Archive for January, 2007

Bahn entmündigt Kunden - minutengenaue Fahrplanauskunft gesperrt

Friday, January 26th, 2007

minutengenaue Auskunft für Kunden gesperrt
Bahn sperrt minutengenaue Auskunft für Kunden

Die Deutsche Bahn AG zieht Konsequenzen aus dem Informationsdisaster der vergangenen Woche. Während der Verspätungen rund um den Orkan Kyrill hatte es von vielen Seiten scharfe Kritik an der Informationspolitik der Bahn gegeben. Allerdings fallen die Konsequenzen anders aus, als es der aufgeklärte Fahrgast erwartet hätte. Statt die Informationen für die Reisenden zu verbessern, kommt es zu einer deutlichen Verschlechterung.

Reisenden Informations System

2003 stellte die Bahn ihr Reisenden Informations System (RIS) vor. Fahrgäste und Mitarbeiter der DB AG konnten zunächst an großen Bahnhöfen, später auch im Internet sich online über die Verkehrslage informieren. Für Fahrgäste der Bahn wurden die Verspätungen allerdings auf 5 Minuten abgerundet. Züge mit ein bis vier Minuten Verspätung wurden als "pünktlich" angezeigt, fünf bis neun Minuten als "5 Minuten" Verspätung. Nur bei großen Störungen, wie Streckensperrungen oder Unwettern wurden auch die Verspätungsgründe genannt.

Minutengenauer Service

Seit April 2006 konnten Fahrgäste auch auf die Profivariante des RIS zugreifen. Darin wurden Verspätungen minutengenau aufgeführt, zudem wurden die jeweiligen Gründe genannt, z.B. Störung am Triebfahrzeug, Oberleitungsschaden, Verzögerungen im Betriebsablauf, verspätete Übergabe aus dem Ausland, Personen im Gleis, polizeiliche Ermittlungen und anderes. Aber auch andere interessante Informationen, wie die abweichende Wagenreihung, ausgefallene Platzreservierungen oder fehlende Waggons wurden angezeigt. Daneben konnte man sich auch Verspätungen einzelner Züge anzeigen lassen und so feststellen wie es zu bestimmten Verspätungen gekommen ist und wo ein bestimmter Zug aktuell unterwegs war.

Bahn hält Kunden dumm

Alles Informationen, die das Reisen mit der Bahn leichter gemacht haben. Diese Form der Auskunft wurde von der Bahn offiziell nicht beworben, war aber im Internet bekannt und wurde auch auf vielen Webseiten beschrieben, so auch hier im Blog. Seit dem Fahrplanwechsel, am 10.12. 2006 war die Startseite des System mit einem Passwort geschützt, allerdings konnten über Lesezeichen noch alle darunter liegenden Seiten angesteuert werden, das System war also prinzipiell noch benutzbar. Seit Montag besteht auch diese Möglichkeit nicht mehr, das RIS ist nur noch mit Login und Passwort zu nutzen.

Hat die Bahn Angst vor informierten Kunden?

Warum die Bahn die genaue Auskunft sperrt bleibt unklar. Technische Gründe können es eigentlich nicht sein, offensichtlich greifen beide Systeme auf die gleiche Datenbank zu. Zu vermuten ist eher, dass die Bahn an mündigen Reisenden nicht interessiert ist und gegenüber den Kunden einen Informationsvorsprung halten möchte. Oder hat die Bahn Angst, dass die Kunden mit der genauen Auskunft nicht umgehen können?

Für die Kunden stellt sich die Verschlechterung der Auskunft als reine Desinformationskampagne dar, die einem Unternehmen, dass sich noch in staatlichen Besitz befindet und damit auch allen seinen Kunden gehört, nicht zusteht. Dabei hatte die Bahn doch nach den Verspätungen der vergangenen Woche noch versprochen, ihre Kunden besser zu informieren.

Eine Anfrage an die Pressestelle der Bahn zur Sperrung der minutengenauen Auskunft läuft, mal sehen was der Konzern dazu sagt.

Links:

Bahn will Betrieb am Freitag wieder aufnehmen

Friday, January 19th, 2007

Die Deutsche Bahn will den Betrieb im Fernverkehr am Freitag gegen 04:00 Uhr wieder aufnehmen. Allerdings kann es auch am Freitagnoch zu Verspätungen und Ausfällen einzelner Verbindungen kommen. Nach Angaben der Bahn dauern die Aufräum- und Reparaturarbeiten noch länger.

Weitere Informationen zur aktuellen Verkehrslage finden Sie auf den Seiten der Bahn: http://www.bahn.de/blitz/view/index.shtml.

Bahn stellt gesamten Fernverkehr ein - tausende Reisende stecken auf Bahnhöfen fest

Thursday, January 18th, 2007

Alle Räder stehen still: die Deutsche Bahn hat aus Sicherheitsgründen den gesamten Fernverkehr in Deutschland eingestellt. In Nordrhein-Westfalen ist außerdem der Regionalverkehr eingestellt. Grund dafür ist das Sturmtief Kyrill das zur Zeit quer über Deutschland zieht.

Wegen zahlreicher unbefahrbarer Strecken im Norden und Westen Deutschlands in Folge Sturmschäden wird der Personenfernverkehr ab sofort eingestellt.
Die Maßnahme dient der Sicherheit von Fahrgästen und Personal. Züge werden an den nächsten geeigneten Orten zum Halten gebracht. Die Wiederaufnahme des Betriebes am heutigen Tag ist sehr unwahrscheinlich.
Reisenden in den übrigen Teilen Deutschlands wird dringend empfohlen, heute keine Fahrten mehr anzutreten, da eine Beförderung bis an das jeweilige Reiseziel äußerst fraglich erscheint.
Für entstehende Unannehmlichkeiten bittet die Bahn ihre Kunden um Verständnis.
Reisende erhalten Informationen über aktuelle Zugläufe auch beim telefonischen Reiseservice unter der bundesweit einheitlichen Nummer 11861 *)*) 3ct/Sek., ab Weiterleitung zum DB Reise Service 39 ct/angef.Min.(inkl. USt., aus Festnetz DT AG). (Quelle: db.de)

Die Deutsche Bahn rechnet noch in der gesamten Nacht auf Freitag mit Zugausfällen. Der Fernverkehr bleibt bis auf weiteres eingestellt, alle Züge sind nur noch bis zum nächsten Bahnhof unterwegs. In NRW sind zur Zeit nur einige S-Bahnen unterwegs.

Die Bahnhöfe füllen sich mit gestrandeten Reisenden. Besonders Pech für alle die in Köln liegengeblieben sind. Dank der zur Zeit stattfindenden Möbelmesse gibt es in der Dom-Stadt kein freies Hotelbett.

Einzelne Fernreisezüge, wie der IC 430, sind allerdings noch unterwegs. Der Fernreisezug aus Norddeich Mole hat gerade mit nur 14 Minuten Verspätung den Bahnhof von Andernach erreicht.

Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt

Thursday, January 18th, 2007

Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen ist zur Zeit komplett eingestellt. Seit 17:15 Uhr geht gar nichts mehr. Die Reisenden wurden aufgefordert, die Züge zu verlassen.

Alle reden vom Wetter - die Bahn auch

Thursday, January 18th, 2007

Unwetterwarnung der Bahn

Wegen des Orkans 'Kyrill' hat die Deutsche Bahn das Höchsttempo ihrer Züge eingeschränkt. Es gilt ein Tempolimit von 200 Stundenkilometern für Fernzüge, Nahverkehrszüge dürfen nur noch mit maximal 140 Stundenkilometer verkehren.

Wie textet die Bahn so schön:

Als spurgeführtes Verkehrsmittel ist die Bahn weniger anfälllig für wetterbedingte Einflüsse als andere Verkehrsmittel, dennoch kann es aufgrund der verringerten Geschwindigkeit und Sturmschäden zu längeren Fahrzeiten kommen.

Die aktuelle Verkehrslage für alle Bahnhöfe kann minutengenau auf der Webseite
home.arcor.de/e.lauterbach/auskunft/an-ab_s.html abgerufen werden.

Einfach den gewünschten Bahnhof eingeben und schon erhält man eine Übersicht über alle Verspätungen.

Zur Zeit kommt es vor allem in der Südpfalz zu massiven Behinderungen. Aber auch zwischen Solingen und Wuppertal ist der Zugverkehr eingestellt.

Im Norden ist ein Intercity auf der Fahrt von Hamburg nach Westerland gegen einen auf den Gleisen liegenden Baumstamm gefahren. Es gab nach Angaben der Flensburger Bundespolizei keine Verletzten, sondern lediglich Sachschäden am Zug. Die Strecke war zwischen 14 und 15 Uhr gesperrt.

Schon wieder ein Sonderangebot

Wednesday, January 10th, 2007

Kurz nach der Erhöhung der Fahrpreise gibt es ein neues Angebot der Bahn. Mit dem 'Winter-Spezial' geht es für 29 Euro pro Strecke quer durch Deutschland. Anders als die Tchibo-Tickets sind die Fahrkarten an einen festen Zug gebunden und müssen bis spätestens drei Tage vor Antritt der Reise gebucht werden. Dabei dürfen auch ICEs genutzt werden. Insgesamt stehen diesmal 800.000 Karten bereit. Für 10 Euro mehr können Farten nach Österreich, Dänemark, Tschechien, in die Benelux-Länder und die Schweiz unternommen werden.

Preise ab 29 Euro

Das Angebot ist zwischen dem 13. Januarund dem 28. Februar gültig. Mit den entsprechenden Aufpreisen können auch die Züge von DB Nachtzug und CityNightLine genutzt werden. So kostet in Kombination mit dem Winter-Spezial der Ruhesessel bei CityNightLine nur 3,50 Euro anstatt zehn Euro. Am Schalter, in Bahn-Reisebüros oder per telefonischer Bestellung kommen weitere 5 Euro zum Reisepreis hinzu.

Sonderaktionen sollen sich für Bahn lohnen

Obwohl mancher Stammkunde angesichts der zahlreichen Sonderaktionen mit den Augen rollt, scheinen sich die Angebote für die Deutsche Bahn zu lohnen. Nach Angaben der Pressestelle wurden 2006 rund 1,7 Millionen Fahrten mit den Spezial-Angeboten der Bahn unternommen. Dabei habe die Bahn zahlreiche neue Kunden gewinnen können. Rund 40 Prozent sagten, dass sie ohne diese Angebot nicht mit der Bahn gefahren wären.


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany