Archive for October, 2007

Streikpause bis zum 2. November

Thursday, October 25th, 2007

Morgen früh ist erst mal Schluss mit den Streiks. Die Lokführergewerkschaft GDL erklärte, dass sie auf weitere Arbeitskampfmaßnahmen bis zum 2. November verzichten würde. Hintergrund ist die ausstehende Entscheidung des sächsischen Landesarbeitsgerichts, dass über den Widerspruch der Lokführer gegen die Einstweiligen Verfügungen zu entscheiden hat. Diese hatten den Lokführern Streiks im Fern- und Güterverkehr verboten.

GDL will Güterverkehr bestreiken

Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Weselsky sagte der Financial Times Deutschland: "Wir treffen sonst immer die selben Kunden, und das wollen wir nicht" Falls sich die Gewerkschaft gerichtlich gegen die Bahn durchsetzt, will sie ab dem 5. November den Güterverkehr bestreiken. "Dann können wir massiven Druck ausüben", so Weselsky.

Tarifverhandlungen in der Zeitung

Thursday, October 25th, 2007

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Anzeige der Deutschen Bahn

Die Bahn befeuert den Tarifkonflikt mit halbseitigen Anzeigen, die heute in allen großen Tageszeitungen in Deutschland erschienen sind. Darin wiederholt sie ihr Angebot an die Lokführer, 10 Prozent mehr Lohn, eine Einmalzahlung, sowie einen eigenen Tarifvertrag. Dies lässt die GDL nicht unwidersprochen, in einer Pressemitteilung antwortet sie der Bahn:

  • Lokomotivführer sollen die zehn Prozent Entgeltsteigerung nur dann erhalten, wenn sie hierfür wöchentlich zwei Stunden länger arbeiten – ergo ein Nullsummenspiel.
  • Die angebotenen 2 000 Euro Einmalzahlung beinhalten zum einen die bereits mit der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA (TG) vereinbarte Einmalzahlung von 600 Euro. Zusätzlich sollen die Lokomotivführer 1 400 Euro für Mehrleistungsstunden erhalten – also für eine bereits erbrachte Leistung.
  • Der angebotene eigene Tarifvertrag ist nichts anderes als ein Knebelvertrag, mit dem die GDL in ein Verhandlungskorsett mit der Transnet gezwungen werden soll. Außerdem hat die GDL auch heute schon eigene Tarifverträge.

Die DB hat durch ihre Anzeigenkampagne erneut keine Kosten gescheut, um die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen und die Lokomotivführer zu provozieren. Damit beschwört sie eine noch schärfere Gangart im Tarifkonflikt herauf! (Quelle: gdl.de)

Das VerhandlungsangebotDie Werbung dürfte die Bahn eine stolze Summe Geld gekostet haben. Hinzu kommen laut Konzern geschätzte zehn Millionen Euro Schaden für jeden Streiktag.

Die Hälfte ist geschafft - Zwischenbilanz des 30-Stunden-Streiks

Thursday, October 25th, 2007

Die Hälfte des Bahnstreiks ist überstanden, Zeit eine kleine Zwischenbilanzb zu ziehen. Eins vorweg, keine der beiden Parteien, weder die Deutsche Bahn AG noch die Gewerkschaft der Lokführer GDL, sind sich in der Farge des Tarifvertrags auch nur einenn Millimeter näher gekommen. Neue Verhandlungen sind nicht in Sicht, die GDL beharrt weiterhin auf einem 'eigenständigen' Tarifvertrag und deutlichen Einkommensverbesserungen, die Bahn bietet weiterhin 10 Prozent bei einer deutlichen Ausweitung der Arbeitszeit. Daher scheinen weitere Streiks gewiss.

Im Osten herrscht Stillstand

Die Behinderungen durch den Streik sind bundesweit sehr unterschiedlich zu spüren. Während im Osten in vielen Regionen der Nah- und Regionalverkehr fast zum erliegen gekommen ist, läuft es im Westen der Republik noch leidlich rund. Im Osten der Republik ist der Organisationsgrad der GDL besonders hoch, hier sind die meisten der Lokführer GDL-Mitglied, zudem gibt es gerade dort die wenigstens verbeamteten Lokführer. Nach Angaben der Bahn verkehrten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nur 10 Prozent aller Züge. Einige Städte, wie Wismar waren zeitweise komplett vom Bahnverkehr abgeschnitten.

Im Westen fährt nur jeder zweite Zug

In den Bundesländern Niedersachsen, NRW, Rgeinland-Pfalz und Baden-Würrtemberg sah die Lage für die Pendler deutlich besser aus. Hier fiel nach Unternehmensangaben nur jeder zweite Zug aus. Zudem schienen sich viele Pendler auf die Streiks eingestellt zu haben und sind mit dem Auto zur Arbeit gefahren, die kilometerlangen Staus sollten eigentlich eine gute Werbung für die Bahn sein.

Fernverkehr läuft normal

Glaubt man der minutengenauen Fahrplanauskunft rollt der Fernverkehr heute weitgehend reibungslos. Es kommt nur zu geringen Verspätungen, die kaum über das übliche Maß hinausgehen. Auch die Gründe sind die gleichen wie sonst auch: Signalstörung, verspätete Übergabe aus dem Ausland, Baustelle, defekter Wagen usw.

bahn.de wieder erreichbar

Auch die Webseite der Bahn bahn.de ist wieder erreichbar, Kunden können sich hier unter der Adresse http://www.bahn.de/blitz/view/index.shtml über die Ersatzfahrpläne informieren.

Unbestimmt verspätet - bahn.de nicht erreichbar

Wednesday, October 24th, 2007

Seit dem frühen Abend ist die Website bahn.de nicht mehr erreichbar. Die Server der Bahn halten offenbar dem Ansturm der Pendler nicht mehr stand, die sich noch schnell vor dem morgigen Streiktag über ihre Verbindungen informieren wollten.

So sind auch die Ersatzfahrpläne für Donnerstag nicht mehr abrufbar. Pendler sollten sich jetzt am besten mit der minutengenauen Fahrplanauskunft oder dem Reisenden Informationssystem der Bahn informieren. Dort kann man die genauen Fahrpläne für die einzelnen Bahnhöfe und Haltepunkte abrufen. Das Bahnblog erklärt außerdem weitere Möglichkeiten.

Ersatzfahrpläne der Bahn sind online

Wednesday, October 24th, 2007

Für den Streik-Donnerstag hat die Deutsche Bahn AG seit heute Nachmittag im Internet Ersatzfahrpläne veröffentlicht. Sie zeigen aufgeteilt nach Bundesländern und den einzelnen Regionalbahnen und Regionalexpress-Zügen ein detailiertes Bild des morgigen Tages.

Regional unterschiedliche Auswirkungen zu erwarten

Während es in NRW nach dem Willen der Bahn nur zu begrenzten Ausfällen kommen soll, trifft es vor allem die ostdeutschen Bundesländer schwer. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen hat die Bahn relativ viele Verbindungen gestrichen oder durch durch Busse ersetzt.

Unter http://www.bahn.de/blitz/view/index.shtml können die Ersatzfahrpläne abgerufen werden.

Ab 2:00 Uhr wird gestreikt

Wednesday, October 24th, 2007

Morgen früh wird es für die Pendler ernst, von Donnerstag 2 Uhr bis Freitag 8 Uhr bestreikt die Lokführergewerkschaft GDL den Regional- und Nahverkehr in Deutschland. Dabei soll es nach Angaben der Bahn vor allem im Südosten und in den Großstädten Berlin, Hamburg und München zu massiven Behinderungen kommen.

Das Bahnblog erklärt, wie sie sich am besten über den Streik informieren können.

SPD-Linke gibt Widerstand gegen Bahnprivatisierung auf

Monday, October 22nd, 2007

Die SPD gibt ihren Widerstand gegen die drohende Privatisierung der Deutschen Bahn in Raten auf. Waren die Genossen in den vergangenen Wochen recht unzufrieden mit ihrem Verkehrsminister Tiefensee, so scheint der von einer Arbeitsgruppe parteiintern ausgehandelte Vorschlag für weite Teile der Sozialdemokraten kompromissfähig zu sein.

Linke träumen von der Volksaktie

Nach Beratungen einer SPD-Arbeitsgruppe, der neben Generalsekretär Hubertus Heil auch Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Finanzminister Peer Steinbrück angehörten, soll dem Parteitag der Bahnverkauf mit Volksaktien versüßt werden. Dabei sollen 25,1 Prozent der Bahnaktien sollen als stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgegeben werden. Mit dieser Lösung will die SPD den Einstieg übermächtiger Großinvestoren verhindern. Vor allem die Kritiker aus dem so genannten linken Lager träumen von den Aktien. Ob sie mit dem Kompromiss leben können wird der kommende SPD-Parteitag zeigen, auf dem die Bahnprivatisierung diskutiert werden soll. Der Parteitag findet vom 26. bis 28. Oktober 2007 in Hamburg statt.

Scheer - Vom Paulus zum Saulus

Im Deutschlandradio Kultur äußerte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer zu dem gefundenen Kompromiss. Scheer gehörte bislang zu den schärfsten Kritikern der Privatisierung, die er auch schon mal als verfassungswidrig bezeichnete. Mittlerweile schlägt er moderatere Töne an und verteidigt den SPD-Kompromiss.

Es ging ja immer darum, in der ganzen Kritik geht es darum, zu verhindern, dass private Kapitalgruppen mit einem ganz anderen Interesse, als es für das gemeinnützige Unternehmen Bundesbahn nötig ist, einsteigen, Stimmrecht bekommen und dann das Unternehmen in eine falsche Richtung treiben, weil sie natürlich nur an renditeträchtigen Unternehmensteilen interessiert sind, es aber unerträglich wäre für die Bahn, die einen Gemeinnützigkeitsauftrag hat, auch solche Strecken zu bedienen, solche Dienstleistungen anzubieten, die nicht renditeträchtig sind, aber für die Bevölkerung wichtig sind. Und das Modell der stimmrechtslosen Vorzugsaktien erlaubt eine Teilprivatisierung, aber gibt den Anteilseignern, die dann kommen, dass sind dann ganz andere, das sind dann Kleinaktionäre, deswegen wäre für Volksaktien keinerlei Möglichkeit, Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen.

Freie Fahrt am Montag

Monday, October 22nd, 2007

Am heutigen Montag will die Gewerkschaft der Lokführer nicht streiken. Wie GDL-Vize Günther Kinscher gestern mitteilte sollen damit vor allem die Ost-Deutschen Pendler geschont werden, die zu großer Zahl zu Wochenbeginn in den Westen fahren. Die bisherigen Streiks hatten vor allem dort zu großen Behinderungen geführt, da die Gewerkschaft GDL besonders im Osten über einen hohen Organisationsgrad verfügt.

Streiks am Dienstag oder Mittwoch

Für die nächsten Tage kündigte die GDL weitere Streiks an. Vor allem möchte die Gewerkschaft auch im Fern- und Güterverkehr streiken, entsprechende Schritte gegen die Einstweiligen Verfügungen haben die Lokführervertreter bereits eingeleitet. Der Druck auf den Arbeitgeber soll so erhöht werden.

Die Bahn überlegt inzwischen weitere gerichtliche Mittel gegen die Lokführer einzusetzen, sollte es weiterhin zu keiner Lösung im Tarifkonflikt kommen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Personalvorstand Suckale: "Es kann nur eine Verhandlungslösung geben. Sollte sich aber die GDL-Führung weiterhin Verhandlungen verweigern, müssen wir die Gerichte einschalten. Als Vorstand der Bahn ist es unsere Pflicht, jedes Mittel auszuschöpfen, um Schaden von unseren Kunden, unserem Unternehmen und unseren Mitarbeitern abzuwenden."

Gewerkschaft will Streikpläne um 16 Uhr bekanntgeben

Sunday, October 21st, 2007

Wie immer am Nachmittag will die Lokführergewerkschaft GDL ihre Streikpläne für die kommende Woche bekanntgeben. Gewerkschaftsvize Weselsky sprach von Streiks am Montag, Dienstag oder Mittwoch. Gleichzeit forderte er einen härtere Gangart, gegenüber der Tagesschau sagte er: "Es muss eine Zeit geben, in der wir den Druck deutlich erhöhen. Allein mit Streiks im Nahverkehr ist das nicht zu schaffen."

GDL will Druck erhöhen

In der kommenden Woche will das Landesarbeitsgericht in Sachsen über den Einspruch der GDL gegen die einstweiligen Verfügungen beschließen, die den Lokführern Streiks im Fern- und Güterverkehr verbieten. Bislang seien die finanziellen Auswirkungen der Streiks für die Bahn gering gewesen, da die meisten Kunden im Nah- und Regionalverkehr mit Monats- oder Zeitkarten unterwegs seien. "Wenn wir im Güterverkehr streiken, treffen wir nicht nur die Kunden im Personenverkehr. Sondern auch die Wirtschaft, das erhöht den Druck weiter."

Schell in Kur - jetzt ruft Weselsky zum Streik

Wednesday, October 17th, 2007

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Wachwechsel in der GDL - während Manfred Schell in Kur ist, führt Claus Weselsky (rechts) die Streikgeschäfte der Lokführer (Foto: gdl.de)

Der Chef der Lokomotivführergewerkschaft Manfred Schell ist in seine (mehrfach verschobene) Kur aufgebrochen, jetzt hält GDL-Vize Claus Weselsky das Zepter fest in der Hand. Der als Hardliner beschriebene Gewerkschafter hat heute Nachmittag die Streikpläne der GDL erläutert.

Streiks in Nahverkehr

Danach soll am Donnerstag der komplette Nah- und Regionalverkehr zwischen 2 und 11 Uhr bestreikt werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft mit dieser Strategie erfolgreich den Verkehr massiv behindert. Grund für den Streik ist das Angebot der Bahn, dass der GDL als nicht ausreichend erscheint. "Wir haben keine substanziellen Verbesserungen im Vergleich zu den vorherigen Angeboten finden können." So GDL-Vize Weselsky nach dem intensiven Studium des 250-Seiten Werkes.

Die Bahn bietet eine teilweise Bezahlung der 2007 schon geleisteten Überstunden, sowie eine kombinierte Lohn- und Arbeitszeiterhöhung. Dabei soll die Wochenarbeitszeit um zwei auf 43
Stunden steigen, die Bezüge der Lokführer sollen sich um zehn Prozent steigern.

Scharfe Kritik an GDL

Scharfe Kritik kommt von Seiten der Bahn "Es herrscht offenbar Chaos bei der GDL-Führung. Das zeigt sich am heillosen Durcheinander in den Aussagen der Funktionäre. Ohne den Vorsitzenden Schell taumelt die GDL führungslos in einen völlig unnötigen und womöglich mehrtägigen Streik", sagte deren Personalvorstand Margret Suckale heute in Berlin. Analog zum vergangenen Freitag wird es keinen Notfallfahrplan der Bahn geben. Statt dessen will der Konzern flexibel auf die Streiks reagieren und so viele Nahverkehrszüge wie möglich fahren lassen.

GDL legt Berufung ein

Die Gewerkschaft hatte bereits gestern beim Chemnitzer Arbeitsgericht Berufung gegen die Einstweiligen Verfügungen eingelegt, die den Lokführern einen Arbeitskampf im Güter- und Fernverkehr verbieten. "Wir erhoffen uns mit dem Widerspruch eine Ausdehnung unserer Streikmöglichkeiten auch auf den Fern- und Güterverkehr", so Weselsky.

Weitere Streiks geplant

Sollte die Bahn kein besseres Angebot vorlegen, will die GDL auch am Freitag und von Montag bis Mittwoch in den Ausstand treten. Auf die Kunden im Nahverkehr kommen also noch harte Zeiten zu.

Weitere Infos zum Streiks

Das Bahnblog erklärt, wie sich Kunden am besten über die Zugausfälle informieren und welche Rechte die Kunden im Streikfall haben: Was tun bei Streik


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
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