Archive for February, 2007

Späte Selbsterkenntnis - Schiennetz marode

Tuesday, February 27th, 2007

Was regelmäßige Kunden der Bahn schon lange wussten ist mittlerweile auch bei der Unternehmensführung angekommen: das Netz der Bahn ist marode, viele Hauptverkehrsstrecken müssen in den nächsten Jahren dringend saniert werden.

Zu dieser überraschenden Erkenntnis ist nach Recherchen des Handelsblatts die Bahnkonzerntochter DB Netz AG gekommen. Die Infrastruktur sei im wahrsten Sinne des Wortes "abgefahren" so ein Manager der Bahn.

Für die Kunden kommt es besonders im Westen knüppeldick. Auch Hauptverkehrsstrecken sind während der geplanten Sanierung wochenlang nur eingleisig bafahrbar, viele Fernverkehrszüge sollen komplett entfallen. Ein Konzernsprecher wollte gegenüber dem Handelsblatt dazu keine Stellung nehmen und kündigte eine Pressekonferenz für den kommenden Donnerstag an.

Die schlimmen Folgen mangelnder Wartung der Infrastruktur lassen sich gut in England beobachten. Im Anschluss an den Börsengang ist es dort mehrfach zu schweren Unfällen mit Toten und zahlreichen Verletzten gekommen. Erst am Freitag ist ein Zug in Cumbria wegen einer defekten Weiche entgleist. Ein Mensch kam dabei ums Leben.

Zitat des Tages: Bahn = Straftäter?

Monday, February 26th, 2007

"So mag der Staat sein Verhältnis zu mehrfach vorbestraften Straftätern regeln …"

Bahnchef Mehdorn in einem Brief an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee vom Januar 2007, den die FDP-Fraktion jetzt veröffentlichte. Mehdorn beklagt sich in dem Schreiben heftig über die Rahmenbedingungen der Privatisierung.

Prachtbau vs. Provinz - 1:0

Monday, February 19th, 2007

Während in der Haupstadt ein Glaspalast für 1,2 Milliarden Euro enstanden ist (nicht sturmsicher aber toll), sollen in der Provinz Bahnhöfe aus Kostengründen verkauft oder abgerissen werden (nicht so toll aber sturmsicher). So sollen allein in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg 177 von 283 Bahnhöfen verkauft oder gleich abgerissen werden. Die Bahn versprach zwar keine Haltepunkte zu streichen, aber das Unternehmen will sich von den Gebäuden trennen, die "nur noch Kosten verursachen".

Was aus den Kunden wird, die bei Wind und Wetter auf den Zug warten, ist der Bahn scheinbar egal. Immer weniger versteht sich die DB AG als ein Bahnkonzern, der alle Dienstleistungen rund das Zugreisen anbietet. Nachdem schon fast flächendeckend Automaten die Fahrkartenschalter mit Personal abgelöst haben, geht es jetzt den Bahnhöfen and den Kragen.


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
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