Tarifverhandlungen bei der Bahn gescheitert

Tarifverhandlung in der Sackgasse
Mit dem Auszug der Gewerkschaften Transnet und GDBA sind die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn AG vorerst gescheitert. Unter Aufsicht der beiden Vermittler Kurt Biedenkopf und Heiner Geissler tagten die drei Bahngewerkschaften und der Vorstand der Bahn seit Anfang des Monats, um eine Einigung im schwelenden Tarifkonflikt zu erreichen.
Parallele Verhandlungen mit allen drei Bahngewerkschaften
Dabei wurde parallel mit GDL, GdBDA und Transnet über eine Einigung der Gewerkschaften und einen Abgleich ihrer recht unterschiedlichen Forderungen geredet. Außerdem verhandelte die Bahn mit der GDL über den Abschluss eines eigenständigen Tarifvertrags für die dort organisierten Lokführer.
Transnet fühlt sich überrumpelt
Vor allem das Beharren der GDL auf einen eigenen Tarifvertrag und die Absicht, auch über die Gehälter der Zugbegleiter zu verhandeln, veranlasste gestern Transnet und GdBDA zu einem Abbruch der Gespräche. Transnet sieht einen Alleinvertretungsanspruch für die Zugbegleiter und lehnt nach wie vor die Forderung der GDL nach einem eigenständigen Tarifvertrag ab. Die GDL habe sich geweigert, in den Verhandlungen um Lokführer-Entgelte und den Lokführer-Tarifvertrag auf die Widerspruchsfreiheit zu anderen Tarifverträgen und -abschlüssen zu achten, so Transnet-Chef Hansen.
GDL will weiterverhandeln
Die GDL erklärte unterdessen, sie wolle mit der Bahn weiterverhandeln. Schließlich hätten die Schlichter nicht vorgeschlagen, mit den KOKonkurrenz-Gewerkschaften zu verhandeln, sondern mit der Bahn. "Wir werden mit der Deutschen Bahn weiter über einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokomotivführer, der Entgelt- und Arbeitszeitregelungen umfasst, verhandeln." so der Bundesvorsitzende der GDFL, Manfred Schell.
Streiks erst im Oktober möglich
Bis Ende des Monats herrscht noch Friedenspflicht, die GDL darf in dieser Zeit nicht zum Streik aufrufen. Sollte es bis dahin keine Einigung zwischen der Lokführergewerschaft und dem Konzern geben darf im Oktober wieder gestreikt werden.
