Archive for July, 2006

Schöner schwitzen mit der Deutschen Bahn

Wednesday, July 26th, 2006

Vergleicht man die indische Bahn mit der deutschen könnte schnell der Eindruck aufkommen, man vergleiche Äpfel mit Birnen.

Indian Railways hat ein Netz von 64.000 km Länge und eine Beförderungsleistung von rund 440 Milliarden Personenkilometer, während die Deutsche Bahn ein Netz von 34.000 km Länge betreibt und eine Beförderungsleistung von 72 Milliarden Personenkilometer erbringt.

Bei der Deutschen Bahn ist natürlich alles viel moderner, sicherer, komfortabler, pünktlicher und bequemer als bei den indischen Kollegen. Eine Sache hat die indische Bahn allerdings deutlich besser im Griff: die Klimanlagen in den Zügen.

Indien : Deutschland - 1:0

Scheint man der Konstruktion der deutschen Züge nicht daran gedacht zu haben, das es eine Jahreszeit gibt, die Sommer heisst und auch in europäischen Breiten von Zeit zu Zeit mit Temperaturen von über 20 Grad daher kommt, kann man in indischen Zügen auch zur Monsum-Zeit die Passagiere problemlos schockgefrieren.

Bitte liebe Deutsche Bahn, fliegt nach Indien und schaut euch die Klimaanlagen in indischen Zügen an. In diesem Fall heisst von der Indischen Bahn lernen, siegen und frieren lernen. Denn es ist wirklich kein Vergnügen im Intercity bei fast 40 Grad Wagontemperatur langsam gesotten und geschmort zu werden.

Häufiger Ausfall der Klimaanlage

Erklärungen der Zugbegleiter, die auf die Frage, ob es möglich sei, die Klimaanlage anzustellen, wie bei einer Fahrt von Bonn nach Hamburg erlebt, antworten: 'Ich dreh jetzt mal die Heizung voll auf, die Klimaanlage denkt nämlich, dass es im Zug zu kalt ist' schaffen auch nicht gerade Vertrauen in die sonst so hochgelobte deutsche Technik. Die kostenlos verteilten kalten Getränke, sind zwar eine nette Geste, aber leider auch nur ein schwacher Trost.

Bessere Entschädigung bei Verspätung

Tuesday, July 25th, 2006

Zum Herbst plant die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf mit dem die Entschädigung für Bahnkunden bei Verspätungen neu geregelt werden soll. Nach den Vorschlägen von Minister Seehofer sollen Kunden bei erspätungen von mehr als 30 Minuten 20 Prozent des Fahrpreises erstattet bekommen, bei einer einer Stunden 25 Prozent und ab zwei Stunden 50 Prozent. Die Regel soll auch im Nahverkehr bei Fahrkarten ab acht Euro gelten. Bisher erstattete die Bahn in einer freiwilligen Regelung lediglich 20 Prozent des Fahrpreises in Form von Gutscheinen bei einer Verspätung von mehr als einer Stunde.

Dieser Entwurf bleibt deutlich hinter dem ursprünglichen Überlegungen der Bundesregierung zurück, die unter der einprägsamen Formel 30/60/90 jeweils 30 Prozent Entschädigung bei einer Verspätung ab 30 Minuten, bzw. 60 Prozent bei 60 Minuten und 90 Prozent bei 90 Minuten vorsahen. Nähere Einzelheiten können in der Bundestagsdrucksache 16/1484 (PDF) nachgelesen werden.

Diskutiert wird auch noch in welcher Form die Entschädigung gewährt werden soll, entweder wie bisher als Gutscheinlösung, oder als Barentschädigung. Die Bahn warnt unterdessen vor 'übertriebenen' Regeln, die bis zu zehn Prozent teurere Tickets bedeuten würden. Statt dessen möchte die Bahn eine für 2007 erwartete EU-Regel in nationales Recht überführt sehen. Danach sollen Passagiere 25 Prozent des Fahrkartenpreises bei einer Verspätung von mehr als einer Stunde erstattet bekommen.

Auch Report Mainz berichtete am 24.7. in der ARD über die geplanten Entschädigungsregeln der Bahn, der Beitrag kann hier angeschaut werden (leider nur RealAudio).

BahnCard kündigen leicht gemacht

Friday, July 14th, 2006

UPDATE:

Durch den Wechsel beim Dienstleister für die BahnCard-Betreuung zum 1.3.2007 hat sich auch die Adresse geändert, an die Kündigungen des BahnCard-Abos geschickt werden müssen. Die Kündigung muss die 16-stellige BahnCard-Nummer enthalten.

Entweder per Fax an:

Bahncard-Service
60643 Frankfurt am Main
Fax 01805/121998

oder per E-Mail an:

bahncard-service@bahn.de

Für weitere Fragen steht der BahnCard-Service unter 01805/340035 (14 ct./Min.) von Montag bis Freitag 7.00 bis 21.00 Uhr bereit.

Die verschiedenen BahnCards der Deutschen Bahn gibt es seit einiger Zeit nur noch im Abo. Wer nicht sechs Wochen vor Ablauf seiner alten BahnCard kündigt erhält automatisch eine Anschluss-Karte. Informationen wo man die BahnCard kündigen kann, sind auf den Seiten der Bahn gut versteckt, deshalb hier eine kurze Übersicht.

Die Kündigung muss an folgende Adresse geschickt werden:

DB Personenverkehr GmbH
Bahncard-Service
Olympiastraße 1
26419 Schortens

Fax: (04421) 999 800
E-Mail: info@bahncard-service.de

Einen Überblick über die verschiedenen BahnCards findet man auf bahn.de.

Pünktlich zum Zug

Thursday, July 13th, 2006

Anders als Autofahrer kennen Bahnkunden zwar keinen Stau, sehr wohl aber Verspätungen. Was dem Autofahrer die Verkehrsmeldungen sind, ist für den Bahnreisenden die Verspätungstafel am Bahnhof. Alle Informationen, die dort angezeigt werden können auch bequem vom PC aus aufgerufen werden.

Reiseauskunft

Unter reiseauskunft.bahn.de findet man die für jeden Bahnhof in Deutschland die aktuelle Verkehrslage. Die Anzeige funktioniert in 5-Minuten Schritten, die Verspätungsgründe werden nicht angezeigt.

Wer es genauer wissen kann unter http://reiseauskunft.bahn.de/bin/ts/bhftafel.exe/dn?L=vs_dbdialog&rt=1&
nachschlagen, dort werden die Verspätungen minutengenau angezeigt. Angaben wie 'Warten auf Anschlussfahrgäste', 'Verzögerungen im Betriebsablauf' und 'Störung am Triebfahrzeug' erläutern den Grund.

Noch mehr Tipps und Tricks rund um die Auskunft der Bahn erfährt man auf den Seiten von bus-und-bahn-im-griff.de.

Bahn setzt Raucher auf Entzug

Monday, July 10th, 2006

Die Deutsche Bahn schränkt die Rauchmöglichkeiten in ihren Zügen weiter ein. Nachdem schon seit 1991 in Speisewagen nicht mehr geraucht werden darf, sollen ab 1. Oktober auch die bislang notorisch vollgequalmten Bord-Bistros zu rauchfreien Zonen mutieren. Gleichzeitig wird das gastronomische Angebot ausgebaut, die Bahn verspricht ihren Reisenden unter anderem frische Backwaren, Kaffespezialitäten und Salate.

Dr. Nikolaus Breuel, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr AG: "Mit unserer Entscheidung gehören wir in Deutschland zu den ersten, die in der Gastronomie komplett rauchfrei werden. Gleichzeitig erweitern wir unser Angebot, um neue Kunden anzusprechen. Dazu zählen vor allem Familien mit Kindern und Jugendliche." (Quelle: db.de)

Ob in den Bord-Bistros in Zukunft auch Nikotin-Kaugummis verkauft werden, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Arte fährt Bahn

Monday, July 10th, 2006

Heute Abend beginnt auf ARTE eine 20-teilige Sendereihe zum Thema Bahnfahren:

Im Mittelpunkt stehen einzigartige Bahnstrecken, Loks und Eisenbahnen in den unterschiedlichsten Regionen der Erde. Ob in Nahost, Patagonien, Kasachstan, Honduras oder der Schweiz: Die Dokumentationen werfen stets auch einen interessanten Blick auf Land und Leute entlang der Strecke. (Quelle: arte.tv)

Die Beiträge werden immer Wochentags um 20:15 Uhr ausgestrahlt, sie sind als SWR/ARTE Koproduktion enstanden. Spannende Länder wie Indien fehlen leider, dafür gibt es auf den ARTE-Seiten einen Beitrag von Steffen Kopetzky über einen Besuch im indischen Salem im Bundesstaat Tamil Nadu.

Das Programm:

Die Woche vom 10. bis 14. Juli 2006

Nahost
Patagonien
Kasachstan
Honduras
Rhône und Isère

Die Woche vom 17. bis 21. Juli 2006

Kambodscha
Die Schweitzer Gletscher
Tunesien
Die Wachau
Usbekistan

Die Woche vom 24. bis 28. Juli 2006

Nord-Namibia
West-Namibia
Brasiliens wilden Westen
Matterhorn
Lothringen

Die Woche vom 31. Juli bis 04. August 2006

Sizilien
Das Salzkammergut
Rhône und Aostatal
Pennsylvania
Genfer See

Bambus-Eisenbahn in Kambodscha

Thursday, July 6th, 2006

Unter dem Titel Cambodians ride 'bamboo railway' berichtet die BBC über eine Eisenbahn-Selbsthilfe in Kambodscha. Weil die offiziellen Züge in der Nähe der Stadt Battambang so selten und unzuverlässig fahren, haben die Anwohner eine Art Schienenbus gebaut. Der von Einheimischen 'noris' oder 'lorries' genannte Zug ist bei ausländischen Besuchern unter dem Namen 'Bambus-Zug' bekannt. Das niedrige Gefährt auf zwei Achsen wird von einem Motor angetrieben und erreicht Geschwindigkeiten bis zu 40 Stundenkilometern. Mehrere Passagiere und Gepäck finden auf dem Wagen Platz.

Jahre des Bürgerkrieges und Sabotageaktionen durch die Roten Khmer haben bei der staatliche Eisenbahn in Kambodscha deutliche Spuren hinterlassen. Gegenüber der BBC kündigte deren Chef Sokhom Pheakavanmony eine schnelle Verbesserung des Service an. Mit Hilfe von Krediten der Asian Development Bank soll der Schienverkehr ab 2010 wieder ungehindert durch Kambodscha rollen.

Also noch Zeit genug, beim nächsten Besuch in Kambodscha eine Fahrt zu riskieren.


Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany
Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 Germany