Archive for November, 2006

Preiserhöhung kommt auch im Nahverkehr

Wednesday, November 29th, 2006

Ab dem 1. Januar wird nicht nur der Fernverkehr teurer, auch auf kurzen Strecken schlägt die Bahn kräftig zu. Fahrten außerhalb von Verkehrsverbünden kosten ab dem Jahreswechsel 3,9 Prozent mehr. Die Bundesländer sind hier, anders als beim Fernverkehr, mitsprache berechtigt. Da sie sich nicht auf eine Ablehnung der Preiserhöhung einigen konnten, hat jetzt das zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt die Preiserhöhung genehmigt.

Bundesländer uneinig

Nur vier der 16 Bundesländer hatten gegen einen Anstieg der Preise gestimmt. Die Bahn hatte die Preiserhöhung mit gestiegenen Energiekosten erklärt. Zum Januar werden auch ICs und ICEs teurer, hier kosten die Tickets im Schnitt 5,6 Prozent mehr, darin enthalten ist der Anstieg der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent.

Peinliche Panne bei der Bahn - zuviel Mehrwertsteuer berechnet

Tuesday, November 28th, 2006

Ticket mit 19 % Mehrwertsteuer
Ticket mit 19 % Mehrwertsteuer

Ganz entgegen sonstigen Gepflogenheiten ist die Bahn am Wochenende zu früh dran gewesen*. Nicht beim eigentlichen Geschäft, sondern bei der Mehrwertsteuererhöhung. Statt der auf den Tickets ausgewiesenen 16 Prozent Mehrwertsteuer ist bei mehr als 100.000 Fahrscheinen am Wochenende schon der, erst ab Januar 2007 geltende, neue Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent berechnet worden.

Kein Schaden für die Bahnkunden

Den Bahnkunden sind keine Schäden entstanden, da die Endsumme der Tickets korrekt ausgewiesen war. Unklar ist aber, ob die Bahn die zuviel berechnet Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen muss. Grund für die Panne war nach Bahnangaben ein Softwareupdate, das erst in der Silvesternacht hätte eingespielt werden dürfen.

p.s. Ohne den Artikel des Donaukuriers wäre mir der falsch ausgewiesene Mehrwertsteuerbetrag auf meiner Fahrkarte von Münster nach Hamburg sicherlich nicht aufgefallen (11,50 Euro = 19%, statt 9,53 Euro =16 %).

p.p.s. * der IC hatte mehr als eine halbe Stunde Verspätung in Hamburg

Bahnpendler aufgepasst

Monday, November 27th, 2006

Eine Studie der Techniker Krankenkasse (TK) gibt Tipps zum entspannten Bahn fahren. Nach Angaben der TK sollten die Reisenden während der Fahrt lesen, denn dies gebe ihnen das Gefühl die Reisezeit sinnvoll zu nutzen. Alternativ kann aber auch ein Nickerchen sinnvoll sein. Aber liebe Pendler aufgepasst zu viel davon kann zu nächtlichen Einschlafstörungen führen.

Eine besondere Erkenntnis konnte uns die TK auch noch verschaffen: lange Strecken sind beschwerlicher als kurze, es sei denn der kurze Weg braucht viel Zeit, dann werden lange aber schnell zurück gelegte Wege als angenehmer empfunden.

Aha!

Bundestag billigt Bahnprivatisierung

Friday, November 24th, 2006

Blick aus dem Berliner Hauptbahnhof auf das Kanzleramt
Demnächst privatisiert: Blick aus dem Berliner Hauptbahnhof auf das Kanzleramt

In namentlicher Abstimmung hat der Bundestag die teilweise Privatisierung der Bahn mit den Stimmen der großen Koalition gebilligt. Der unterstütze Kompromiss sieht vor, dass das Schienennetz beim Staat bleiben soll, seine Bilanzierung aber auf Seiten der Bahn erfolgt. Die DB AG soll das Netz auch für einen noch nicht näher definierten Zeitraum bewirtschaften dürfen.

Ob der Frieden zwischen SPD und CDU hält, ist fragwürdig. Viele Punkte des Börsengangs scheinen nicht hinreichend geklärt, so der diskriminierungsfreie Zugang für Konkurrenten der DB AG zum Schienennetz . Ebenso sind Sanktionsmöglichkeiten gegenüber der Bahn für den Fall einer Vernachlässigung des Schienennetzes völlig offen.

Streit scheint also vorprogrammiert bis die ersten 24,9 Prozent der Deutschen Bahn AG an private Investoren verkauft wird.

Bahn will sich von Atomtransporten trennen

Friday, November 24th, 2006

Endlich mal eine gute Nachricht im Vorfeld des Börsengangs: die Deutsche Bahn AG will sich von ihrer Tochterfirma Nuclear Cargo + Service (NCS) trennen. NCS ist in Deutschland für den Transport des Atommülls zuständig. Auch die Castor-Transporte in das Zwischenlager in Gorleben werden von ihr durchgeführt.

"Wir wollen raus aus den bundesweiten Schlagzeilen, die jeder Castor-Transport nach sich zieht", sagt ein Bahnmanager. Aber noch ist fraglich ob NCS verkauft werden kann. Zwar schreibt die Firma schwarze Zahlen und steht wirtschaftlich sehr gut dar, allerdings wurde die Übernahme von NCS 1989 durch die Bundesbahn damit begründet, dass Atommülltransport eine hoheitliche Aufgabe sei.

Angeblich hat die Bahn schon mit dem Bund über den Verkauf des Unternehmens gesprochen, dem Verkehrsministerium liegt allerdings noch kein Antrag vor.

Das Unternehmen hat übrigens einen wirklich beeindruckenden Online-Auftritt, Interessierte sollten mal hier klicken.

So teuer nun auch nicht

Thursday, November 23rd, 2006

Werbung für Sofortkredite schmücken die S-Bahnen in Köln
Werbung für Sofortkredite 'schmücken' die S-Bahnen in Köln

Lieber Herr Mehdorn,
Bahnfahren wird ja im nächsten Jahr teurer, aber doch hoffentlich nicht noch so teuer, dass jetzt schon jede S-Bahnfahrt nur noch durch einen Sofortkredit zu finanzieren ist.
Oder haben Sie uns Kunden noch was verschwiegen?

Zitat des Tages

Wednesday, November 22nd, 2006

'Werte Fahrgäste, leider hat sich unsere Abfahrt vom Bremer Hauptbahnhof etwas verspätet, da wir noch 4 Rollstühle verladen mussten. Für die Verspätung möchten wir uns entschuldigen.'

Durchsage im IC, zu der einem wirklich nichts mehr einfällt.

(Via kobinet)

Regierung kneift vor Bahn

Saturday, November 18th, 2006

Verspätungsanzeige
Gerne mal zu spät - dann aber nicht zahlen wollen

Die Bundesregierung hat ihren Entwurf für eine kundenfreundliche Entschädigungsregelung zurückgezogen. Dort waren wesentliche höhere Entschädigungen für Verspätungen der Bahn vorgesehen. Schon bei 30 Minuten Verspätungsollte es eine Bar-Erstattung von 30 Prozent des Fahrpreises, 60 Prozent bei 60 Minuten und 90 Prozent bei 90 Minuten Verspätung im gesamten Bahnverkehr geben. Eine solche Regelung hätte die Bahn nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters laus Gutachten jährlich über 270 Millionen Euro gekostet.

Nun möchte sich die Bundesregierung hinter der EU verstecken. Bundesjustitzministerin Zypries kündigte gestern in Berlin an, dass es keine nationale Regelung geben werde. "Wir sind der Auffassung, dass man die Verhandlungen auf europäischer Ebene abwarten sollte und die europäisch gefundene Regelung vernünftigerweise dann auf Deutschland übertragt", so die SPD-Politikerin.

Mal abwarten was dabei herauskommt und vor allem wann die EU eine entsprechende Regelung umsetzt. Dass sie vermutlich deutlich schlechter ausfallen wird befürchten nicht nur Verbraucherschützer.

Update

Die EU-Regelungen sehen 25% Entschädigung bei einer Verspätung von mehr als einer Stunde vor und 50 % bei Verspätungen ab 120 Minuten.

Private Konkurrenz baut Angebot aus

Thursday, November 16th, 2006

Die private Konkurrenz der Bahn baut auf der Strecke zwischen Leipzig und Berlin ihr Angebot aus. Ab dem 10. Dezember verkehren dreimal am Tag Züge von InterConnex. Dabei sinkt die Fahrzeit der Verbing von jetzt 2 Stunden 20 Minuten auf 1 Stunde 20 Minuten. Sie ist damit kaum langsamer als die ICE-Verbindung der Deutschen Bahn AG auf der gleichen Strecke, die schnellen Züge der DB benötigen für die Fahrt aus der Haupstadt nach Leipzig zwischen 1 Stunde und 1 Stunde 13 Minuten. Ermöglicht wird die Fahrzeitverkürzung des InterConnex durch die Fahrt durch den Berliner Nord-Süd-Tunnel zum Hauptbahnhof. Als zusätzlichen Halt wird auch der Bahnhof Potsdamer Platz angefahren.

Für 14,50 Euro von der Spree nach Leipzig

Das Angebot ist zudem deutlich günstiger als die Deutsche Bahn. Statt 36 Euro (im ICE 2. Klasse ohne Bahncard) bezahlen die Passagiere für die Fahrt im InterConnex nur 12 Euro zuzüglich einer Reservierungsgebühr von 2,50 Euro. Alternativ kann die Fahrkarte auch im Zug erworben werden, dann kostet das Ticket allerdings 15 Euro. Fahrkarten der DB AG gelten im InterConnex nicht.

Somit lohnt sich die Fahrt mit der privaten Konkurrenz sogar für Inhaber einer Bahncard 50. Kleiner Wermutstropfen; statt der stündlichen Verbindungen der Deutschen Bahn bietet der InterConnex nur drei Fahrten am Tag an.

Deutsche Bahn will Dänemark erobern

Wednesday, November 15th, 2006

Nach Angaben der Zeitung Die Welt plant die Deutsche Bahn einen Einstieg in den dänischen Nahverkehrsmarkt. Dazu soll zunächst die Verkehrsgesellschaft Autokraft (AK) Busser, Aarhus gegründet werden, an der der die Bahn 90 Prozent halten wird. AK Busser soll sich dann an Ausschreibungen um dänischen Busverkehr beteiligen.

Testballon

Die Bahn will sich das Engagement im Norden bis zu 18 Millionen Euro kosten lassen. Neben Dänemark sieht die DB AG auch in anderen europäischen Staaten Investitionsmöglichkeiten. In einem Brief an die Verkehrspolitiker der SPD-Bundestagsfraktion sprach Bahnchef Mehdorn von "erhebliche(n) Wachstumschancen auch in anderen Ballungsraumverkehren, beispielsweise in Prag, Lyon oder Stockholm". Dazu müsse die Bahn bis zu zwei Milliarden Euro investieren.

Expansion in Deutschland nicht möglich

In Deutschland ist der Expansionskurs der Bahn nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Februar 2006 weitgehend gestoppt worden. Die Bahn, mit ihrer Tochter DB Stadtverkehr, habe schon jetzt eine marktbeherrschende Stellung. DB Stadtverkehr unterhält 24 Busunternehmen und betreibt die Stadtverkehre in Hamburg und Berlin, nach eigenen Angaben ist das Unternehmen hochprofitabel.

Union kritisiert Mehdorns Pläne

Die Union kritisiert die Pläne des Bahnchefs: "Mehdorn träumt von der großen weiten Welt und einer globalen Einkaufstour. Er sollte sich lieber um die Infrastruktur in Deutschland sorgen", sagte CDU-Verkehrspolitiker Dirk Fischer WELT.de.


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