Zugfahren in Indien

Wer meint am Wochenende seien die Züge in Deutschland überfüllt und unpünktlich, ist vermutlich noch nie in Indien gewesen. Zeit-Online stellt in einer schönen Fotostrecke ‘Indien – in vollen Zügen‘ den Alltag der Zugreisenden dar. Die Fotos stammen von Danish Siddiqui, einem indischen Journalisten, der seit 2010 für Reuters im Mumbai arbeitet.

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Das Bahnblog ist zurück …

Nach einem Totalverlust aller Daten ist das Bahnblog wieder zurück. Zunächst nur mit einer kleinen Auswahl häufig gesuchter Artikel. Ich versuche in den nächsten Tagen, einzelne Beiträge wieder herzustellen. Leider lassen sich die Kommentare wegen eines defekten Backups nicht wieder herstellen.

Noch unklar ist, wie es hier weitergeht. Ich hatte in den letzten beiden Jahren fast nichts mehr am Blog gemacht. Vielleicht ist der Totalverlust aller Daten ja das Signal für einen Neustart.

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Lobbycontrol enthüllt verdeckte PR-Aktivitäten der Bahn

Nach Angaben des Kölner Vereins Lobbycontrol hat die Deutsche Bahn im Vorfeld des geplanten Börsengangs 2007 1,3 Millionen Euro für verdeckte PR-Maßnahmen ausgegeben. Beauftragt wurde die Lobby-Agentur “European Public Policy Advisers” (EPPA), die die PR-Aktivitäten durch berlinpolis e.V. ausführen ließ.

Laut Lobbycontrol griff Berlinpolis 2007 massiv in die Debatte um die Bahnprivatisierung ein. So mit Meinungsumfragen, die sich gegen den Streik der Lokführergewerkschaft GDL richteten. Die Aktivitäten von berlinpolis rund um die Bahn lassen sich zum Teil noch auf der Website Zukunft Mobil finden. Einige Dokumente sind nur noch über den Google-Cache verfügbar.

meinebahndeinebahn.de

Nach Angaben der Deutschen Bahn wird in dem Tätigkeitsbericht der EPPA auch die Website meinebahndeinebahn.de, die als angebliche private Iniative für eine Bahnprivatisierung auftrat. Die Website ist in der Zwischenzeit nicht mehr online aber über archive.org immer noch auffindbar. Der Betreiber der Website war für Nachfragen des Bahnblogs nicht zu erreichen. Unter der im Impressum angegebenen Nummer läuft noch immer der Anrufbeantworter der Initiative meinebahndeinebahn.de, nur der Wunsch nach einem Rückruf bleibt unbeantwortet.

Im Bahnblog kommentierte im Februar 2007 ein Daniel im Sinne der Bahnprivatisierung und bewarb die Seite meinebahndeinebahn.de.

Neuer Bahnchef distanziert sich von geheimer PR

Die Deutsche Bahn hat mittlerweile bestätigt, dass es sich bei den PR-Maßnahmen um so genannte “no badge”, also verdeckte, Aktivitäten handelte. Der neue Bahnchef Rüdiger Grube distanzierte sich von diesen Maßnahmen: “Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab. Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar. Ich werde umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen, um auch hier den zugesagten Neubeginn in der Unternehmenskultur zu dokumentieren.” (Quelle: deutschebahn.de).

Mittlerweile hat er auch personelle Konsequenzen gezogen. Nach Angaben der Stuttgarter Zeitung entließ er den Generalbevollmächtigten für Kommunikation und Marketing, Ralf Klein-Bölting.

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Bahnfahren wird wieder teurer

Noch wollte Hartmut Mehdorn nicht konkret werden, aber eins ist klar: die gestiegenen Energiekosten sollen an die Kunden weitergereicht werden. Mehdorn zu möglichen Preiserhöhungen: “Das wird sich in der einen oder anderen Weise niederschlagen.” Konkrete Pläne sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters aber erst nach der Sommerpause beschlossen. Von der Politik forderte der Bahnchef eine bessere Unterstützung für Klimafreundliche Mobilität. So könnten die Abgaben der Bahn gesenkt werden. Mehdorn wörtlich: “Die Ferkel sollten mehr zahlen.”

Welchen Anteil hat die Privatisierung?

Angesichts der Teilprivatisierung bleibt abzuwarten welcher Teil der diesjährigen Preiserhöhung wirklich auf gestiegene Energiekosten zurückzuführen ist und welcher Teil spekulationsbedingt ist. Nach Angaben der Unternehmensberatung KCW muss die Bahn die Preise jährlich um fünf bis sieben Prozent anheben, um überhaupt das heutige Ergebnis halten zu können. Zuschläge für Investoren sind darin noch nicht enthalten. Das Gutachten von KCW vermutet zudem überproportionale Preisanstiege auf “erfolgreichen Rennstrecken” der Bahn. So könnten die Preise für die Verbindungen Hamburg-Berlin oder Köln-Frankfurt nochmals deutlich teurer werden. (Quelle: ftd.de)

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Fernverkehr nur noch für Große

Am Mittwoch präsentierten im Bundestag. 17 Fachverbände ihre Anregungen und Wünsche zur geplanten Teilprivatisierung der Deutschen Bahn. Für besondere Aufregung sorgte dabei ein Gutachten der Unternehmensberatung KCW, das im Auftrag von mehreren Bundesländern und fünf Verkehrsverbünden entstanden ist. Danach drohen mit der Privatisierung der Bahn weitere, dramatische Kürzungen im Fernverkehr.

So sollen 16 Städten den Fernverkehrsanschluss verlieren:

  1. Flensburg
  2. Emden
  3. Brandenburg
  4. Potsdam
  5. Trier
  6. Konstanz
  7. Gießen
  8. Paderborn
  9. Cottbus
  10. Halle (Saale)
  11. Marburg
  12. Pforzheim
  13. Kempten
  14. Ravensburg
  15. Friedrichshafen
  16. Mülheim an der Ruhr

    In weiteren Städten soll sich die Zahl der Fernverkehrsverbindungen deutlich reduzieren:

    1. Kiel
    2. Neumünster
    3. Rostock
    4. Stralsund
    5. Greifswald
    6. Schwerin
    7. Oldenburg
    8. Lüneburg
    9. Magdeburg
    10. Erfurt
    11. Eisenach
    12. Koblenz
    13. Wiesbaden
    14. Kaiserslautern
    15. Saarbrücken
    16. Rosenheim

    KCW rechnet mit einer Umsetzung der Streichungen im Fernverkehr innerhalb von drei bis fünf Jahren nach dem Börsengang. Hinzu kämen deutliche jährliche Preiserhöhungen.

    Der Steuerzahler würde ebenfalls deutlich belastet, anders als der Fernverkehr wird der Nah- und Regionalverkehr zum großen Teil durch die Regionalisierungsmittel des Bundes und durch Zuschüsse der Bundesländer bezahlt. Allein hierfür müssten nach dem Börsengang laut KCW 80 bis 150 Millionen Euro für aufgebracht werden.

    Die KCW verweist in ihrem Gutachten auf die Mittelfristige Finanzplanung der Deutschen Bahn, nach dieser will der Konzern den Unternehmensgewinn in der Fernverkehrssparte von jetzt 110 Millionen Euro auf 570 Millionen Euro im Jahr 2011 steigern, dies geht nur mit den erwarteten Kürzungen der Leistungen im Fernverkehr.

    Mit dem Szenario aus dem Gutachten würde die Bahn nur konsequent ihre bisherige Politik im Fernverkehrsbereich fortführen. Bereits seit dem Jahr 2000 verloren etliche deutsche Städte ihren Anschluss an Fernverkehrsnetz. Damals wurde durch das DB Sparprogramm MORA P bereits die Interregioverbindungen gestrichen, MORA P steht im Bahn-Jargon für Marktorientiertes Angebot im Personenverkehr.

    So verloren im Jahr 2000 folgende Städte den Anschluss an den Fernverkehr:

    1. Wilhelmshaven
    2. Bremerhaven
    3. Neubrandenburg
    4. Salzgitter
    5. Krefeld
    6. Mönchengladbach
    7. Goslar/Bad Harzburg
    8. Halberstadt
    9. Dessau
    10. Leverkusen
    11. Siegen
    12. Offenbach
    13. Meiningen/Suhl
    14. Schweinfurt
    15. Gera
    16. Görlitz
    17. Bautzen
    18. Chemnitz
    19. Zwickau
    20. Plauen
    21. Hof
    22. Bayreuth
    23. Heilbronn
    24. Landshut

    Zusätzlich verschlechterte sich das Angebot schon damals in diesen Städten:

    1. Lübeck
    2. Recklinghausen
    3. Gelsenkirchen
    4. Herne
    5. Frankfurt/Oder
    6. Mainz
    7. Regensburg

    Die Quittung für Bahn ist schon damals entsprechend deutlich ausgefallen, seit dem Jahr 2000 sank die Zahl der Fernreisenden von 145 Millionen auf 119 Millionen.
    Reaktion der Bahn

    Die Reaktion der Bahn, bezeichnend dünn: “Als hanebüchene Stimmungsmache hat die Deutsche Bahn AG eine Veröffentlichung der Berliner Beratungsfirma KCW zurückgewiesen. […] Unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Arbeit werden hier unverantwortlich Ängste geschürt. Ohne jede Grundlage werden Reisende und politisch Verantwortliche verunsichert. Dass eine solche ‚Studie’ gerade jetzt erscheint, ist ein durchsichtiges Manöver. (Quelle: db.de)”

    Ja klar …

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SPD berät über Bahnprivatisierung

Am Tag der Bahn Bilnazpressekonferenz tagt auch die Arbeitsgruppe der SPD erstmals zur Bahnprivatisierung. Sie soll den Parteigremien einen Vorschlag unterbreiten, wie die Teilprivatisierung aus Sicht der Sozialdemokraten aussehen soll. Die Partei ist über die Frage der Privatisierung zerstritten. Auf dem letzten SPD-Bundesparteitag in Hamburg wurde beschlossen, dass eine Privatisierung nur mit ausschließlich stimmrechtslose Vorzugsaktien, den so genannten Volksaktien, erfolgen dürfe. Damit sollte der Einfluss von externen Investoren auf die Unternehmensziele so gering wie möglich gehalten werden. Jeder anderer Beschluss, als die Volksaktie müsste von einem Sonderparteitag verabschiedet werden.

Genossen gegen Genossen

Kurz nach dem Hamburger Parteitag gingen die eigenen Genossen aus dem Finanz- und Verkehrsministerium gegen den Beschluss vor. Sie präsentierten ein Holdingmodell, das eine Aufspaltung und Teilprivatisierung vorsieht. Dabei soll der Bahnkonzern in eine Netz- und eine Transportgesellschaft aufgespalten werden, das Netz soll im Bundesbesitz verbleiben, die Transportgesellschaft aber bis zu 49 Prozent privatisiert werden.

Seite an Seite mit Bahnchef Mehdorn tun konservative Sozialdemokraten, wie die Stones genannten Genossen Steinbrück und Steinmeier, alles um einen Börsengang noch in diesem Jahr hinzubekommen. Mehr über das System Mehdorn verrät ein Artikel von Arno Luik im Stern.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier möchte den Wahlkreis um Kirchmöser für sich gewinnen. Der Mann möchte auf dem Land bekannt werden, vielleicht sogar Kanzlerkandidat der SPD. Er braucht gute Geschichten – und das Bahntechnik- und Umweltzentrum in Kirchmöser ist einer der wenigen Orte in Brandenburg mit Jobs, die halbwegs sicher sind. Und Mehdorn braucht starke Helfer für den geplanten Börsengang der Bahn. Deshalb ist er hier. Mehdorns Macht. Er umgarnt jene, die wichtig beim Strippenziehen sind, ihnen hilft er, wo es geht. Er hat ein untrügliches Gespür für Macht. So trabt er nun mit Ministerpräsident Matthias Platzeck, Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe und “Frank, der schon im Kanzleramt sehr hilfreich war”, durch die Fabrik und lässt sich über Rollkontaktermüdung, Wirbelstromeinrichtungen, automatische Ultraschall-Radsatzprüfungen informieren. Nach dem Rundgang umarmen sich Steinmeier und Mehdorn, zwei Männer, die sich verstehen, und SPD-Chef Beck hat einen Gegenspieler mehr. (Quelle: stern.de)

Dabei gilt auch nach einem Gutachten des Verkehrsministeriums die Teilprivatisierung als umstritten.

Nicht einmal das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass die Privatisierung der Bahn ohne Einschnitte ins Schienennetz machbar sei. In einem Gutachten zum Holding-Modell der Anwaltskanzlei Hölters & Elsing, das Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee in Auftrag gegeben hat und das der taz vorliegt, heißt es: “Konfliktpotenziale mit den Interessen außenstehender Aktionäre der Verkehrs- und Logistik AG [sind] möglichst zu vermeiden” – anderenfalls drohten “Nachteilsausgleichs- und Schadensersatzpflichten”. Die komplizierten Sätze der Wirtschaftsanwälte bedeuten auf gut Deutsch: Setzt der Bund als Eigner der Bahn etwas durch, was die Investorenrendite schmälert, so kann er sofort verklagt werden. Das wäre das glatte Gegenteil von dem, was die SPD-Delegierten beschlossen haben: “Eine zentrale Aufgabe [der Bahn] ist dabei die Erreichbarkeit und Mobilität in der Fläche.” (Quelle: taz.de)

Besonders absurd: die erwarteten Verkaufserlöse liegen nach Aussagen des Verkehrsministeriums, positiv geschätzt, bei rund 10 Milliarden Euro. Geht man von der Zusage des Bundes aus, das Unternehmen auch in Zukunft jedes Jahr mit etwas 2,5 Milliarden Euro zu unterstützen, kann sich jeder ausrechnen, das die Erlöse innerhalb kürzester Zeit wieder an die Bahn zurückgereicht werden, allerdings um den hohen Preis, dass der Bund seinen Einfluss auf das Unternehmen verliert.

Aber die Sozialdemokratie hat sich scheinbar schon länger von alten Idealen verabschiedet und setzt einseitig auf einen Privatisierungskurs. In der Arbeitsgruppe sollen die Holdingbefürworter in der Mehrheit sein:

Hubertus Heil, MdB und SPD-Generalsekretär (Leitung)
Hermann Scheer, MdB
Peter Friedrich, MdB
Edelgard Bulmahn, MdB
Claus Möller, Vorsitzender SPD-Parteirat
Peer Steinbrück, Finanzminister und stv. Parteivorsitzender
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (Vertretung Achim Großmann)
Klaas Hübner, stv. Fraktionsvorsitzender
Uwe Beckmeyer, MdB, verkehrspolitischer Sprecher
Hendrik Hering, Wirtschaftsminister Rheinland-Pfalz
Norbert Hansen, Transnet
Martin Burkert, MdB
Martin Gorholt, Bundesgeschäftsführer SPD
Ludwig Stiegler, MdB, stv. Fraktionsvorsitzender, Vorsitzender SPD Bayern
Rainer Wend, MdB, wirtschaftspolitischer Sprecher

An wichtigen Treffen (31.3., 14.4.) nehmen zusätzlich teil:

Kurt Beck, SPD-Vorsitzender (Leitung)
Andrea Nahles, MdB und stv. Vorsitzende
Frank-Walter Steinmeier, Außenminister und stv. Vorsitzender
Peter Struck, Fraktionsvorsitzender

Oder, um mit Albrecht Müller von den nachdenkseiten.de zu sprechen: “Auch in der Arbeitsgruppe der SPD werden einige sitzen, deren Spezies an solchen Geschäften partizipieren. Anders ist der Drang auf eine Teilprivatisierung weder in diesem Kreis noch in anderen Kreisen zu verstehen. Hier sind Plünderer unterwegs. Nur wenn man dies verstanden hat, begreift man wirklich das ab heute wieder intensiv betriebene Vorhaben Teilprivatisierung der Deutschen Bahn.”

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Kein Transrapid in München

Der Transrapid von der Münchner Innenstadt zum Flughafen wird nicht gebaut. Darauf verständigten sich die Bundesregierung, die Landesregierung und Vertreter der Industrie. Grund dafür sind die immensen Kostensteigerungen. Waren bislang durch eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2002 Kosten von 1,85 Milliarden Euro erwartet worden, sind diese nach neuesten Berechnungen auf über 3 Milliarden Euro gestiegen. Zuviel für das bayerische Prestigeprojekt. Freuen dürfte sich die Stadt München, die immer wieder auf den Ausbau der S-Bahn gedrängt hatte.

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Zug der Erinnerung

Auf dem Weg nach Hamburg am vergangenen Freitag habe ich den ‘Zug der Erinnerung’ in Osnabrück am Bahnsteig gesehen, leider war es zum Aussteigen schon zu spät, der IC rollte schon Richtung Norden. Damit das Anderen nicht passiert ein kurzer Terminüberblick über die weiteren Stationen:

Osnabrück
7. bis 9. Februar im Hauptbahnhof
Dortmund
10. Februar bis 13. Februar im Hauptbahnhof
Bochum
14. Februar bis 16. Februar im Hauptbahnhof
Gelsenkirchen
17. Februar bis 18. Februar im Hauptbahnhof
Duisburg
19. Februar bis 21. Februar im Hauptbahnhof
Essen
22. Februar bis 23. Februar im Hauptbahnhof
Hagen
24. bis 25. Februar im Hauptbahnhof
Wuppertal
26. Februar bis 28. Februar im Hauptbahnhof
Aachen
2. März bis 4. März im Hauptbahnhof
Siegen
5. März bis 6. März im Bahnhof
Wiehl
Vom 7. März bis 8. März im Bahnhof
Weitere Stationen in NRW folgen

Anschliessend Hamburg, Berlin (in Vorbereitung),
Anfahrt Dresden, Bautzen, Görlitz/Grenze Ende April.
Ankunft Gedenkstätte Auschwitz Anfang Mai 2008

Über die Iniative ist ja in der letzten Zeit viel geschrieben worden. Dabei hat besonders die Gebührenpolitik der Deutschen Bahn AG Kritik hervorgerufen. Der Zug der Erinnerung muss wie jeder Anbieter von Schienenreisen eine bestimmte Abgabe pro gefahrenem Kilometer an die Bahn überweisen. Rabatt gab es für die lobenswerte Aktion bislang nicht. Besonders erbost ist die Initiative über die Gebühren für die Bahnhofsaufenthalte.

Hohe Kosten für den Zug der Erinnerung

Auf ihrer Website veröffentlichte Zug der Erinnerung jetzt die Rechnungen der Bahn AG (PDF) veröffentlicht. Je nach Größe des Bahnhofs werden dem Verein bis zu 45 Euro pro Stunde Aufenthalt im Bahnhof berechnet.
Offener Brief an Tiefensee

Mittlerweile unterstützen zahlreiche Politiker, Gewerkschaftler und Bürger den Protest der Initiative. Auch das ‘Bündnis Bahn für alle‘, das sich kritisch mit der Bahnprivatisierung beschäftigt, hat sich dem Protest angeschlossen. In dem offenen Brief an den Bundesverkehrsminister heisst es: “Tiefensee müsse als Vertreter des DB-Eigentümers den Konzernchef Hartmut Mehdorn zur Räson rufen”.
Erinnerungskultur

Bereits in der Vergangenheit hatte sich die Bahn mit Thema Erinnerung schwer getan. So Bahnchef Mehdorn immer wieder betont, das die von ihm abgelehnte Ausstellung über die ermordeten Kinder nur Ausdruck einer ‘shock and go’ Erinnerungskultur sei, die nichts am Bahnhof verloren hätte. Damals lenkte er erst auf Intervention von Verkehrsminister Tiefensee ein.

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Update – Bahnstreik live in Fernsehen

Egal was man von der neuen Christiansen (Anne Will) und ihrer Sendung (Motto: Politisch denken, persönlich fragen) hält, im Moment ist es für alle Bahnfahrer interessant den Fernseher einzuschalten. Zu Gast sind GDL-Chef Manfred Schell, DB-Personalvorstand Margret Suckale, Transnet-Chef Norbert Hansen, der Mediator im Tarifstreit, Kurt Biedenkopf, und Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser.
Kein neues Angebot der Bahn

Im Augenblick stellen die Gäste ihre Positionen vor, so weit nichts neues. Es wird kein neues Angebot der Bahn geben, Suckale: “Es liegt ein gutes Angebot vor”. Die GDL behält sich weitere Streiks vor, die Bahn habe bis Montag Abend 24:00 Uhr Zeit ein neues Angebot vorzulegen. Gerade kommt ein Einspieler über die Situation der Lokführer, der viel Verständnis für deren Lohnforderung äußert.

Jetzt geht es konkret um die Gehälter und die Arbeitsbedingungen der Lokführer. Schell verkauft die Sache der Lokführer recht gut. Suckale kommt in Arge Bedrängnis, als Will sie auf die von Suckale als eher schlecht bezeichnete Ausbildung der Lokführer anspricht. Suckale streitet ab, dass sie dies so je geäußert hätte, ein Hauptschulabschluss sei doch ‘ganz gut’.
Arme Bahnvorstände

Will spricht das Gehalt von Suckale an (140.000 Euro im Monat). Antwort Suckale, es sei doch lediglich ein Viertel davon garantiert, der Rest Leistungsabhängig, und Dank der Streiks von Schell und ‘seinen’ Lokführer im nächsten Jahr vielleicht deutlich weniger. Was sie verschweigt ist, dass es als Grundgehalt immer noch 35.000 Euro sind.

Kannegiesser redet das Streikrecht klein, und streitet mit militärischen Floskeln der GDL das Streikrecht ab. Streik sei als Instrument für den Fall der Lokführer nicht geeignet, da die Lokführer ja keinen Einigungswillen hätten.
Biedenkopf verweist auf Mediationserfolge

Das Temprament der beiden Kontrahenten Schell und Mehdorn, würde nach Aussage des Mediators Biedenkopf in bestimmten Situationen eine Verhandlung erschweren. Er verweist auf die Erfolge der Mediation, da ja jetzt schon über Gehälter geredet würde und die Grundforderung nach einem eigenen Tarifvertrag der GDL von allen Seiten (Bahn und Transnet) anerkannt werde. Biedenkopf spricht sich gegen ein Eingreifen der Politik aus. Er erinnert an das in der Weimarer Republik eingeführte Instrument der Zwangsschlichtung, das die Macht der Gewerkschaften eklatant eingeschränkt hätte und einen Generalstreik gegen Hitler verhindert hätte.

Die drei Möglichkeiten der GDL

Eskalation unbefristeter Streik, Zick-Zack-Kurs oder neue Verhandlungen seinen die Möglichkeiten der GDL so der Gast vom Sofa der Verhandlungsexperte Matthias Schranner. Der beiden Seiten Fehler in der Verhandlungsführung vorwirft. Die GDL sei zu emotional, die Bah hätte unterschätzt, das ihre unnachgibiege Haltung, die GDL zu einer eingeschworenen Gemeinschaft gemacht hätte.

Schell verweist auf den besonderen Status der Lokführer und macht sich für eine Leistungsbezogene Bezahlung innerhalb des Konzerns stark. Eine Haltung die vom zweiten Sofa-Gast, dem Arzt Olaf Guckelberger prinzipiell unterstützt wird. Er erklärt die unterschiedlichen Bedürfnisse von Ärzten, Krankenschwestern und Verwaltungsangestellten und sieht ähnliches bei der Bahn und den Lokführern.

Kannegiesser singt das Lied der deutschen Arbeitgeber, die an einem einheitlichen Tarifvertrag innerhalb eines Unternehmens interessiert sind. Er spricht sich weiter gegen die Spartentarifverträge aus. Die Bahn als Dienstleister und ihre Privatisierung erfordere in der jetzigen besonderen Umbruchsituation eine Höchstmaß an Verlässlichkeit, die nur mit einen Tarifvertrag innerhalb des Unternehmens gewährleistet werden könnte.

Die Sendung endet mit einem kleinen Schlagabtausch zwischen Suckale und Schell. Suckale: “Herr Schell kommen sie, wir (der Bahnvorstand) sind morgen da.” “Frau Suckale ihre Spontanität verwirrt mich, dann sitzen sie morgen da und wir reden dann wieder über die 4,5 Prozent.”

Schell Sieger nach Punkten

Unterm Strich geht die GDL und Manfred Schell als Sieger nach Punkten aus der Sendung. Er vertrat die Sache der Lokführer recht passabel. Suckale machte einen angeschlagenen Eindruck und sah in der Frage der eigenen Bezahlung und der Bildungsabschlüsse der Lokführer nicht gut aus. Transnet-Chef Hansen blieb insgesamt recht blass, Kannegiesser hatte nicht essentielles zum Verlauf der Sendung beizutragen. Biedenkopf überraschte mit einer gewerkschaftsfreundlichen Haltung und verwies auf die Erfolge seiner Moderationstätigkeit.
Zitate:

  • “Ich red doch gar nicht mit ihnen, ich red mit mir selbst.” (Schell zu Hansen)
  • “Das ist doch so, als wenn sie Artillerie einsetzen, wo ein Florett reicht” (Kannegiesser zum Streikrecht kleiner Gruppen)
  • “Herr Schell kommen sie, am besten mit Herrn Hansen.” (Suckale über Verhandlungsbereitschaft des Bahnvorstandes)
  • “Ich hab ja nur noch Freunde hier.” (Schell)
  • “Solidarisch weiter auf die Straße gehen.” (Guckelberger zu weiteren Streiks der GDL)
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Desinformationskampagne der Bahn

Bereits zum zweiten Mal sperrt die Bahn ihre minutengenaue Fahrplanauskunft für den gemeinen Bahnkunden. Mit einem Datenbankupdate am 31.10.2007 wurde der Zugriff auf die Daten mit einem Passwortschutz versehen. War es in der alten Version (HAFAS 5.22.DB.R4.70.h [5.22.DB.R4.70.q_e/disabled]) noch möglich sich die Verspätungstafeln für die einzelnen Bahnhöfe anzusehen und neben einer minutengenauen Fahrplananzeige auch die Verspätungsgründe zu erkennen, gibt es jetzt nur einen eingeschränkten Zugang zum System.

Keine detaillierten Informationen für die Kunden

Verspätungen werden in der Standardversion (aktueller Datenbankstand HAFAS 5.22.DB.R4.72.j [5.22.DB.R4.72.r/disabled]) nur in fünf-Minuten-Schritten angezeigt, eine Angabe der Verspätungsgründe fehlt komplett.

Desinformation der Kunden

Unklar bleibt, warum die Bahn ihren Kunden ein so gutes Informationssystem, wie die minutengenaue Fahrplanauskunft vorenthält und den Reisenden nur eine eingeschränkte Version anbietet. Gerade für Vielfahrer und Pendler bot das System bislang eine hervorragende Möglichkeit, die Wartezeiten am Bahnhof so gering wie möglich zu halten. Zwar wurde die Amateurvariante etwas verbessert, so sind jetzt auch Abfragen über einzelne Züge möglich, aber ein Ersatz für das Profisystem ist die Kundenversion nicht.

Reisenden Informations System

2003 stellte die Bahn ihr Reisenden Informations System (RIS) vor. Fahrgäste und Mitarbeiter der DB AG konnten zunächst an großen Bahnhöfen, später auch im Internet sich online über die Verkehrslage informieren. Für Fahrgäste der Bahn wurden die Verspätungen allerdings auf 5 Minuten abgerundet. Züge mit ein bis vier Minuten Verspätung wurden als “pünktlich” angezeigt, fünf bis neun Minuten als “5 Minuten” Verspätung. Nur bei großen Störungen, wie Streckensperrungen oder Unwettern wurden auch die Verspätungsgründe genannt.
Minutengenauer Service

Profivariante seit 2006 zugänglich

Seit April 2006 konnten Fahrgäste auch auf die Profivariante des RIS zugreifen. Darin wurden Verspätungen minutengenau aufgeführt, zudem wurden die jeweiligen Gründe genannt, z.B. Störung am Triebfahrzeug, Oberleitungsschaden, Verzögerungen im Betriebsablauf, verspätete Übergabe aus dem Ausland, Personen im Gleis, polizeiliche Ermittlungen und anderes. Aber auch andere interessante Informationen, wie die abweichende Wagenreihung, ausgefallene Platzreservierungen oder fehlende Waggons wurden angezeigt. Daneben konnte man sich auch Verspätungen einzelner Züge anzeigen lassen und so feststellen wie es zu bestimmten Verspätungen gekommen ist und wo ein bestimmter Zug aktuell unterwegs war.

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