Ab nächster Woche drohen Streiks - Update

Ohne Ergebnis ist heute die zweite Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn AG und den Gewerkschaften Transnet und GDBA geendet. Statt der von den beiden Gewerkschaften geforderten Siebenprozentigen Lohnerhöhung, hat die Bahn nur zwei Prozent, sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro bei einer Laufzeit des Tarifvertrags angeboten.

"Almosen verhöhnen die Beschäftigten"

Damit wird ein Streik bei der Bahn immer wahrscheinlicher. "Die Arbeitgeber provozieren geradezu Streit", erklärten die Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft TRANSNET/ GDBA, Alexander Kirchner und Heinz Fuhrmann. Die angebotenen rund zwei Prozent seien vollkommen unzureichend. "Solche Almosen verhöhnen die Beschäftigten", stellten Kirchner und Fuhrmann fest. Die beiden Gewerkschaften verwiesen zudem auf die Rekordbilanz der DB im Jahr 2006 und die für dieses Jahr in Aussicht gestellten neuen Rekordzahlen.

Zwar wurde kein neuer Termin für die Fortsetzung der Tarifverhandlungen vereinbart, aber die Gewerkschaften erklärten sich weiterhin verhandlungsbereit. Sie verwiesen aber auf die Ende Juni auslaufende Friedenspflicht. So sind Streiks ab Juli zulässig.

Bahn: Hohe Lohnabschlüsse gefährden Arbeitsplätze

Margret Suckale, Personalvorstand der Deutschen Bahn, sagte nach der zweiten Verhandlungsrunde: "Wir wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen. Nun müssen sich auch die Gewerkschaften bewegen. Mit den bundesweit höchsten Forderungen in der laufenden Tarifrunde werden sonst Arbeitsplätze gefährdet."

GDL fordert 30 Prozent mehr

Nicht am Tisch saß die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL, die für die bei ihnen organisierten 30.000 Beschäftigten Lokomotivführer und Zugbegleiter Lohnerhöhungen von bis 30 Prozent fordert und bereits heute Morgen mit Streiks gedroht hatte.

Unterschiedliche Haltung zur Bahnprivatisierung

Die abweichende Position der GDL resultiert auch zu unterschiedlichen Positionen der Gewerkschaften zur Frage der Bahnprivatisierung. Während sich Transnet und GDBA fast eins zu eins die Positionen der Deutschen Bahn zu eigen machen, bezieht die GDL eine privatisierungskritische Position. Sie kann sich zudem auch sehr einen Börsengang ohne Netz vorstellen.

Verschärfte Auseinandersetzung

Der Ton zwischen den Gewerkschaften nimmt inzwischen an Schärfe zu, in einem Aushang bezieht die GDL deutlich Stellung gegen die beiden anderen Bahngewerkschaften:

Die GDL geht davon aus, dass Transnet und GDBA ebenfalls zu einem Streik aufrufen werden und dass dieser gegebenenfalls vor den Arbeitskampfmaßnahmen der GDL stattfindet. All dies wird die GDL und mit ihr das Fahrpersonal jedoch nicht verunsichern. Unser Fahrplan steht! Das Ziel ist klar benannt:

FPTV jetzt!

Vor diesem Hintergrund sollte sich das Fahrpersonal nicht an einem Streik der beiden anderen Bahngewerkschaften beteiligen. Schließlich liegen unsere Tarifforderungen deutlich höher. Außerdem würden Transnet und GDBA auch nicht zusammen mit der GDL streiken. Die Entschlossenheit der Lokomotivführer, Zugbegleiter und Gastromitarbeiter, den FPTV gegen den Widerstand des Arbeitgebers und der beiden anderen Bahngewerkschaften durchzusetzen, wird der DB-Vorstand in der kommenden Woche zu spüren bekommen.

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