Bahn und Lokführergewerkschaft auf der Suche nach dem Kompromiss

Heute kommen in Frankfurt am Main die Lokführergewerkschaft GDL und der Bahnvorstand zu Verhandlungen über den aktuellen Tarifkonflikt zusammen. Sowohl von Bahnchef Mehdorn, als auch vom GDL-Vorsitzenden Schell waren im Vorfeld moderate Töne zu hören.

"Jeder weiß wie stark der andere ist"

Nachdem die Bahn in den vergangenen Tagen mit einer Anzeigenkampagne gegen die die Forderungen der Gewerkschaft mobilisierte, gab es gestern einen nachdenklichen Hartmut Mehdorn zu hören: "Wir sehen viele Möglichkeiten, uns konstruktiv zu bewegen." Dass diese Verhandlungsbereitschaft wohl auch eine Erkenntnis aus den vergangenen Warnstreiks der GDL ist, lässt die Äußerung vom Bahnchef erahnen. "Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen. Jeder weiß jetzt, wie stark der andere ist." Die Verhandlungsbereit der Bahn bezieht sich aber ausdrücklich nicht auf die Lohnforderungen der GDL. Diese sind mit 30 Prozent für die Bahn "irrwitzig". Personalvorstand Margret Suckale bestätigte gestern noch einmal. "Hier wird etwas gefordert, was nur auf dem Rücken der anderen Mitarbeiter möglich wäre." So wird wohl vor allem über Ausbildung, Arbeitszeit und weitere Sozialleistungen gesprochen. Jeder Streiktag kostet die Bahn nach Aussagen Mehdorns einen zweistelligen Millionenbetrag, die Kosten des Abschlusses mit Transnet und GDBA sollen im dreistelligen Millionenbereich liegen.

GDL fordert mehr als den Transnet-Abschluss

Auch Gewerkschaftschef Schell ließ Kompromissbereitschaft erkennen. Die angestrebten Lohnerhöhungen seien eine Maximalforderung, über die selbstverständlich gesprochen werde könne. Allerdings reicht der GDL ein Ergebnis in der Höhe des Transnet/GDBA-Abschlusses nicht aus. "Da muss schon ein bisschen mehr passieren", sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert.
Die Gewerkschaft rechnet in den heutigen Gesprächen nicht mit einem Ergebnis. In der Tarifkommision der GDL wird am Montag über die Verhandlungen gesprochen, weitere Warnstreiks werden nicht ausgeschlossen

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