Bahnstreik - Montag ist der Tag der Entscheidung
Nicht nur in den Blogs, sondern auch in der Tagespresse ist es auffallend ruhig geworden, wenn es um den drohenden Streik der Lokomotivführer geht. Die beiden Vermittler Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf werkeln nahezu lautlos vor sich hin. Weder von Seiten der Geschäftsführung noch aus dem Lager der Gewerkschaften gab es Signale zum aktuellen Stand der Verhandlungen.
Kleine Auseinandersetzungen unter Kollegen
Lediglich Transnet (ja genau die, die sich mit 4,5 Prozent gegeben hatten) ließ diese Woche verlauten, dass die Bahn bloß nichts besseres mit der GDL verhandeln solle, als man selbst erreicht hatte, denn sonst gebe es nämlich Reaktionen und zwar heftige. Die erste Reaktion, eine der Transnet-Konkurrenzgewerkschaft GDL, ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Am Dienstag meldet sich deren Chef Manfred Schell mit gewohnter Kampfrhetorik zu Wort: "Die Vereinbarung einer solchen Klausel ist ja wohl ein Stück aus dem juristischen Tollhaus", so Schell, dies sei ein "untauglicher Versuch der Einflussnahme auf die Moderatorenverhandlungen und soll den DB-Vorstand unter Druck setzen."
Neues am Montag
Nun will der Hauptvorstand der GDL die Fortschritte im Vermittlungsverfahren bewerten und dann am Montag eine Entscheidung über den weiteren Fortgang verkünden, so GDL-Sprecher Maik Brandenburger am Freitag. Sollte die Gewerkschaft den Streikverzicht zurückziehen, wären ab Dienstag neue Arbeitsniederlegungen möglich. Nach dem Streik in XXS ist aber niemand mehr so richtig beunruhigt. Keine reißerischen Presseberichte vom Untergang der deutschen Wirtschaft wegen lahmgelegter Züge, keine letzten Apelle an die Vernunft, wie noch zu Beginn des Monats.
