Tarifabschluss bei der Bahn - Transnet wird belohnt

Ein schneller Tarifabschluss und 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten bei der Deutschen Bahn sind die (tarif)politische Belohnung für das Wohlverhalten der Gewerkschaften Transnet und GDBA.

Trotz schmaler Einstiegsangebote und einem nominell hohen Abschluss hat die Bahn fast alle Ziele im Arbeitskampf erreicht.

Erfolg für die Deutsche Bahn

Der Tarifstreit ist außerordentlich schnell beigelgt worden. Nach nur wenigen Warnstreiks und drei Verhandlungen konnte der Bahnvorstand ein Ergebnis herbeiführen.

Mit dem schnellen Abschluss wird die Gewerkschaft GDL, die für ihre Mitglieder, die Lokomotivführer und Zugbegleiter ein deutlich höheres Ergebnis erreichen möchte, kräftig unter Druck gesetzt. Ihrem Ziel, einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten des Bahnkonzern zu behalten, ist die Bahn ein großes Stück näher gekommen.

4,5 Prozent und 600 Euro

Nominell haben die Gewerkschaften Transnet und GDBA einen guten, weil hohen Lohnabschluss erreicht. Ob die Rechnung unterm Strich aufgeht bleibt abzuwarten. Zum einen ist nicht über eine weitergehende Beschäftigungssicherung nach dem Börsengang verhandelt worden. Zum anderen ist der Tarifabschluss als Belohnung für politisches Wohlverhalten der Gewerkschaftsführung zu verstehen.

Dubioses Bündnis zwischen Transnet und Bahn

Besonders Transnet-Chef Hansen hat sich im Privatisierungskurs an die Seite von Mehdorn gestellt und diesem auch gegen massive Widerstände aus dem Gewerkschaftslager stets treu geblieben. Dabei kam bei der größten Bahngewerkschaft stets die kritische Auseinandersetzung mit der Privatisierung zu kurz. Immer wurde so getan, als ob es keinen anderen Weg, als den an die Börse geben könne. Und ohne den kräftigen Einsatz von Transnet hätte die SPD wohl kaum die Privatisierung so kritiklos unterstützt.

Phyrrussieg für Transnet?

Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Arbeitnehmervertreter damit nicht kräftig verspekuliert haben. Denn nach drohendem Stellenabbau im Rahmen der Privatisierung dürfte keiner der Kollegen mehr etwas von den schönen 4,5 Prozent haben.

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