Archive for August, 2007

Kabeldiebstahl behindert Bahnverkehr zwischen Hamburg und Berlin

Tuesday, August 21st, 2007

In der minutengenauen Auskunft heisst es lapidar 'Stellwerksstörung/-ausfall' - was sich dahinter verbirgt ist ein Kabeldiebstahl bei Nauen. Unbekannte hatten am Nachmittag Kabel im Bereich des Stellwerks Nauen in Brandenburg durchgeschnitten, um an das Metall heranzukommen. Dadurch kam es zu erheblichen Beinträchtigungen im Regional- und Fernverkehr.

Zur Zeit werden die ICEs zwischen Hamburg und Berlin über über Stendal und Salzwedel beziehungsweise Wittenberge umgeleitet. Es kommt zu Verspätung von ca. 30 Minuten. Die Behinderungen sollen noch bis in den späten Abend anhalten.

Die Zeit berichtet über mögliche Gegenmaßnahmen der Bahn:

Die Bahn prüft nun, ob sie den Tätern künftig mit ultraviolettem Pulver an den Gleisanlagen oder einem neuen Alarmsignal bei plötzlichem Spannungsabfall schneller auf die Schliche kommen kann. Beide Methoden seien in der Entwicklung, hieß es. Die Diebstähle sind für die Bahn ein neues Phänomen, seit die Preise für Buntmetall auf dem Weltmarkt rasant gestiegen sind. Ein kurzes Kabel reicht aber nicht, um reich zu werden. Deshalb stehlen die Diebe in großem Stil.

Programmtipp - Der absolute Bahnsinn

Wednesday, August 15th, 2007

Heute im Deutschlandfunk:

Sendung: Querköpfe
Sendezeit: 21:05:00

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Der absolute Bahnsinn

Aus dem traumatischen Leben eines plötzlich entgleisten Zugbegleiters

Von Simonetta Dibbern und Achim Hahn

Sie eilen der Zeit hinterher, schreien ins Handy, sitzen als Laptop-Genies im Speise- oder als penetrante Verspätungsnotierer im Großraumwagen. Da wird nicht allein die Fahrkartenkontrolle zum Spießrutenlauf. Ein Albtraum für jeden, der eigentlich Lokführer werden wollte und jetzt bei 250 Stundenkilometern durch die Waggons balanciert, den Zug begleitend als Prellbock für Nörgler, Raser und Besserwisser, verpflichtet zum ewig wissenden Lächeln. Und dann diese Kleinstkünstler und Kabarettisten, die boshaft jeden Fauxpas notieren, jedes versehentliche Stolpern, jeden unfreiwilligen Stop auf freier Strecke - und die trotzdem nie umsteigen würden aufs Auto oder den Billigflieger. Es macht einfach keinen Spaß mehr, Bahn zu fahren. Der absolute Bahnsinn! - Dies sind die Traumata eines plötzlich entgleisten Zugbegleiters, dargeboten als mitfühlendes Psychogramm einer dauerbenörgelten Institution deutscher Fortbewegung von Simonetta Dibbern und Achim Hahn. "Seht doch das Positive!", möchte man da auf jeden Fahrschein drucken: Die Bahn kommt! Doch, bestimmt!

Mal was anderes …

Wednesday, August 15th, 2007

Letzte Woche war ich auf dem Chaos Communication Camp in Finowfurt, trotz bester Interanbindung (sogar im Zelt) bin ich nicht zum bloggen gekommen, dafür war das Programm einfach zu interessant.

Offensichtlich gab es im Camp auch Bahnfreunde …

LGB-Bahn auf dem Chaos Communication Camp
Computergesteuert? LGB-Bahn auf dem Chaos Communication Camp

LGB-Bahn auf dem Chaos Communication Camp

Kaum gestreikt - schon vermittelt

Thursday, August 9th, 2007

Am Donnerstag einigten sich die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn AG auf Kurt Biedenkopfund Heiner Geißler als Mediatoren. Zunächst hatte die GDL den EX-Generalsekretär der CDU ins Gespräch gebracht, kurze Zeit später präsentierte die Bahn den ehemaligen sächischen Ministerpräsidenten. Nach einem Mini-Streik sollen nun die beiden CDU-Politiker die Streithähne Mehdorn und Schell wieder an den Verhandlungstisch zurückbringen.

CDU-Recken sollen's richten

Erste Konsequenz, die Gewerkschaft kündigte an, in der nächsten Zeit auf weitere Streiks zu verzichten. Gewerkschaftssprecher Maik Brandenburger sagte: "Wir werden zunächst nicht zu weiteren Streiks aufrufen. Das wäre in dieser Situation kontraproduktiv." Bereits in der kommenden Woche soll jetzt weiter verhandelt werden.

Die Ausgangspositionen haben sich indes nicht verändert. Die Gewerkschaft fordert nach wie vor einen eigenen Tarifvertrag und deutliche Verbesserungen bei Arbeitszeit und Gehalt. Die Bahn will nach wie vor keinen eigenen Tarifvertrag für Lokführer, bietet aber Verhandlungen über eine verbesserte Eingruppierung der Lokführer.

Für die Kunden ist zunächst einmal Entspannung angesagt, bis weit in die nächste Woche hinein ist nicht mit weiteren Streiks zu rechnen.

In Hamburg und Berlin wird gestreikt

Wednesday, August 8th, 2007

Stillstand in Hamburg und Berlin
Am Donnerstag werden die S-Bahnen in Hamburg und Berlin bestreikt

Die Lokführergewerkschaft GDL kündigte am Nachmittag an, in beiden Städten die S-Bahn zu bestreiken. Zwischen Donnerstag 8:00 und 10:00 Uhr sind in beiden Städten hunderte Mitarbeiter zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Warum kann die GDL die S-Bahnen trotz der Gerichtsurteile in Chemnitz (Verbot von Streiks bei DB Regio) und Nürnberg (Verbot von Streiks bei Railion und DB Fernverkehr) zum Streik aufrufen?

Die Antwort darauf ist einfach: keine der beiden S-Bahnen gehört zu den von den Urteilen betroffenen Unternehmensteilen Railion oder Fernverkehr. Auch die im Chemnitzer Urteil genannte DB Regio betreibt die S-Bahnnen in Hamburg und Berlin nicht. Zu ihr gehören lediglich S-Bahnen in anderen Städten, etwa in München, Stuttgart oder Leipzig.

Die Beeinträchtigungen für die Pendler sind also ganz legal. Allzu schlimm dürften die Auswirkungen auch nicht werden. In beiden Städten gibt es ein umfangreiches Nahverkehrsangebot mit zahlreichen Alternativen, wie Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen. Kein Pendler dürfte also auf Strecke bleiben, nur mit Verspätungen und Stehplätzen muss gerechnet werden.

Kein Tucholsky vor Gericht

Wednesday, August 8th, 2007

Gerade im Sudelblog gefunden, der es aus der FAZ hat. In einem Porträt über den Anwalt der Gewerkschaft GDL Ulrich Fischer schildert der Autor eine Szene vor Gericht:

Bei Kurt Tucholsky verlor die Richterin die Geduld. Das Gedicht über die „Eisenbahner“ durfte Ulrich Fischer vor dem Arbeitsgericht Frankfurt nicht mehr vortragen. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte der Rechtsanwalt der Gewerkschaft der Lokführer das Gericht, die Vertreter der Deutschen Bahn und diverse Journalisten schon mehrere Stunden in Atem gehalten mit seinen Ausführungen zum Arbeitskampf seiner Mandanten. (Quelle: faz.de)

Weil das Gedicht so schön (passend) ist, möchte ich es den Lesern auch nicht vorenthalten:

Eisenbahnerstreik
Unnötig.
Aber ohne jedes Recht.
Die Frau, die Kinder wollen Schuhe.
Wißt ihr, wie solcher Dienst den Körper schwächt?
Tag-, Nachtschicht und das bißchen Ruhe.

Ja, standet ihr schon mal am Führerstand?
Der Kessel glüht - es ziehn die Winde.
Heiß-kalt, kalt-heiß wird seine Führerhand . . .
Wo ist sein Sinn! Bei seinem Kinde?

Wo ist sein Sinn? Die Augen spähn: »Fahrt frei!«
Er darf nicht einen Griff versäumen.
Er sieht das Vorsignal und Weiche III -
Ihr könnt auf weichen Polstern träumen,

Wollt ihr nicht sichere Fahrt durch euer Land?
Wie soll der Dienst tun mit den Sorgen?
Zweihundert Leben in der einen Hand -
und dieser Hand will keiner, keiner borgen?

Er hats nicht leicht der Mann vom Flügelrad.
Stets droht der Tod. Er soll nicht ein Mal fehlen.
Ihr tuts für euch. Macht seine Kinder satt!
Wer fünf Milliarden für die Reichswehr hat:
der darf uns nichts von Sparsamkeit erzählen!

Autorenangabe: Theobald Tiger
Ersterscheinung: Die Weltbühne, 09.02.1922, Nr. 6, S. 149

Streiks bis Ende September verboten

Wednesday, August 8th, 2007

Damit hatte eigentlich niemand mehr gerechnet, das Arbeitsgericht Nürnberg hat per einstweiliger Verfügung alle Streiks bei der Bahn bis Ende September untersagt. Der für morgen geplante Ausstand im Güterverkehr wurde von der Gewerkschaft der Lokomotivführer darufhin erst einmal abgesagt. Die Gewerkschasft legte Widerspruch gegen die Entscheidung ein.

Zur Begründung verwies das Gericht auf die enormen Schäden, die der deutschen Volkswirtschaft durch die Streiks gerade zur Urlaubszeit entstünden. Arbeitsrechtler kritisieren das Streikverbot. In der Welt Online wird der Arbeitsrechtler Prof. Hermann Reichold von der Uni Tübingen zitiert: "Ich glaube nicht, dass die Entscheidung einer Überprüfung durch die nächste Instanz standhalten wird […] Immer wenn wir juristisch nicht weiter wissen, können wir natürlich bestimmte Schlagworte benutzen, zum Beispiel wenn wir sagen, etwas sei unverhältnismäßig."

Urteil ist auch Privatisierungskritik

Auch der bei tagesschau.de zitierte Arbeitsrechtler Prof. Lobinger von der Uni Heidelberg zweifelt an dem Urteil: "Ich halte das Argument der Unverhältnismäßigkeit auch für hoch problematisch. Denn: Jeder Streik hat so genannte externe Kosten - das ist das Wesen eines Streiks. Er soll ja gerade Schäden anrichten, das ist das Druckmittel der Arbeitnehmer. Aber das Gericht argumentiert hier ja gerade nicht mit den Schäden, die dem Unternehmen entstehen, sondern mit den Schäden für die Volkswirtschaft. Und das ist in der Tat problematisch. Denn, wenn man der Ansicht ist, dass es sich bei der Bahn um ein für die Volkswirtschaft so hoch bedeutsames Unternehmen handelt, dann wird man sich überlegen müssen, ob man sich in dem Fall privatwirtschaftliche Zustände, zu denen ein Streik nun mal gehört, leisten kann. Und dann muss man auch überlegen, ob die Privatisierung der Bahn richtig war. In dieser Entscheidung steckt, wenn auch sicherlich unbewusst, ein Kern Privatisierungskritik."

Das Gericht wird sich wahrscheinlich noch im Lauf dieser Woche mit dem Widerspruch der GDL beschäftigen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung wird die GDL auf alle weiteren Streiks verzichten.

Schlichter für Schell - Moderator für Mehdorn

Wednesday, August 8th, 2007

Es bewegt sich was beim Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn AG und der Lokführergewerkschaft GDL. Gestern sagte GDL-Chef Schell im Fernsehsender N24: "Wenn irgendein so genannter Moderator hineinkommen sollte, der dann versucht, irgendetwas in die Wege zu leiten, dann würden wir uns nicht dagegen sperren". Die Äußerung wurde von Seiten der Bahn sogleich als Zeichen für eine neue Verhandlungsbereitschaft gewertet.

Unklar ist wer den Schlichter geben soll und wie ein solches Verfahren durchgeführt werden soll. In der Sache zeigt sich zudem die Bahn hart. Einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer solles nach Aussagen von Personalvorstand Suckale auf keinen Fall geben. Anders die Gewerkschaft: "Jedes Mitglied weiß, dass 31 Prozent niemals realisiert werden", sagte Schell. Diese Zahl sei von der Bahn ins Spiel gebracht worden.

Überraschend hat die Bahn zwei Eilanträge auf ein gerichtliches Streikverbot zurückgezogen, die Anträge waren von den Arbeitsgerichten in Hagen und Stuttgart an das Gericht in Frankfurt verwiesen worden. Trotzdem behalte sich die Bahn weitere juristische Schritte vor.

Streik im Personenverkehr erst ab nächster Woche

Wednesday, August 8th, 2007

Nach Auskunft der Süddeutschen Zeitung sollen die Streiks im Personenverkehr erst in kommenden Woche beginnen. Wie GDL-Sprecher Maik Brandenburger am Dienstag der SZ mitteilte, sollen Beginn und Art der Streiks erst kurz vorher mitgeteilt werden. So kann sich die Deutsche Bahn nicht so gut auf die drohenden Zugausfälle vorbereiten. Schon morgen drohen Streiks im Güterverkehr. Dabei soll der Verkehr bis zu vier Stunden. Auswirkungen auf den Personen-Verkehr sind nicht ausgeschlossen.

Gut informiert durch den Streik kommen

Über aktuelle Behinderungen im Bahnverkehr klärt die Bahn auf ihren Webseiten auf, dabei bietet vor allem die minutengenaue Verspätungsauskunft einen guten Überblick. Hier werden neben der Verspätung auch die aktuellen Gründe für die Behinderungen angezeigt. Durch den Klick auf einzelne Verbindungen lässt sich auch verfolgen, wo die Züge gerade unterwegs sind und mit welcher Verspätung sie verkehren.

Info-Hotline der Bahn geschaltet

Die Deutsche Bahn hat weiterhin eine kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet, unter der sie über die Streiks informieren will: 08000 996633.

Kostenloser Tickettausch

Nach Angaben der Bahn können Reisende, die wegen der Streiks eine Reise nicht antreten, ihre Fahrkarten kostenlos umtauschen, alternativ kann auch der Fahrpreis erstattet werden.

Weitere Informationen rund um den Streik:

Am besten informiert man sich auf den Seiten der minutengenauen Bahnstafeln der Bahn, im Bahnblog wird erklärt, wie man seinen Bahnhof findet.

Hier eine Auswahl für einige Bahnhöfe:

Interviews zum Bahnstreik

Tuesday, August 7th, 2007

Heute ist Radiotag im Bahnblog:

Im Deutschlandfunk war heute Morgen der Personalvorstand der Deutschen Bahn AG, Margret Suckale zu hören. Sie wirft der Lokomotivführergewerkschaft GDL vor, die Belegschaft zu spalten. Einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal - wie von der GDL gefordert - werde es nicht geben. Mit Maximalforderungen mache man Verhandlungen unmöglich. Ein Ultimatum der GDL, bis zum Abend ein neues Angebot vorzulegen, werde die Bahn nicht erfüllen.

Die Datei kann auch als MP3 heruntergeladen werden:
ondemand-mp3.dradio.de

Im Partnerprogramm Deutschlandradio Kultur gab es den Verkehrsexperten der FDP und MdB Horst Friedrich zum selben Thema. Das ist der Mann, der die Streiks von Transnet als 'reines Theater' bezeichnet hat und schon Anfang Juli den weiteren Fortgang des Arbeitskampfs recht genau vorhergesagt hat.

Die Datei kann auch als MP3 heruntergeladen werden:
ondemand-mp3.dradio.de


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
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