach ganz oder teilweise an Finanzinvestoren verkauft werden und so der Bahn neues Kapital für eine weitere Expansion zu beschaffen.

Nach dem Beschluss des SPD-Parteitages die Bahn nur mit Hilfe von sogenannten Volksaktien an die Börse zu bringen war die Bahnprivatisierung kurzfristig ins Stocken geraten, da die CDU eine solche Lösung unter keinen Umständen mittragen wollte.

Transnet warnt vor Zerschlagung des Konzerns

Gegen den neuen Vorschlag regt sich mittlerweile heftiger Widerstand der größten Bahngewerkschaft Transnet. Die Arbeinehmervertretung hatte in der Frage der Privatisierung immer die Position von Bahnchef Mehdorn unterstützt, der einen integrierten Konzern an die Börse bringen wollte. Für den Fall einer Spaltung des Konzern hat Transnet schon Streiks angekündigt.

Streik zeigt erste Wirkung

Friday, November 9th, 2007

Bislang zeigten die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL kaum Wirkungen, die Deutsche Bahn AG blieb hart und kam den Forderungen der Lokführer nach einem eigenständigen Tarifvertrag nicht nach. Was nicht zuletzt auch daran lag, dass sich der wirtschaftliche Schaden für die Bahn bei den Streiks im Nahverkehr in engen Grenzen hielt.

Eigene Tochtergesellschaft für die Lokführer?

Beim Arbeitskampf im Güterverkehr etwas anders aus, hier geht es um richtig viel Geld, zudem hat der Streik bei längerer Dauer auch deutliche Folgen für die deutsche Industrie. Die Seehäfen Hamburg, Bremen und Rostock könnten in Probleme geraten, auch die Industriezweige, die auf eine zeitnahe Lieferung ihres Materials angewiesen sind könnten lahm gelegt werden. Deshalb scheint sich die Bahn auch zu bewegen. Nach Presseberichten denkt sie über eine Ausgliederung der Lokführer in eine eigene Tochtergesellschaft. Dort könnten sie dann auch einen eigenständigen Tarifvertrag erhalten.

GDL streikt weiter - diesmal im Güterverkehr

Wednesday, November 7th, 2007

Die Streiks bei der Bahn gehen weiter. Wie die Gewerkschaft der Lokführer/GDL heute mitteilte soll ab morgen der Güterverkehr bestreikt werden. Von morgen Mittag 12:00 Uhr bis Samstag früh um 6:00 Uhr soll für 42 Stunden der Gütertransport bestreikt werden. Sollte die Bahn innerhalb dieser Zeit kein weiteres Angebot vorlegen will die GDL die Streiks ausweiten. Dann soll nach Angaben der Gewerkschaft auch wieder im Personenverkehr gestreikt werden.

Das Landesarbeitsgericht Chemnitz hatt in seiner Entscheidung in der vbergangegen Woche die Einstweiligen Verfügungen der Bahn, die Streiks im Fern- und Güterverkehr untersagt hatten aufgehoben und so eine Ausweitung des Arbeitskampfs möglich gemacht.

Die GDL fordert weiterhin einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer, der vor allem eine gerechtere Bezahlung und eine bessere Regelung der Arbeitszeit enthalten soll. Zur Zeit verdient ein Lokführer 1970 Euro brutto, nach vier Jahren erhält er 2142 Euro, weitere Steigerungen sind danach nicht mehr vorgesehen. Hinzu kommen monatliche Zuschläge, deren Höhe die Gewerkschaft mit durchschnittlich 300 Euro monatlich angibt, die die Bahn aber auf bis zu 600 Euro beziffert.

Desinformationskampagne der Bahn

Wednesday, November 7th, 2007

Bereits zum zweiten Mal sperrt die Bahn ihre minutengenaue Fahrplanauskunft für den gemeinen Bahnkunden. Mit einem Datenbankupdate am 31.10.2007 wurde der Zugriff auf die Daten mit einem Passwortschutz versehen. War es in der alten Version (HAFAS 5.22.DB.R4.70.h [5.22.DB.R4.70.q_e/disabled]) noch möglich sich die Verspätungstafeln für die einzelnen Bahnhöfe anzusehen und neben einer minutengenauen Fahrplananzeige auch die Verspätungsgründe zu erkennen, gibt es jetzt nur einen eingeschränkten Zugang zum System.

Keine detaillierten Informationen für die Kunden

Verspätungen werden in der Standardversion (aktueller Datenbankstand HAFAS 5.22.DB.R4.72.j [5.22.DB.R4.72.r/disabled]) nur in fünf-Minuten-Schritten angezeigt, eine Angabe der Verspätungsgründe fehlt komplett.

Desinformation der Kunden

Unklar bleibt, warum die Bahn ihren Kunden ein so gutes Informationssystem, wie die minutengenaue Fahrplanauskunft vorenthält und den Reisenden nur eine eingeschränkte Version anbietet. Gerade für Vielfahrer und Pendler bot das System bislang eine hervorragende Möglichkeit, die Wartezeiten am Bahnhof so gering wie möglich zu halten. Zwar wurde die Amateurvariante etwas verbessert, so sind jetzt auch Abfragen über einzelne Züge möglich, aber ein Ersatz für das Profisystem ist die Kundenversion nicht.

Reisenden Informations System

2003 stellte die Bahn ihr Reisenden Informations System (RIS) vor. Fahrgäste und Mitarbeiter der DB AG konnten zunächst an großen Bahnhöfen, später auch im Internet sich online über die Verkehrslage informieren. Für Fahrgäste der Bahn wurden die Verspätungen allerdings auf 5 Minuten abgerundet. Züge mit ein bis vier Minuten Verspätung wurden als "pünktlich" angezeigt, fünf bis neun Minuten als "5 Minuten" Verspätung. Nur bei großen Störungen, wie Streckensperrungen oder Unwettern wurden auch die Verspätungsgründe genannt.
Minutengenauer Service

Profivariante seit 2006 zugänglich

Seit April 2006 konnten Fahrgäste auch auf die Profivariante des RIS zugreifen. Darin wurden Verspätungen minutengenau aufgeführt, zudem wurden die jeweiligen Gründe genannt, z.B. Störung am Triebfahrzeug, Oberleitungsschaden, Verzögerungen im Betriebsablauf, verspätete Übergabe aus dem Ausland, Personen im Gleis, polizeiliche Ermittlungen und anderes. Aber auch andere interessante Informationen, wie die abweichende Wagenreihung, ausgefallene Platzreservierungen oder fehlende Waggons wurden angezeigt. Daneben konnte man sich auch Verspätungen einzelner Züge anzeigen lassen und so feststellen wie es zu bestimmten Verspätungen gekommen ist und wo ein bestimmter Zug aktuell unterwegs war.


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
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