Archive for October, 2007

Bahn erhält BigBrotherAward 2007

Wednesday, October 17th, 2007

Letze Woche Freitag wurden in Bielefeld vom FoeBuD die Big Brother Awards 2007 vergeben. Mit freundlicher Genehmigung von Laudator padeluun zitiert das Bahnblog die Laudatio zum Gewinn des BigBrotherAward 2007 in der Kategorie "Wirtschaft", der in diesem Jahr an die Deutsche Bahn AG ging, die anonymes Bahnfahren faktisch unmöglich macht.

BigBrotherAward 2007 in der Kategorie "Wirtschaft"

Laudator: padeluun

Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Wirtschaft“ geht an die

Deutsche Bahn AG, vertreten durch den
Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn

da sie systematisch anonymes Reisen faktisch unmöglich macht.

„Brötchen gibt’s am Automaten“. Das ist ein Satz, den ich von meiner Bäckereifachverkäuferin bisher noch nicht gehört habe. Sie hat auch nicht ergänzt, dass ich für 5 Euro Aufpreis die Brötchen doch auch bei ihr am Tresen kaufen könnte. Ich müsse mich im Gegenzug allerdings an die 5 Meter Lange Schlange ganz rechts anstellen. Und sie hat auch nicht gesagt, dass ich die Brötchen im Internet bestellen könnte und diese mir dann in zwei Tagen ins Haus geschickt würden – dabei würden aber meine Adresse, Geschmacksvorlieben und Kreditkartennummer zentral gespeichert.

Wenn ich mit der Deutschen Bahn reisen möchte, dann sind solche Aussagen bittere Realität.

Aber dies hier ist kein Verbraucherschutz-Negativpreis, es geht nicht um das alltägliche Genervtsein im Umgang mit einem servicefremd agierenden Großkonzern, sondern es geht um die Datenkrake Deutsche Bahn AG. Ich möchte Sie mitnehmen zu meinen Gedanken um das systemtische Aushebeln des anonymen Reisens. Steigen Sie ein und lassen Sie die folgenden Ausführungen an sich vorüberziehen.

Die Deutsche Bahn AG will anscheinend alles wissen und stellt planvoll und effektiv ihre Weichen.

Erste Station: Die Deutsche Bahn AG schiebt die Reisebüros aufs Abstellgleis. Die Provisionen wurden so gekürzt, dass Reisebüros es sich nicht mehr leisten konnten, Fahrkarten ohne Aufpreis auszustellen. Für die Reisebüros bedeutet das: Endstation – bitte aussteigen. Ab sofort hat die Deutsche Bahn AG die volle Kontrolle über die verkauften Tickets. Wir reisen weiter zur zweiten Station.

Die Fahrkartenschalter im Bahnhof. Die Kapazitäten von Personal an Fahrkartenschaltern werden so knapp gehalten, dass man schon ordentlich viel Zeit mitbringen muß, um sich eine Fahrkarte zu kaufen. Bis zu 5 Euro teurer ist der Kauf am Schalter, 2 Euro teurer jede Platzreservierung. Wer also weder zuviel Geld noch zuviel Zeit hat, kauft seine Fahrkarte anders. Hier teilt sich die Strecke:

Sie können zum Beispiel übers Internet reisen. Sie ahnen, was das bedeutet: Sie sind namentlich und mit voller Adresse und Ihrer Kontonummer dem ‚Unternehmen Zukunft’ bekannt.

Also doch lieber die Umwegstrecke über den Fahrkartenautomaten nehmen? Kaum ein Automat nimmt Bargeld. Da müssen Sie dann schon Ihre EC-Karte einstecken. Haben Sie eine Bahncard, um Fahrkarten zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu erstehen? Damit Sie den Rabatt bekommen, verlangt der Automat – unnötigerweise, da der Rabattanspruch sowieso erst bei der Fahrkartenkontrolle im Zug geprüft wird dass Sie die Bahncard ins Gerät stecken: Privatsphäre Adé. Nur sehr gewiefte Menschen entdecken, dass man beim „Bahncard-gefordert-Fenster“ im Automaten einfach auf Abbrechen klicken kann, und trotzdem eine Karte bekommt.

Wo wir schon mal einen Umweg machen, nehmen wir uns Zeit, uns die Bahncard mal genauer anzugucken! Haben Sie beim Bahncard-Antrag Ihr Geburtsdatum angegeben? Warum? Es gibt keinen Grund, dass die Bahn Ihr Geburtsdatum erfährt. Das Geburtsdatum ist nur für Datenkrakereien brauchbar und darf laut Bundesdatenschutzgesetz gar nicht als Pflichtfeld abgefragt werden. Schon vor ein paar Jahren schrieb uns der Berliner Datenschutzbeauftragte, dass er die Abfrage des Geburtsdatums bei der Deutschen Bahn AG moniert habe. Geändert hat sich allerdings nichts.

Ein Jugendlicher, der sich seine Bahncard im Reisebüro bestellte, zeigte seinen Ausweis vor, und bestand darauf, dass lediglich der Vermerk gespeichert wird, dass er berechtigt sei, eine vergünstigte Bahncard für Jugendliche zu beziehen – ohne Speicherung des Geburtsdatums. Die – übrigens im Voraus bezahlte – Bahncard wurde ihm nie zugeschickt. Diskussionen am Telefon mit den Tentakeln der Datenkrake führten zu nichts. Das Reisebüro, das den Vorgang angenommen hatte, existiert nicht mehr. Das Geld ist futsch.

Mit dem Foto auf Bahncards wollte sich der Mitarbeiter des zuständigen Berliner Datenschutzbeauftragten schon eher anfreunden. Mich selber beschleicht ein eher ungutes Gefühl, wenn das Staatsunternehmen in Auflösung, das in Deutschland eine nahezu flächendeckende Videoüberwachung unterhält, die wohl zentral in Berlin zusammengeschaltet werden kann, mein Bild als Datei bekommt und auch noch jahrelang abspeichert. Zumal mein Bild als Merkmal auf der Bahncard auch gar nicht notwendig ist: Meine Identität und Berechtigung, eine Bahncard zu besitzen und zu nutzen, kann ich jederzeit durch einen Lichtbildausweis belegen.

Deshalb trägt meine Bahncard weder ein Bild noch ein Geburtsdatum. Mein Alter (Vorsicht meine Damen, das ist auf der Bahncard aufgedruckt) ist mit 95 Jahren angegeben.

An anderer Stelle wurde das zur ungewollten Notbremse: In Berlin wollte ich mir eines der hübschen, per Handy freischaltbaren Fahrräder der Deutschen Bahn mieten. Nachdem ich länger mit der freundlichen Servicemitarbeiterin telefonierte, meinen Namen und meine Adresse angab, kam das Aus: Als Einstiegspasswort sollte ich mein Geburtsdatum angeben. Das müsse sein, belehrte mich die die Dame am Telefon. Ich seufzte und ging zu Fuß.

Richtig anonym und komfortabel geht’s wohl nur mit der Bahncard 100. Freie Fahrt für reiche Bürger, auch auf der Datensammelbahn – sollte man meinen. Einmal 3.400 Euro bezahlen, einsteigen und einfach fahren, ohne Fahrkartenkauf, ohne Internetgeklicke, ohne fummelige Zettelwirtschaft. Aber auch hier lauert die Datenkrake in ihrem perfiden Versteck: In der Karte ist heimlich ein RFID-Schnüffelchip integriert. Der Chip kann, vom Benutzer unbemerkt, per Funk ausgelesen werden. Zur Erinnerung: Der Metrokonzern mußte seine heimlich mit Schnüffelchips verwanzten Payback-Karten im Jahr 2004 umtauschen; die gesamte RFID-Industrie wurde in Mißkredit gezogen. Der zuständige Vorstandsvorsitzende der Metro mußte seine Vorstandstätigkeit zwischenzeitlich aufgeben.

Wir haben den Chip in der Bahncard 100 bereits im Jahr 2005 in einem kleinen Artikel auf der Website des FoeBuD e.V. beschrieben. Drei Tage nach Veröffentlichung rief der betriebliche Datenschutzbeauftragte an und fragte an, ob die Bahn jetzt den BigBrotherAward bekommen würde. „Bis repetita non placent“ beschieden wir als gebildete Asterix-Leser ihm. „Wiederholungen gefallen nicht“. RFID-Karten hatten ja schon soooo einen Bart. Er atmete hörbar auf. Er versprach, dass die Bahn zukünftig deutlich auf den Chip hinweisen wird.

Einem Kunden gegenüber, der eine Bahncard 100 ohne Chip wollte, gab er nach unserem Telefonat die Auskunft, dass der Chip nicht aktiviert sei. Dennoch meldet sich der Chip an jedem Lesegerät, das nach dem gleichen Standard arbeitet. Wären die Lesegeräte bereits so flächendeckend verbreitet, wie sich das die Industrie noch 2003 vorgestellt hatte, wäre die Bahncard 100 letztendlich eine Art Wanze, die durch ihre eindeutige Nummer den Standort der Kartenbesitzerin mitteilt. Solche Daten gehören nicht freigelassen! Zumindest haben die Benutzer ein Recht darauf, zu wissen, was sie mit sich herum tragen. Ich habe extra noch einmal alle Newsletter der Deutschen Bahn AG seitdem durchgesehen. Bis heute kein Wort. Gar nichts.

Und dann gibt es noch Mitfahrer auf unserer Rundreise, die sammeln Punkte. Bahn-Comfort-Punkte. Gut, mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass Punktesammeln und Privatsphäre nicht so wirklich richtig gut miteinander harmonieren. Aber angeblich hat dennoch immerhin die Hälfte der Bahncard-Besitzerinnen und –Besitzer das Punktesammeln freigeschaltet. Auf der Website verbürgt sich die Deutsche Bahn AG in der Datenschutzerklärung dafür, dass die Daten nicht den DB-Konzern verlassen, garantiert nicht an Dritte weitergehen. Das steht im Widerspruch zu einem Eintrag in Wikipedia, der anderes behauptet. Ich mache mich auf die Suche.

Auf der Homepage der Firma Loyalty-Partner werde ich fündig. Diese Firma hat ein Konsortium um sich gesammelt, das die Bahn-Bonuspunkte verwaltet. Die Bahncards werden von der Bamberger GHP Holding hergestellt. Die GHP bearbeitet übrigens auch die Happy Digits-Vorgänge. Und die Firma Loyalty-Partner, bei denen ich das gelesen habe, ist Betreiberin des Payback-Systems, Gewinner des BigBrotherAwards im Jahr 2000. Payback, Happy Digits und Bahn-Comfort-Punkte, alles unter dem Dach eines Konsortiums. Was für eine Gemengelage – kein Wunder, dass die Deutsche Bahn AG das nicht einfach zugibt. Und der Zug rollt immer weiter.

Der Datenkrake hat viele Tentakel. Da mag überempfindlich, aber verständlich sein, dass sich Leute unwohl fühlen, wenn die Kamera des mobilen Kontrollgerätes, mit dem die Schaffner die Strichcodes der Online-Tickets prüfen, genau auf Ihr Gesicht gerichtet ist.

Wo geht die Reise hin? Ab Anfang November 2007 geht ein neues Abrechnungssystem in den Pilotversuch. Die Testpersonen bekommen spezielle neue Handys. In diesen Geräten werden alle Mobilfunk-Funkzellen auf dem Fahrweg gespeichert. Zu Beginn und Ende einer Fahrt funken diese Handys ihre Daten an die Bahn AG. Bessere Bewegungsprofile kann es kaum noch geben

So werden mehr und immer mehr Daten angehäuft; die Sensibilität für Datensparsamkeit muß immer wieder erst von Datenschutzbeauftragten angemahnt werden, bevor die Tentakel eingezogen werden. Bei Zugverspätungsgutscheinen und Fahrkartenrückerstattungen mußte erst ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden, bevor die Bahn davon absah, bei Erstattungen persönliche Daten in Hülle und Fülle abzufragen.

An vielen Stellen hat die Deutsche Bahn AG anscheinend recht ausgefeilte Verfahren und Abläufe, um direkten Datenmißbrauch zu verhindern. Aber das ‚komische Gefühl in der Magengrube’ bleibt. Ein Staatskonzern, der so viele Bewegungsdaten von Menschen sammelt, stellt ein hohes Risiko dar. Ein Konzern, der Profit abwerfen soll, ist kein guter Garant für vertraulichen Umgang mit personenbeziehbaren Daten.

10.000 Fahrkartenautomaten gibt es in ganz Deutschland, die keine Brötchen, aber Fahrkarten verkaufen. 10.000 Automaten, für die weder Sozialabgaben noch Lohnsteuer abgeführt werden. 10.000 Automaten, die alle gleichgeschaltet am großen Zentralrechenzentrum hängen. 10.000 Automaten, die zusammen mit ihren Spießgesellen, den am Internet angeschlossenen Heim-PCs, Daten saugen und ihren Herren ausliefern. 10.000 Automaten, die von Videokameras überwacht werden, damit sie nicht fortlaufen … weil selbst sie die soziale Kälte nicht ertragen können.

Anschluss verpasst, Herr Mehdorn! Herzlichen Glückwunsch Deutsche Bahn AG zum BigBrotherAward 2007.

(Quelle: https://www.bigbrotherawards.de/2007/.com/)

Bundesrat lehnt Bahnprivatisierung ab

Friday, October 12th, 2007

Der Bundesrat hat heute die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn in der vorgesehen Fassung mit großer Mehrheit abgelehnt. Im ersten Gesetzgebungsdurchgang äußerten die Länder vor allem Kritik an der geplanten Lösung für das Netz, das nach dem Willen des Verkehrsministeriums im Zugriff der Bahn bleiben soll.

Das Gesetz über die Privatisierung der Bahn sieht vor, dass der Bund zwar juristischer Eigentümer des Netzes bleibt, die Verfügungsgewalt für einen Zeitraum von 15 Jahren jedoch auf die Bahn übertragen wird, die es zudem in der Bilanz aufführen darf.

In einer Stellungnahme des Bundesrat hiess es: "Eine Privatisierung in dieser Ausgestaltung würde die Umsetzung verkehrspolitischer Ziele stark behindern." Die Länder sehen den Grundgesetzauftrag zu einer flächendeckenden Schienen-Versorgung, einge sprechen sogar von einem verfassungwidrigem Gesetz, so Walter Hirche (FDP) und Oliver Wittke (CDU).

Artikel 87e des Grundgesetzes: (4) Der Bund gewährleistet, dass dem Wohl der Allgemeinheit, insbesondere den Verkehrsbedürfnissen, beim Ausbau und Erhalt des Schienennetzes der Eisenbahnen des Bundes sowie bei deren Verkehrsangeboten auf diesem Schienennetz, soweit diese nicht den Schienenpersonennahverkehr betreffen, Rechnung getragen wird. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.

GDL legt Nahverkehr lahm

Friday, October 12th, 2007

Seit 2 Uhr bestreikt die Lokführergewerkschaft den Nah- und Regionalverkehr. Aus vielen Städten und Regionen werden heftige Behinderungen des Bahnverkehrs gemeldet. Im Schnitt fährt nur noch jeder zweite Nahverkehrszug.Nach Angaben der Bahn sind vor allem die S-Bahnen in München, Stuttgart und im Großraum Halle-Leipzig sowie Rostock betroffen. Zu erheblichen Behinderungen kommt es im Regionalverkehr in Baden-Württemberg und im Großraum Braunschweig. Auch in ganz Nordrhein-Westfalen ist der Regionalverkehr erheblich beeinträchtigt. Bei der Hamburger S-Bahn soll auf den wichtigsten Strecken ein 20 Minuten-Takt aufrechterhalten werden, in Berlin fährt nur jeder zweite S-Bahn-Zug.

Fernverkehr rollt

Im Fernverkehr kommt es bislang nur geringen Verspätungen. Die Bahn geht davon aus, dass sich die Lage auch hier im Laufe des Streiks verschlechtern kann. In Knotenpunkten und Bahnhöfen abgestellte Regionalzüge könnten hier aber noch zu heftigen Behinderunegn führen. Zumal die GDL eine Einstweilige Verfügung gegen den so genannten Notdienst der Bahn eingereicht hat. Der Notdienst soll heute mit 250 Lokführern dafür sorgen, dass abgestellte Züge rechtzeitig aus den Bahnhöfen gefahren werden können und so die Auswirkungen auf den Fernverkehr so gering wie möglich gehalten werden können.

Wie kann man sich über den Streik informieren?

Die Deutsche Bahn hat weiterhin eine kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet, unter der sie über die Streiks informieren will: 08000 996633. Trotz der zugesagten Verstärkung des Personals ist die Hotline zur Zeit kaum erreichbar.

Kostenloser Tickettausch

Nach Angaben der Bahn können Reisende, die wegen der Streiks eine Reise nicht antreten, ihre Fahrkarten kostenlos umtauschen, alternativ kann auch der Fahrpreis erstattet werden.

Weitere Informationen rund um den Streik:

Am besten informiert man sich auf den Seiten der minutengenauen Bahnhofstafeln der Bahn, im Bahnblog wird erklärt, wie man seinen Bahnhof findet.

Hier eine Auswahl für einige Bahnhöfe:

Dauerstreik am Freitag

Thursday, October 11th, 2007

gdl-flugblatt.jpg
Flugblatt der GDL

Unabhängig vom Ausgang des heutigen Spitzengesprächs ruft die Lokführergewerkschaft GDL für morgen zu einem ganztägigen Streik auf. Von 2 Uhr bis Mitternacht soll nach dem Willen der GDL im Nah- und Regionalverkehr gar nichts mehr gehen. Auch die S-Bahnen in Hamburg und Berlin werden bestreikt.

Diesmal kein Notfallfahrplan der Bahn

Der Streik der Lokführer beschränkt sich zwar, wie vom Chemnitzer Arbeitsgericht gefordert, auf den Nah- und Regionalverkehr. Die Bahn erklärte allerdings, dass es auch im Fernverkehr zu erheblichen Behinderungen kömmen könne. Anders als am vergangenen Freitag will die Bahn keinen Notfallfahrplan aufstellen. Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Personenverkehr: "Einen Ersatzfahrplan können wir nicht einfach auf Verdacht einrichten. Dafür braucht es einen erheblichen zeitlichen Vorlauf. " Für die Passagiere gilt daher: Information ist alles.

Wie kann man sich über den Streik informieren?

Wenn der Streik am Donnerstag startet, lohnt es sich gut informiert zu sein. Die Deutsche Bahn hat weiterhin eine kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet, unter der sie über die Streiks informieren will: 08000 996633.

Kostenloser Tickettausch

Nach Angaben der Bahn können Reisende, die wegen der Streiks eine Reise nicht antreten, ihre Fahrkarten kostenlos umtauschen, alternativ kann auch der Fahrpreis erstattet werden.

Weitere Informationen rund um den Streik:

Am besten informiert man sich auf den Seiten der minutengenauen Bahnhofstafeln der Bahn, im Bahnblog wird erklärt, wie man seinen Bahnhof findet.

Hier eine Auswahl für einige Bahnhöfe:

Keine Streiks am Donnerstag

Wednesday, October 10th, 2007

Nachdem Bahn-Aufsichtsratchef Werner Müller Bahnchef Hartmut Mehdorn und den Vorsitzenden der Lokführergewerkschaft GDL, Mnfred Schell für Donnerstag zu einem Treffen geladen hat, verzichtet die Gewerkschaft für einen Tag auf Arbeitskampfmaßnahmen. Vom Ergebnis des morgigen Spitzengesprächs, an dem auch Transnet-Chef Hansen, Bahn-Konzernbetriebsratchef Günter Kircheim und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Jörg Hennerkes teilnehmen, hängt es ab, ob am Freitag die Züge planmäßig fahren.

Neue Streiks ab Donnerstag

Tuesday, October 9th, 2007

Nach dem die Bahn das GDL-Ultimatum zu neuen Verhandlungen hat verstreichen lassen, stehen den Bahnreisenden harte Zeiten bevor. Ab Donnerstag wollen die Lokführer nach eigenen Angaben in den Ausstand treten, eine Vorankündigung soll es erst in den späten Nachmittagsstunden vor einem Streiktag geben. Nach der Klausursitzung des GDL-Vorstandes in Königswinter kündigte Schell an, dass diesmal nicht nur drei Stunden gestreikt würde. Die Arbeitskämpfe sollen den gesamten Tag andauern. Sie sind auch nicht auf auf den Donnerstag beschränkt.

Diesmal kein Notfallfahrplan der Bahn

Der Streik der Lokführer beschränkt sich zwar, wie vom Chemnitzer Arbeitsgericht gefordert, auf den Nah- und Regionalverkehr. Die Bahn erklärte allerdings, dass es auch im Fernverkehr zu erheblichen Behinderungen kömmen könne. Anders als am vergangenen Freitag will die Bahn keinen Notfallfahrplan aufstellen. Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Personenverkehr: "Einen Ersatzfahrplan können wir nicht einfach auf Verdacht einrichten. Dafür braucht es einen erheblichen zeitlichen Vorlauf. " Für die Passagiere gilt daher: Information ist alles.

Wie kann man sich über den Streik informieren?

Wenn der Streik am Donnerstag startet, lohnt es sich gut informiert zu sein. Die Deutsche Bahn hat weiterhin eine kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet, unter der sie über die Streiks informieren will: 08000 996633.

Kostenloser Tickettausch

Nach Angaben der Bahn können Reisende, die wegen der Streiks eine Reise nicht antreten, ihre Fahrkarten kostenlos umtauschen, alternativ kann auch der Fahrpreis erstattet werden.

Weitere Informationen rund um den Streik:

Am besten informiert man sich auf den Seiten der minutengenauen Bahnhofstafeln der Bahn, im Bahnblog wird erklärt, wie man seinen Bahnhof findet.

Hier eine Auswahl für einige Bahnhöfe:

Tiefensee will kleine Bahnhöfe schließen lassen

Tuesday, October 9th, 2007

Der Ausverkauf der Bahn geht schon vor der geplanten Privatisierung weiter. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, will Bundesverkehrsminister Tiefensee für Bahnhöfe mit weniger als 100 Fahrgästen pro Tag keine Bundeszuweisungen an die Länder mehr geben.

Rollstuhlfahrer unerwünscht?

Ebenfalls sollen keine Bundesmittel mehr in den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen gesteckt werden, wenn sie weniger als 1000 Ein- und Ausstiege an Werktagen haben. Ebenfalls sollen keine Strecken mehr gefördert werden, die weniger als 1000 Personenkilometer haben.

Das geht aus einem Entwurf für ein Kernstück der Bahn-Privatisierung hervor. "Verbesserungs- und Ausbaumaßnahmen für den Schienenpersonennahverkehr, deren Umsetzung volkswirtschaftlich nicht zu vertreten ist, sind zu unterlassen", heißt es in der Anlage 7.4 zur sogenannten Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV), die der FTD vorliegt. (Quelle: ftd.de)

Bahn soll um jeden Preis kapitalmarktfähig gemacht werden

Damit will Tiefensee offensichtlich konsequent Forderungen aus einen Gutachten umsetzen, dessen Existenz der Minister immer wieder leugnete (Bahnblog berichtete am 17.9.07). In der streng vertraulichen Untersuchung der Investmentbank Morgan Stanley, die 2004 im Auftrag der Bundesregierung zur Börsenfähigkeit der Bahn erstellt wurde, wurden verschiedene Modelle untersucht. Unter anderem wurde durchgerechnet, wieviel Geld der Bund künftig an den Konzern überweisen müsste, wenn man 2.630, 8.000 oder sogar 14.000 Kilometer des bestehenden Netzes, von 34.000 Kilometer Länge stilllegen würde.

Das fragwürdige Spiel von Minister Tiefensee

Kritiker werfen dem Minister vor, die Kriterien einseitig von der Bahn übernommen zu haben. "Solche Kriterien hat es noch nie gegeben. Gälten sie vergleichbar für den Bund, müsste er zwei Drittel der Projekte, zum Beispiel die Strecke Nürnberg-Erfurt, sofort streichen." Tiefensee habe die Kriterien schlicht von der Deutschen Bahn übernommen, sagte der Verkehrsexperte Michael Holzhey vom Beratungsunternehmen KCW der Financial Times Deutschland. KCW hatte das Gutachten der Länder erstellt, dass sich kritisch mit dem Börsengang auseinander setzt.

Zahlreiche Strecken im Bestand gefährdet

Auch das Argument des Ministeriums es handele sich lediglich um Vorgaben für den Ausbau und Verbesserungen von Strecken ist nach Meinung Holheys irrelevant. "Jede Bestandsmaßnahme wird schnell zum Ausbau. Wenn man auch nur eine Regionalstrecke von 60 auf 100 Stundenkilometer bringen will, ist das schon Ausbau." so Holzhey gegenüber der FTD. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) befürchtet, dass nach den Kriterien des Ministeriums mehr als die Hälfte der Bahnhöfe in seinem Bundesland geschlossen werden müssten.

Strategiewechsel bei GDL - Gewerkschaft will Streiks nicht mehr vorher ankündigen

Monday, October 8th, 2007

Nach dem mäßigen Erfolg des Streiks vom Freitag, wo Zugausfälle und Verspätungen fast ausschließlich durch den Ersatzfahrplan der Bahn verursacht wurden, ändert die Lokführergewerkschaft GDL ihre Strategie. Künftig soll ohne Vorankündigung gestreikt werden.

GDL fordert Bahn zu neuen Verhandlungen auf

Die GDL hat die Bahn erneut aufgefordert bis spätestens Dienstag, den 9. Oktober 13 Uhr ein erneutes Angebot abzugeben. Dabei soll über einen eigenständigen Tarifvertrag und über die geforderte Lohnerhöhung von 31 Prozent verhandelt werden. Die GDL machte am Montag nochmals deutlich, dass ihr der eigenständige Tarifvertrag wichtiger sei, als die Einkommensverbesserungen. Die Gewerkschaft sei prinzipiell bereit über die Höhe des Lohnzuwachses zu verhandeln, die 31 Prozent lediglich eine Einstiegsforderung.

Keine Streiks vor Mittwoch

Trotz des Ultimatums wollen die Lokführer nicht vor Mittwoch streiken. Ankündigungen im Voraus, wann und wo gestreikt werden wird, soll es zukünftig nicht mehr geben. Da es Bahn offensichtlich egal sei, ob gestreikt würde, müssten die "Daumenschrauben angezogen werden", so GDL-Sprecherin Gerda Seibert.

75 Prozent der Züge sollen fahren

Personalvorstand Suckale verwies im ZDF auf den "erfolgreichen" Notfallfahrplan von Freitag, die Bahn habe Ersatzfahrpläne, notfalls auch für jeden Tag. Man werde es schaffen, "dass 75 Prozent der Verkehre durchlaufen können", sagte sie im ZDF. Damit will die Bahn ihre Strategie sich im Falle eines GDL-Ausstands, sich selbst zu bestreiken offensichtlich weiter fortführen. Leiden dürften darunter vor allem die Kunden, denen es egal sein kann, ob die Gewerkschaft für einen Zugausfall verantwortlich ist, oder ob die Verspätung den Zugstreichungen der Bahn zu verdanken ist. Die Bahn versucht so aber offensichtlich die Öffentlichkeit gegen die streikenden Lokführer aufzubringen.

Ein weiteres Angebot an die GDL soll es nach Aussagen der Bahn nicht geben. Weitere Lohnerhöhungen seien nicht drin: "Wir können uns das schlicht nicht leisten", so Bahnchef Mehdorn in der ARD zu den Forderungen der GDL.

Streiks nur im Regionalverkehr

Nach den Einstweiligen Verfügungen der Bahn gegen die GDL darf auch weiterhin nur im Regionalverkehr gestreikt werden. Der Fern- und Güterverkehr ist für die Lokführer weiterhin Tabu.

Flashmob gegen die Bahnprivatisierung

Friday, October 5th, 2007

Das Bündnis privatisierungstoppen.deinebahn.de ruft für morgen, Samstag den 6. Oktober für 11:50 zu einem Flashmob gegen die Bahnprivatisierung auf. Bereits die erste Aktion am 9. September war ein großer Erfolg, mehrere tausend Menschen demonstrierten unter dem Motto 183=13 gegen den Ausverkauf der Bahn.

Sei am Samstag, 6. Oktober, pünktlich um 11.50 Uhr im Hauptbahnhof in XXX [hier Deine Stadt eintragen, bei einem großem Bahnhof auch einen Bereich, z. B. "Obergeschoss" — bitte haltet Euch dabei von den Gleisen fern]

Bring Pfeife, Topfdeckel, Trommel oder ähnliches zum Lärmmachen mit und einen DIN A4-Zettel, auf den Du geschrieben hast: 183 = 13. Bewege dich unauffällig durch den Bahnhof. Achte auf die Bahnhofsuhren.

Fang um Punkt 11.55 Uhr an, Lärm zu machen, aber nur bis genau 11.57 Uhr!

Wenn der Lärm verhallt ist, hol den Zettel 183 = 13 hervor und halte ihn über Deinen Kopf, so dass ihn alle lesen können und drehe Dich langsam in alle vier Himmelsrichtungen.

Dann zerknüll den Zettel und stopfe ihn in einen Bahnhofsmülleimer.

Bitte agiere präzise wie beschrieben, der Effekt wird erstaunlich sein!

Sogar Hartmut Mehdorn weiß mittlerweile, was ein Flashmob ist:

WirtschaftsWoche: Herr Mehdorn, wissen Sie, was ein Flash Mob ist?

Mehdorn: Na klar. Da telefonieren sich ein paar Mitglieder der Antiglobalisierungsorganisation Attac zusammen, stellen sich auf den Bahnsteig, blasen in ihre Trillerpfeifen… (Quelle: wiwo.de)

Bahnstreik am Hamburger Hauptbahnhof

Friday, October 5th, 2007

Heute morgen gegen 10 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof: kein GDL-Transparent, keine streikenden Bahnmitarbeiter, die wenigen Fahrgäste sind gut auf den Streik vorbereitet. Die Servicemitarbeiter der Bahn haben wenig zu tun. Fast alle Zugausfälle sind auf den Notfallfahrplan der Bahn zurückzuführen.

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Orientierung gesucht - Reisende am Hamburger Hauptbahnhof

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Nur wenige Züge sind in Hamburg ausgefallen, die meisten wegen der Streichung durch die Bahn

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Der Service der Bahn hatte nicht viel zu tun

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Eine Reisende informiert sich über die Zugausfälle

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Nichts zu tun für den Service

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Kostenlose Getränke zur Besänftigung der Reisenden

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Kaum was los am Hamburger Hauptbahnhof


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