Sonderangebote statt preiswerter Fahrkarten

Die Deutsche Bahn bleibt ihrem Konzept treu - treue Kunden werden mit steigenden Preisen gequält, neue Kunden mit Schnäppchen in die Züge gelockt.

Vom 4. November bis zum 9. Dezember bietet die Bahn ein neues Schnäppchen. Das Herbst-Spezial-Ticket kostet für Bahnfahrten innerhalb Deutschlands ab 29 Euro, nach Österreich, Tschechien, Dänemark, Luxemburg, Belgien, in die Schweiz und die Niederlande ab 39 Euro.

Insgesamt rund eine Million Fahrten, also 25.000 pro Tag, stehen zur Verfügung. Verkauft wird solange der Vorrat reicht. Für schwach ausgelastete Züge werden mehr Tickets angeboten als zu den Hauptreisezeiten, wie etwa am Freitag oder Sonntag. Das Angebot ist im Internet auf www.bahn.de und an den DB Automaten erhältlich. In den DB Reisezentren, den DB-Agenturen oder telefonisch über den DB Reise Service 11861 *) gibt es das Angebot gegen einen Aufpreis von fünf Euro.

Die Fahrkarten gelten für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse, sind an einen bestimmten Zug gebunden und können bis drei Tage vor der Reise gebucht werden. Der Verkauf beginnt am 1. November. Wichtig für Freunde der Nachtzüge: Herbst-Spezial gilt mit einem Aufpreis auch für die Sitz-, Liege- oder Schlafwagen in den Zügen von DB Nachtzug und CityNightLine. Der Aufpreis für Ruhesessel im CityNightLine beträgt in Verbindung mit dem Herbst-Spezial vier Euro.

*) 3 ct. je Sek. – ab Weiterleitung zum DB Reise Service 39 ct. je angef. Min. (inkl. USt., aus dem Festnetz der Deutschen Telekom).
(Quelle: db.de)

So rechnet die Deutsche Bahn

Mal abgesehen von den üblichen Einschränkungen, wie Zugbindung und Kontingentierung, bleiben aber noch einige Fragen offen.

Die Bahn spricht von bis zu 1 Millionen Tickets, die sie an den 36 Tagen verkaufen möchten. Teilt man 1 Millionen durch 36 so erhält man nicht 25.000 Tickets pro Tag wie die Bahn, sondern 27.777,78. Aber wahrscheinlich rechnet die Bahn andersrum. Multipliziert man 25.000 Tickets mit den 36 Tagen, erhält man 900.000 Tickets. Was deutlich weniger sind, als die von der Bahn versprochenen 'rund eine Million Fahrten'. Weiterhin wird nicht klar, ob die 900.000 Tickets im Angebotszeitraum abgerufen werden können (unwahrscheinlich), oder ob an jedem Tag des Angebots maximal 25.000 Tickets zur Verfügung stehen (wahrscheinlich).

Teure Servicenummer

Eines sollte man aber auf gar keinen Fall tun, die Fahrkarten über die in der Pressemitteilung genannten Nummer bestellen. Bei Kosten von 3 Cent pro Sekunde für die DB Reise Service 11861 Nummer kommt man auf horrende 1,80 Euro mindestens 42 Cent pro Minute (bei Weiterleitung nach 1 Sekunde). Wer schon einmal mit der Bahn zu tun hatte kann sich vorstellen, dass eine Bestellung am Telefon nicht weniger als 3 bis 4 Minuten dauert. So kommt pro Bestellung ein schöner Betrag für die Bahn zustande. Die Kosten von 5,40 Euro bis 7,20 1,20 Euro bis 1,59 Euro trägt in jedem Fall der Kunde.

Na denn: gute Fahrt.

3 Responses to “Sonderangebote statt preiswerter Fahrkarten”

  1. mullo Says:

    ja, ja - rechnen war noch nie die starke seite der bahn

  2. Oliver Says:

    Die 3 Cent pro Sekunde Telefongebühren gelten nur für Warteschleife/Auswahlmenü. Die eigentliche Beratung und Verkauf kosten "nur" 39 Cent minütlich. So teuer wie im Beitrag beschrieben wird es also nicht. Es sei denn, man ruft vom Handy aus an…

    Mehr über die Hotlines, Alternativen und Tarife:
    http://www.bus-und-bahn-im-griff.de/telefon/fahrplanauskunft_db.html

  3. sel Says:

    Oliver hat recht, die neuen Preise habe ich oben eingetragen. Aber auch 1,20 Euro für ein dreiminütiges Telefongespräch ist eine stolze Summe.

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