Gewerkschaft der Lokomotivführer kritisiert Warnstreiks

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat die Gewerkschaften Transnet und GDBA (Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter) heftig für die Warnstreiks kritisiert.

In einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau kritisierte der stellvertretender Bundesvorsitzender Weselsky die Hewerkschaften scharf: Die GDL sieht in den Aktionen "ein abgekartetes Spiel", Transnet und GDBA führten einen Stellvertreterkampf für Bahnchef Mehdorn um einen integrierten Börsengang des Konzerns. Auch zweifelt die GDL die Legitimation des Streiks an. Es bestehe der Verdacht, das es sich gar nicht um eine tarifpolitische Auseinandersetzung handele, sondern um einen politisch motivierten Streik. Es sei zudem völlig unverständlich, warum die beiden anderen Gewerkschaften für die Verschleuderung von Volksvermögen auf die Straße gehen würden. Auch entbehre die Vermutung der Deutschen Bahn, das im Falle eines Verbleibs des Netzes beim Staat, 80.000 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren würden jeder Grundlage.

Im Gegensatz zu der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA hatte sich die GDL von Anfang an gegen eine Privatisierung der Bahn ausgesprochen. Für den Fall einer Privatisierung mit Netz befürchtet die Gewerkschaft einen massiven Arbeitsplatzabbau nach dem Auslaufen der Beschäftigungssicherung im Jahr 2010. Inzwischen fordert sie einen kompletten Verbleib des Netzes beim Bund.

2 Responses to “Gewerkschaft der Lokomotivführer kritisiert Warnstreiks”

  1. Andreas Meyer Says:

    Statt schneller Entscheidungen sollte die Politik innehalten und den Börsengang deutlich nach hinten (2007 besser 2008) verschieben, so ließe sich auch genug Zeit finden, um über die Ziele der Bahn zu reden.
    Was für eine Bahn wollen, wie bekommen wir mehr Verkehr auf die Bahn und mit welchen Mitteln können wir diese Ziele erreichen? Erst dann macht auch die Auseinandersetzung über die Privatisierung wieder Sinn. Also bitte mehr Zeit für die Debatte und nichts übers Knie brechen.

  2. Bahnblog » Blog Archive » Warnstreiks vorerst ausgesetzt Says:

    […] Nachdem bereits die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer in der vergangenen Woche Transnet und GDBA wegen der Warnstreiks scharf kritisiert hatte, bezeichnete jetzt auch der Fahrgastverband Pro-Bahn die Arbeitsniederlegungen als "eigentlich illegal. Bei den Warnstreiks handele es sich nach Pro-Bahn-Sprecher Hartmut Buyken um einen verbotenen politischen Streik. […]

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