Dauerhafte Schranken-Probleme

Bahnübergang in Bonn
Sicherheit mit Plastikband - Girlanden sichern einen Bahnübergang in Bonn

Fast 200 Bahnübergänge der Deutschen Bahn müssen geschlossen oder besonders überwacht werden. Bei den Übergängen, alle mit der Technik eines bestimmten Herstellers ausgestattet, kann es zu Sicherheitsproblemen kommen. So können sich die Schranken in bestimmten Fällen vorzeitig öffnen, obwohl die Züge den Übergang noch nicht vollständig passiert haben.

Die Rheinische Post berichtet in ihrer Online-Ausgabe über die Reaktion der Bahn. Besonders interessant, die Aussage von Bahnsprecherin Scharl, dass die Bahn jetzt "sehr zügig" ermittele, wo sich die betroffenen Bahnübergänge befinden.

Die Bahn hat gegenüber den Maßnahmen des Eisenbahn-Bundesamtes, die Bahnübergange zu schließen oder dauerhaft manuell zu sichern, Widerspruch eingelegt. Die Experten der Bahn kamen zu dem Schluss, dass sich auch mit weniger drastischen Maßnahmen die Gefahr bannen lasse. Es reiche aus, wenn die Fahrdienstleiter die Schranken elektronisch verriegelten.

In der Süddeutschen Zeitung habe ich dazu den erhellenden Leserkommentar eines Fahrdienstleiters (FD) gefunden:

Was für Schwachsinnsexperten!
Die meisten übergänge kann der Fahrdienstleiter gar nicht sperren, da sie vollautomatisch resp. mit Wirksamkeitschaltung funktionnieren.(d.h. eine bestimmte Zugfahrt muss eingestellt sein) Solche übergänge haben keine Sperre die der FD bedienen kann. (bin selber FD)
Sperren heisst in diesem Fall Dauersperre, das heisst der Bahnübergang wird geschlossen, dann erst die Zugfahrt gestellt und erst geöffnet wenn der Fahrdienstleiter sicher ist, dass der Zug vorbei ist, je nach Strecke kann das eine laaaaaange Zeit sein, eine halbe Stunde oder mehr im ungünstigsten Fall.
Mit der zunehmenden Privatisierung ist das kein Zufall. Solche vorzeitigen öffnungen können z.B. auch passieren wenn überlange Waggons im Zug sind, mit einem Achsabstand der grösser ist als die Schrankenanlage erwartet, diese glaubt dann der Zug sei schon vorbei. Wenn solche Waggons unangemeldet in einen Zug geraten sind da zuviele Stellen abgebaut wurden die das verhindern sollten, kommen solche Sachen nun mal vor.

Mal sehen was da noch kommt. Während in Bonn weiterhin Girlanden zum Einsatz kommen, wurden in Emmerich fünf von dem betroffenen Hersteller ausgerüstete Übergänge geschlossen.

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Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
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