Zwei Kaffee und eine Fahrkarte bitte

Das neue Sonderangebot der Bahn
Für 58 Euro quer durch Deutschland (Foto: DB AG/Reiche)

Nach Mc Donalds und Lidl jetzt Tchibo: ab Freitag, dem 8.12. bis zum 14.12. verkauft die Deutsche Bahn AG in allen 1.000 Tschibo-Fillialen und unter www.tchibo.de eine Millionen Fahrkarten. Die Fahrkarten zum Preis von 29 Euro berechtigen zu einer Fahrt beliebiger Länge in der 2. Klasse quer durch Deutschland. Einfach den Namen und die Strecke eintragen schon kann es losgehen. Die Fahrkarten werden nur im zweier Heft zu 58 Euro abgegeben.

1. Klasse gegen Aufpreis

Erstmals besteht im Rahmen der Sonderaktion auch die Möglichkeit erste Klasse Fahrscheine zu erwerben. Gegen einen Aufpreis von 20 Euro, kann in die bequeme Klasse gewechselt werden. Das Angebot gilt in allen IC und ICE-Zügen der DB. Die Tickets können auch in den Nachtzügen gegen Zahlung eines Aufpreises für Sitz-, Liege- und Schlafwagen genutzt werden.

Freitags gilt das Angebot nicht

Die Fahrkarten gelten vom 2. Januar bis zum 4. April, einen Tag lang bis 10 Uhr des Folgetages. Kinder bis einschließlich 17 Jahre fahren in Begleitung mindestens eines Eltern- oder Großelternteils kostenlos mit. Zu den Fahrkarten gibt es gratis zwei Gutscheine für Kaffee-Spezialitäten von Tchibo und eine CD-ROM mit dem neuen Fahrplan, der ab dem 10. Dezember gilt. Allerdings darf das Ticket an Freitagen nicht benutzt werden. Angesichts der Preiserhöhung von 5,6 Prozent ab Januar lohnt sich dieses Sonderangebot auch für viele Bahncard Inhaber.

Kritik der Reisebüros

Der Deutsche Reiseverband (DRV) kritisierte unterdessen das Sonderangebot der Bahn scharf. Mit dem Sonderverkauf über Tchibo verzerre die DB, so der DRV-Vizepräsident, erneut den Wettbewerb. Von Reisebüros, die Bahn-Tickets verkaufen wolle, verlange die Bahn Fachpersonal, welches das höchst komplexe DB-Preissystem beherrsche, spezielle technische Voraussetzungen sowie einen Mindestumsatz. Voraussetzungen, die für Tchibo nicht gelten würden.
Dort erhalte der Kunde zudem keinerlei Beratung, auch eine Fahrplatzreservierung sei nicht möglich

Es wurde bezweifelt, dass die Bahn mit der Aktion zusätzliche Bahnkunden gewinne. Gerade Neukunden und Gelegenheitsfahrer benötigten, so Doldi, eine ausführliche Beratung. Ihnen fehle die Erfahrung, um einschätzen zu können, für welche Fahrten sich die Tickets rechnen. Das verleite die Kunden zu einem ungeprüften Schnellkauf und könne am Ende das Gegenteil zur Folge haben: Verärgerte Kunden, die Bahnreisen aus Prinzip ablehnen.

3 Responses to “Zwei Kaffee und eine Fahrkarte bitte”

  1. Klaus Löhr Says:

    Das ist kein Wunder, dass die Reisebüros sauer sind, ich habe selbst jahrelang im Reisebüro Bahntickets verkauft, sinkende Margen, ein kompliziertes Tarifsystem und Kunden die am liebsten auf einen Schlag gleich 20 Reservierungen für das nächste halbe Jahr machen wollen - all das man ertragen, wenn es sich rechnet.

    Jetzt aber werden wieder viele Kunden kommen, die nur eine Reservierung brauchen, aber natürlich die Tickets woanders (diesmal bei tchibo) kaufen, an denen können wir kaum etwas verdienen, wollen sie aber gleichwohl als Kunden halten, also müssen wir sie aufwendig beraten und den Reibach machen andere.

    Das ist schon ein wenig frustrierend.

    P.S. Klaus Lör ist nicht richtiger Name, da ich weder meine Lizenz noch Kunden verlieren möchte

  2. Bahnsinn - der ganz normale Pendler Wahnsinn » Blog Archive » Bahnblog gefunden Says:

    […] Zwei Kaffee und eine Fahrkarte bitte: bei ihm und bei mir […]

  3. Bahnblog » Blog Archive » Kaffeefahrt für 29 Euro - Tchibo verkauft wieder Billigtickets Says:

    […] Tchibo-Ticket, für 29 Euro auf Kaffeefahrt (Foto: DB AG/Reiche) Wie bereits im letzten Jahr verkauft der Kaffee-Röster auch dieses Jahr wieder 500.000 Billigtickets. Die im nur im Doppelpack […]

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