Streiks werden am Dienstag massiv ausgeweitet

Alle Signale auf Halt - am Dienstag soll nach dem Willen der GDL der Zugverkehr zum Stillstand kommen
Nachdem es am heutigen Montag nur zu geringen Behinderungen durch die Warnstreiks der Gewerkschaften Transnet und GDBA gekommen ist, drohen am Dienstag Morgen massive Behinderungen.
Die Gewerkschaft der Lokomotivführer/GDL hat für morgen Behinderungen im gesamten Bundesgebiet angekündigt. Zwischen 5:00 und 9:00 Uhr wollen die dort organisierten Lokomotivführer und Zugbegleiter streiken.
Da die Bahn Verhandlungen mit der GDL über einen eigenen Tarifvertrag für deren 30.000 Mitglieder ablehnt, bliebe der Gewerkschaft nach Ansicht des Bundesvorsitzenden Manfred Schell keine andere Wahl: "Wir werden deshalb morgen von 5 bis 9 Uhr im gesamten Bundesgebiet sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr streiken." Aufgrund der zu erwartenden massiven Behinderungen rät die GDL "den Reisenden, in dieser Zeit auf Zugfahrten zu verzichten."
Die GDL fordert einen eigenen Tarifvertrag für ihre Beschäftigten:
In diesem Fahrpersonaltarifvertrag fordert die GDL für Lokführer ein Anfangsentgelt von 2 500 Euro, für Zugbegleiter 2 180 Euro und für Gastromitarbeiter 1 820 Euro. Außerdem will sie eine stufenweise Erhöhung des Entgelts je nach Konzernzugehörigkeit und Berufserfahrung durchsetzen. "Es kann nicht sein, dass ein Lokführer mit 27 Jahren mit 2 142 Euro das Ende der Entgelt-Fahnenstange erreicht hat", sagte Schell.
Bisher bekommt ein Lokführer rund 1 500 Euro netto im Monat: "Das ist völlig unangemessen. Das Fahrpersonal trägt schließlich eine große Verantwortung für Mensch und Material, so der GDL-Bundesvorsitzende." Außerdem haben Lokführer und Zugbegleiter im ständigen Schicht- und Wechseldienst ihren Beitrag zur Sanierung der Bahn schon mehr als erfüllt: Seit der Privatisierung 1994 haben sie einen Reallohnverlust von 9,5 Prozent in Kauf nehmen müssen. "Die Lohnkurve muss endlich wieder nach oben gehen", forderte Schell.
Bahn bezeichnet GDL-Forderung als 'Wahnwitz'
Im Gegensatz zur GDL nehmen sich die Lohnforderungen von Transnet und GDBA mit sieben Prozent recht bescheiden aus. Dabei lehnt DB-Personalvorstand Margret Suckale nicht nur die Forderungen der GDL als "Wahnwitz" ab, auch die sieben Prozent der anderen Gewerkschaften hält sie für überzogen. Schließlich hätte die Bahn nicht nur sichere Arbeitsplätze bis 2010, sondern auch eine zweiprozentige Lohnerhöhung in diesem und nächsten Jahr angeboten.
Vorstandsgehälter überdurchschnittlich gestiegen?
Das mit den Gewerkschaften vereinbarte Beschäftigungsbündnis, das betriebsbedingte Kündigungen bis 2010 ausschließt, wurde im vergangenen Jahr allerdings erst nach Warnstreiks der Gewerkschaften abgeschlossen. Zudem sind nach Angaben der GDL "die Bezüge des Bahnvorstands allein in 2006 um 62 Prozent gestiegen" während "das Fahrpersonal seit der Privatisierung 1994 einen Reallohnverlust von 9,5 Prozent in Kauf nehmen müssen." Das unter diesen Umständen die Streiklust bei den Besachäftigten der Bahn groß ist, ist nicht verwunderlich.
Info-Hotline der Bahn geschaltet
Die Deutsche Bahn hat eine kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet, unter der sie über die Streiks informieren will: 08000 996633. Allerdings ist diese Nummer momentan schwer erreichbar, bei fünf Versuchen am Vormittag war jeweils nur eine Bandansage zu erreichen.
Kostenloser Tickettausch
Nach Angaben der Bahn können Reisende, die wegen der Streiks eine Reise nicht antreten, ihre Fahrkarten kostenlos umtauschen, alternativ kann auch der Fahrpreis erstattet werden.
Weitere Informationen rund um den Streik:
Am besten informiert man sich auf den Seiten der minutengenauen Bahnstafeln der Bahn, im Bahnblog wird erklärt, wie man seinen Bahnhof findet.

July 2nd, 2007 at 17:34:04
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